Wien. Die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) und die Jugendfront beteiligen sich am kommenden Samstag an der Demonstration „Keine Bühne für den Völkermord!“, die von der Palästina Solidarität Österreich organisiert wird. Die Protestkundgebung richtet sich gegen die Teilnahme Israels am Eurovision Song Contest (ESC) und gegen die politische Normalisierung eines Staates, der für Besatzung, Apartheid und den anhaltenden Krieg gegen das palästinensische Volk verantwortlich ist.
Bereits im vergangenen Dezember kündigten die Rundfunkanstalten Spaniens, Irlands, Islands, Sloweniens und der Niederlande einen Boykott der diesjährigen ESC-Austragung in Wien an, um gegen die Weigerung der Veranstalter zu protestieren, Israel trotz der anhaltenden Kriegsverbrechen und der Eskalation in Gaza vom Wettbewerb auszuschließen.
Mit internationalen Großveranstaltungen wie dem ESC wird versucht, Israel eine weltweite Bühne zu bieten und den Eindruck von Normalität zu erzeugen, während sich die humanitäre Katastrophe in Gaza weiter zuspitzt. Die Demonstration in Wien soll deshalb ein deutliches Zeichen gegen die österreichische und internationale Komplizenschaft mit den Verbrechen des israelischen Staates setzen.
Große Investitionen für Propaganda
Nun kann man die Frage stellen, ob der ESC eine so wichtige Rolle spiele, die Recherchen der New York Times verdeutlich welche Bedeutung das Event in der israelischen Propagandamaschinerie hat. Den hierauf basierenden Berichten zufolge investierte Israel in den vergangenen Jahren hunderttausende Dollar in internationale Werbe- und Social-Media-Kampagnen, um seinem ESC-Beitrag zu einem möglichst erfolgreichen Abschneiden zu verhelfen. Interne Dokumente und Aussagen israelischer Offizieller zeigen demnach, dass der Wettbewerb bewusst als Instrument genutzt werden soll, um das internationale Image Israels zu verbessern und Sympathien in der europäischen Öffentlichkeit zu gewinnen – trotz der anhaltenden Verbrechen gegen das palästinensische Volk.
Allein beim ESC in Malmö soll die israelische Regierung rund 800.000 Dollar für Werbekampagnen ausgegeben haben, im vergangenen Jahr laut vorliegenden Finanzdokumenten sogar rund eine Million Dollar. Dabei mobilisierten staatliche Stellen, Diplomaten und Lobbygruppen europaweit zur Stimmabgabe für den israelischen Beitrag. Das Abstimmungssystem des ESC gilt dabei als besonders anfällig für organisierte Einflussnahme, da pro Person bis zu 20 Stimmen abgegeben werden können. Kritikerinnen und Kritiker sprechen deshalb von einer koordinierten politischen Kampagne, mit der Israel den Wettbewerb zur internationalen Imagepflege missbrauche, während gleichzeitig Krieg, Besatzung und Blockadepolitik fortgesetzt werden.
Protest in Wien
Der Demonstrationszug wird durch den 15. Wiener Gemeindebezirk bis zur Veranstaltungshalle führen. Zahlreiche solidarische Organisationen, Aktivistinnen und AKtivisten werden erwartet. Auch die PdA und die Jugendfront rufen zur Teilnahme auf und betonen die Bedeutung einer breiten internationalen Solidarität mit dem palästinensischen Volk.
Im Zentrum der Demonstration stehen Forderungen nach dem Ausschluss Israels vom Eurovision Song Contest, nach Sanktionen gegen den israelischen Staat sowie nach einem Ende aller politischen, wirtschaftlichen und militärischen Kooperationen. Darüber hinaus wird ein Ende der Besatzung und der Siedlungspolitik, die Aufhebung der Blockade Gazas sowie die strafrechtliche Verfolgung von Völkerrechtsverbrechen gefordert. Ebenso wird die Freilassung aller willkürlich inhaftierten Palästinenser:innen verlangt.
Eine kulturelle Großveranstaltungen darf nicht dazu dienen Krieg, Unterdrückung und Vertreibung zu verdecken. Gerade in einer Zeit, in der täglich Bilder von Zerstörung, Hunger und Tod aus Gaza die Welt erreichen, ist Schweigen keine Option, der Treffpunkt ist am 16.05.2026 um 14.00 Uhr am Christian-Broda-Platz in 1060 Wien.



















































































