Nach dem Nebel-Sonne-Mix mit eher entspannten Temperaturen im Dezember hat sich das Wetter pünktlich zum Jahreswechsel umentschieden – und zwar deutlich. Österreich steht in den kommenden Tagen eine handfeste Kältewelle bevor, mit Tiefsttemperaturen von regional bis zu minus 20 Grad Celsius. Die GeoSphere Austria hat für den Westen und südliche Landesteile bereits Wetterwarnungen ausgegeben. Erst am Freitag soll sich die Lage wieder entspannen.
Auslöser der frostigen Angelegenheit ist ein riesiger Tiefdruckkomplex mit Zentrum über der Ostsee. Dieser schaufelt polare Luft aus dem hohen Norden bis nach Österreich. Das Ergebnis: Dauerfrost in vielen Regionen und die bislang kältesten Nächte dieses Winters.
Besonders effektiv zeigt sich die Kälte durch eine beinahe romantische Kombination: klarer Nachthimmel, vielerorts eine leichte Schneedecke und zeitweise kaum Wind. In den Nächten zu Beginn der Woche sinken die Temperaturen selbst im Flachland auf bis zu minus zehn Grad, etwa im Innviertel, im Weinviertel oder im Rheintal.
In den Alpen wird es noch eine Spur ambitionierter: Frühtemperaturen um oder knapp unter minus 20 Grad werden unter anderem im Tannheimertal, im Defereggental, im Lungau – aber auch im nördlichen Mühlviertel – erwartet.
Nicht nur die Nächte zeigen sich winterlich, auch tagsüber bleibt es frostig. Selbst mit ein paar Sonnenstunden kommen die Temperaturen in den Niederungen kaum über minus acht bis minus fünf Grad hinaus. Lebhafter Wind sorgt zusätzlich dafür, dass sich die Kälte noch unangenehmer anfühlt – Stichwort: gefühlte Temperatur.
Für Vorarlberg und Tirol, den Großteil Salzburgs sowie westliche Teile von Kärnten und der Steiermark wurde eine Orange-Wetterwarnung ausgegeben. Laut dem Tiroler Wetterexperten Elmar Rizzoli liegt eine derart ausgeprägte Kaltluftlage bereits mehrere Jahre zurück. In Tirol wird der Kältehöhepunkt in der Nacht auf Donnerstag erwartet.
Rizzoli warnt auch eindringlich: „Bei solchen Temperaturen kann die Nacht im Freien lebensgefährlich sein.“ Entsprechend wurde auf die Kältehotlines sowie auf Angebote der Caritas hingewiesen. Wer Hilfe braucht – oder jemanden sieht, der sie braucht – sollte nicht zögern.
Österreich friert nicht allein. In Skandinavien wurden bereits extreme Tiefstwerte gemessen: In Gielas in Schweden sank die Temperatur auf minus 40,3 Grad. In Norwegen kommt das öffentliche Leben mancherorts zum Stillstand, Zugverbindungen wurden eingestellt. Schneesturm „Anna“ sorgt zusätzlich für Chaos.
Auch weiter südlich macht sich der Winter bemerkbar: Am Flughafen Schiphol in Amsterdam kam es zu Hunderten Flugausfällen, in Berlin froren Menschen nach Stromausfällen in ihren Wohnungen. Sogar Spanien bekommt einen Vorgeschmack: In Madrid werden in den kommenden Tagen Minusgrade erwartet.
Die gute Nachricht zum Schluss: Die Kältewelle dürfte am Freitag ihr Ende finden. Mit föhnigem Wind wird es spürbar milder. Gleichzeitig können von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich Schnee und Regen auftreten. In der Übergangsphase ist allerdings Vorsicht geboten: Glatteis durch gefrierenden Regen ist punktuell möglich.
Bis dahin gilt: warm anziehen, Nachbarinnen und Nachbarn im Blick behalten – und den Winter ernst nehmen, auch wenn er diesmal mit einer ordentlichen Portion nordischer Strenge auftritt.
Quelle: ORF



















































































