Leibnitz. Im Bezirk Leibnitz wurden nach polizeilichen Ermittlungen drei Männer ausgeforscht, die als Security-Mitarbeiter in Nachtlokalen Gäste – darunter zahlreiche Jugendliche – erpresst haben sollen. Laut Polizei gibt es derzeit mindestens 13 bekannte Opfer, es wird jedoch von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgegangen.
Die Serie der mutmaßlichen Erpressungen begann im November des Vorjahres in einem Nachtlokal in Gralla, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zwei Jugendliche im Alter von 16 und 18 Jahren erstatteten Anzeige. Sie gaben an, vor dem Betreten des Lokals von einer unbekannten Person angesprochen worden zu sein, die ihnen ein in Alufolie verpacktes Päckchen als angebliche Gratisprobe angeboten habe.
Massive Drohungen und Gewalt
Im Inneren des Lokals hätten sich die Jugendlichen in die Toilettenanlage begeben, um sich den Inhalt des Päckchens anzusehen. Dort seien plötzlich mehrere Türsteher aufgetaucht und hätten die Jugendlichen massiv bedrängt. Einer der beiden sei am Hals gepackt und gegen eine Wand gedrückt worden, so die Polizei. Anschließend seien die Jugendlichen durchsucht und ihnen die Geldbörsen abgenommen worden. Danach hätten die Türsteher sie zum Ausgang begleitet.
Dort sollen drei Security-Mitarbeiter den Jugendlichen gedroht haben, dass ihnen bei einer Anzeige mehrjährige Haftstrafen, hohe Geldstrafen sowie der Verlust ihrer Arbeitsplätze drohten. Alternativ hätten sie von beiden jeweils 3.000 Euro verlangt. Da die Jugendlichen diesen Betrag nicht bei sich hatten, seien sie unter Begleitung eines Türstehers zu einem nahegelegenen Bankomaten gebracht worden, wo sie jeweils 400 Euro behoben hätten. Zudem seien sie genötigt worden, den restlichen Betrag per Express-Überweisung unmittelbar neben den Tatverdächtigen zu überweisen.
Um den Druck weiter zu erhöhen, sollen die mutmaßlichen Täter die Jugendlichen beim Umgang mit dem Päckchen gefilmt und mit Gewalt gedroht haben, falls sie den Vorfall melden würden. Die Anzeige erfolgte erst zwei Tage später, nachdem sich die Jugendlichen ihren Eltern anvertraut hatten.
Mindestens 13 weitere Opfer bekannt
Im Zuge der weiteren Ermittlungen der Kriminaldienstgruppe der Polizei Steiermark konnten zahlreiche ähnliche Fälle geklärt werden. Nach aktuellem Ermittlungsstand gibt es mindestens 13 weitere Opfer. Die Tatverdächtigen sollen ihre Opfer häufig beim Drogenkonsum in Diskotheken beobachtet und die Situation ausgenutzt haben. Durch Drohungen mit Haftstrafen und der Verständigung der Polizei sollen sie Bargeldübergaben und Überweisungen erzwungen haben.
In mehreren Fällen soll es auch zu körperlichen Übergriffen gekommen sein. Zusätzlich werden den Tatverdächtigen ein Raub im Zusammenhang mit ihrer Tätigkeit als Security-Mitarbeiter im Bereich des Schwarzl Freizeitzentrums sowie mehrere Körperverletzungsdelikte zur Last gelegt. Außerdem wird wegen des Verdachts der Nötigung zur Falschaussage gegen Opfer und Zeugen ermittelt.
Zwei Festnahmen, ein Verdächtiger flüchtig
Insgesamt wurden drei Verdächtige ausgeforscht. Zwei wurden bereits am 19. Dezember des Vorjahres festgenommen und in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert. Der dritte Verdächtige hält sich derzeit offenbar nicht in Österreich auf; seine Festnahme war bislang nicht möglich. Aufgrund der bisherigen Ermittlungsergebnisse geht die Polizei davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen deutlich höher liegt als die bislang bekannten Fälle.
Quelle: ORF




















































































