Start Klassenkampf Corona ist kein Generationen- sondern ein Klassenkonflikt

Corona ist kein Generationen- sondern ein Klassenkonflikt

Es häufen sich Überschriften, die Corona nun zu einem Generationenkonflikt stilisieren wollen. Dies ist eine verdrehte Perspektive, die den wahren Charakter der aktuellen Krisenerscheinungen zu verschleiern drohen und zwar auf zwei Ebenen.

Die Corona-Pandemie führt nach aktuellen Befunden offenkundig zu einer Übersterblichkeit die statistisch gesehen bei den über 70 jährigen und bei Menschen mit Vorerkrankungen gehäuft auftritt. Die Wahrscheinlichkeit und Summe von Vorerkrankungen steigt ebenfalls mit zunehmendem Alter. Während bei jüngeren Menschen ein schwerer Verlauf der Erkrankung unwahrscheinlicher ist. Gleichzeitig hat die Corona-Pandemie wie ein Brandbeschleuniger für die aktuelle Wirtschaftskrise – die ohnehin prognostiziert war – gewirkt. Die Arbeitslosenzahlen sind nach wie vor auf Rekordhöhe und viele Lohnabhängige sind auf Kurzarbeit, über 40 Prozent der Haushalte haben weniger Einkommen zur Verfügung und die Jugend ist von der Krise besonders hart getroffen.

Somit kann man den Trugschluss des Generationenkonfliktes aufmachen und mehrere Faktoren ignorieren – und zwar nicht nur den humanitären, dass der Schutz des Lebens nicht zu einem gesellschaftlichen Konfliktfeld hochstilisiert werden sollte.

Medizinische Perspektive

Aktuelle Studien attestieren einstimmig, dass die Folgen von einer Corona-Erkrankung, auch bei mildem Krankheitsverlauf nicht endgültig abschätzbar sind. Es handelt sich ja schließlich um ein neues, noch nicht erforschtes Virus anhand dessen man noch keine Langzeitstudien vornehmen konnte. Gleichzeitig deuten aber die bisherigen Befunde sehr stark darauf hin, dass eben auch ein milder Verlauf zu dauerhaften Lungenschädigungen führen können. Es gab ebenfalls Berichte, dass Kinder gehäuft nach einer Erkrankung an Corona folgend an einer sehr seltenen aber schweren Immunerkrankung litten. Somit besteht offenbar für alle Altersgruppen ein noch nicht abschätzbares Risiko, sofern man sich ansteckt. Das erste Argument des Generationenkonfliktes somit bereits erledigt. Weiter ist aber auch zu beachten, dass Krankheit und Gesundheit auch eine Klassenfrage sind. Tibor Zenker hielt zu Beginn der Epedemie in seinem Referat fest: „Die Arbeiterklasse wird dem kaputtgesparten Gesundheitssystem ausgesetzt, die Reichen leisten sich private Ärzte und Einrichtungen, teure Medikamente, Geräte und Sonderbehandlungen. Es ist keine plötzliche „Zwei-Klassen-Medizin“, vor der die reformistischen Parteien gerne warnen und die sie mit diesem oder jenem Parlamentsbeschluss zu verhindern gedenken, sondern es ist nun mal eine gesamte Klassengesellschaft, in der wir leben – und gegebenenfalls sterben sollen. Kranksein ist im Kapitalismus immer eine Klassenfrage. Sie muss daher auch vom Klassenstandpunkt aus betrachtet werden.“

Krise des Kapitalismus

Die aktuelle Wirtschaftskrise und deren Folgen kam früher und in manchen Bereichen auch schwerer als erwartet, aber nicht gänzlich unerwartet, wie auch die Partei der Arbeit immer wieder festhält. Krisen wohnen dem Kapitalismus inne und treten zyklisch auf. Diese Krisen zahlen im Kapitalismus die Lohnabhängigen mit ihren Steuergeldern, aber auch mit Eingriffen in ihre Rechte, Einbußen in Gehältern, mit Kurzarbeit oder eben mit ihrem Job. Gleichzeitig sichern sich die Konzernspitzen, das Monopolkapital seine Profite trotz Krise. Es handelt sich somit nicht um einen Generationenkonflikt, sondern vielmehr um einen Konflikt zwischen den Klassen, zwischen Kapital und Arbeit. Dieser tritt in Krisen immer sichtbarer ans Tageslicht und mit der Geschichte des Generationenkonfliktes versucht man uns nur davon abzulenken. Deswegen gilt die Losung, die die Partei der Arbeit zum 1. Mai aufgestellt hat, auch weiterhin: „Der Klassenkampf lässt sich jedoch nicht unter Quarantäne stellen. Eine Maske ist kein Maulkorb! Für eine kämpferische Arbeiterfront! Gegen Epidemieregime und Krisenkapitalismus! Sozialismus statt Barbarei!

BILDQUELLEPatrick Peyr
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