HomeKlassenkampf„Gerettete“ AUA vernichtet 500 weitere Jobs

„Gerettete“ AUA vernichtet 500 weitere Jobs

Die Lufthansa-Tochter wurde mit hunderten Millionen unterstützt – nun drückt das Management einen beinharten Sparkurs durch, um „wettbewerbsfähig“ zu bleiben. Dabei sucht der Konzern wieder hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – bei der Dumpingairline Eurowings Discover, die keinen Kollektivvertrag kennt.

Wien/Schwechat. Mit 95 Millionen Euro Verlust im 2. Quartal gehört die ehemals österreichische Fluglinie AUA nicht gerade zu jenen Unternehmen, die schon wieder Umsatzrekorde feiern. Dennoch denkt man in der Konzernzentrale in Köln schon daran, wie man bald wieder Gewinne schreiben und die Aktionäre mit Dividenden zufriedenstellen könnte. Aus Sicht der Bosse steht fest: Weitere 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen die „gerettete“ AUA verlassen, nachdem bereits 850 Stellen in den letzten Monaten abgebaut wurden.

Die Deutschen setzen natürlich gerne in Österreich den Sparstift an – hat es doch die Kurz-Regierung versemmelt – oder einfach als nicht nötig erachtet – Mitsprache oder auch nur minimale Garantien dafür zu verlangen, dem Luftfahrtkonzern 450 Millionen Euro Steuergeld in den Rachen zu werfen. Selbst das beim Wort „Verstaatlichung“ für gewöhnlich in panische Schnappatmung verfallende Berlin ist seit letztem Jahr an der Lufthansa beteiligt.

Die hohen Verluste der letzten Quartale sind zweifellos Reisebeschränkungen und einer großen Zurückhaltung insbesondere bei Geschäftsreisen geschuldet. Den aktuellen Sparkurs jedoch als alternativlos darzustellen und die Konzernmittelungen nachzubeten, wie es die heimische Presselandschaft derzeit tut, ist jedoch äußerst naiv.

Sparkurs macht weitere Kürzungen wahrscheinlich

Luftfahrtexperte Kurt Hofman äußerte gegenüber Ö1 bereits, dass die zusammengestutzten Kapazitäten insbesondere bei Langstreckenflügen eigentlich nicht weiter heruntergefahren werden können, ohne völlig in die Ineffizienz abzugleiten. Das kennt man ja zur Genüge von jahrzehntelang vernachlässigten Regionalbahnen. Und so wie bei diesen wird sich auch für eine gewollt verzwergte AUA irgendwann die Frage stellen, ob gewisse Verbindungen gestrichen werden „müssen“.

Eigenkonkurrenz durch Billigairline

Wohlgemerkt nicht aus Gründen des Klimaschutzes. Der Lufthansakonzern suchte jüngst bereits 250 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter beim Billiganbieter Eurowings Discover – ein Hohn für all jene „abgebauten“ Kolleginnen und Kollegen, denen die deutlich schlechter bezahlten Jobs im konzerninternen Intranet unter die Nase gerieben wurden. Es liegt auf der Hand, dass die Lufthansa die aktuelle Lage beinhart dazu missbraucht, um vergleichsweise anständig bezahlte Jobs mit sozialer Absicherung und betrieblicher Mitsprache auf Perspektive durch Billigjobs zu ersetzen – und die Beschäftigten „kleinerer“ Tochtergesellschaften wie AUA oder Swiss für baldige Profite besonders bluten zu lassen.

Quellen: Die Presse, Airliners

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