Wie Regierung, Agrarmarkt Austria und Wirtschaftslobby ein System der Ausbeutung absichern.
Wer im Supermarkt zu einem Produkt greift, das das AMA-Gütesiegel trägt, setzt sein Vertrauen hinein, Vertrauen in Qualität, Kontrolle und bessere Lebensbedingungen für die Tiere. Dieses Vertrauen wurde über Jahrzehnte durch die Werbung aufgebaut und ist politisch gewollt. Denn hinter dem AMA-Gütesiegel steht nicht Neutralität, sondern ein politisches System, das getragen ist von der Regierung, der Agrar- und Wirtschaftslobby.
Die Rolle der AMA: Verwaltung statt Veränderung
Die AMA, die Agrarmarkt Austria, ist, wie der Name schon sagt, keine unabhängige Instanz, sondern eine Werbeorganisation, die dazu da ist, die Nutztierindustrie in ein idyllisches Licht zu tauchen, während sie vorgibt, für Tierwohl einzutreten. Damit ist sie ein Teil der staatlich gelenkten Agrarpolitik und arbeitet im Rahmen der Gesetze, die von den Regierungen beschlossen werden. Und diese Gesetze, egal von welcher Koalition sie stammten, haben eines gemeinsam, sie sichern die industrielle Landwirtschaft und die Profite der Agrarindustrie.
Konkret bedeutet das, dass AMA zertifizierte Betriebe nur die gesetzlichen Mindeststandards einhalten. Diese Standards erlauben Haltung auf Vollspaltenböden, extreme Enge und industrielle Massenhaltung.
Die AMA garantiert damit die Funktionsfähigkeit der Produktion, keine Verbesserung.
Regierungspolitik: Worte für die Öffentlichkeit, Fakten für das Kapital
Die aktuelle Regierung spricht zwar vollmundig von Qualitätssicherung, Transparenz, und davon, den Standort zu stärken. Gemeint ist aber, dass es keine grundlegende Reform der Tierhaltung, keinen Bruch mit der industriellen Produktion und keinen Eingriff in die Profitlogik der Agrarindustrie geben darf, während Fördergelder verteilt, Strukturen abgesichert und bestehende Produktionsweisen stabilisiert. Damit schützt die Regierung nicht das Tierwohl, sondern nur den Profit.
Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung: Interessensvertretung des Kapitals
Organisationen wie die Wirtschaftskammer (WKO) und die Industriellenvereinigung (IV) treten offen für Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Standortsicherung ein. Doch dieses offizielle Wording heißt übersetzt: niedrige Kosten, hohe Produktion und maximale Verwertung. Tierwohl und Arbeitsbedingungen stehen diesem Ziel im Weg und werden diesem dementsprechend systematisch untergeordnet.
VGT-Aufdeckungen: Realität hinter dem System
Aufdeckungen des Vereins gegen Tierfabriken (VGT) zeigen immer wieder Gewalt gegen Tiere, kranke, verletzte, sterbende Tiere im Stall und massive Missstände. Das, was erschreckend wirkt, ist allerdings einfach Teil des regulären Systems, das sogar noch mit sog. Gütesiegeln wie dem der AMA ausgestattet ist.
Die Daten zeigen, dass etliche Tiere bereits während der Mast sterben. In Summe sind das pro Jahr Verluste im hohen sechsstelligen Bereich. Diese Verluste sind kein Skandal im System, sondern dem System immanent.
Und die Arbeiterklasse?
Die gleiche Politik trifft die arbeitenden Menschen, denn es ist die einer Regierung, die ein Sparpaket von 15 Milliarden Euro geschnürt, massive Kürzungen im Sozialbereich durchgeführt hat und dem Großteil der Bevölkerung steigende Belastungen auferlegt. Darüber hinaus werden Kollektivverträge unter der Inflationsrate beschlossen, was reale Kaufkraftverluste bedeutet. Die Arbeiterklasse zahlt, während das Kapital abgesichert wird.
Ein einheitliches System
Was AMA, Regierung und Wirtschaftslobby verbindet ist die Absicherung eines Systems, das Tiere zu Produktionsmitteln, Arbeitskraft zu Ware degradiert und alles dem Profit unterordnet. Das, was wir erleben, ist kein Versagen einzelner Akteure, sondern das perfekte Zusammenspiel innerhalb eines Systems der Unterdrückung und Ausbeutung.
Fazit
Solange Politik im Interesse des Kapitals gemacht wird, werden sich weder Tierhaltung noch Arbeitsbedingungen ändern. Reformen im Detail ändern nichts am Kern des Problems. Was hingegen notwendig ist, ist eine grundlegende Veränderung der Produktionsweise und eine Gesellschaft, in der Bedürfnisse zählen, nicht Profit.
Das AMA-Gütesiegel steht nicht für Qualität im Interesse der Gesellschaft, sondern für ein System, das Ausbeutung organisiert und absichert.
WK




















































































