Die anhaltende Trockenheit im Frühjahr setzt der österreichischen Landwirtschaft zu. Nach einem der trockensten April-Monate seit Beginn der Aufzeichnungen schlagen Bäuerinnen und Bauern Alarm. Sie halten fest, ohne rasche Niederschläge drohen empfindliche Ernteausfälle. Besonders betroffen seien Wintergetreide, Mais, Soja sowie das Grünland. Sollte es in den kommenden zwei Wochen keinen Regen geben, seien deutliche Ertragseinbußen zu erwarten. Ohne ausreichende Bodenfeuchtigkeit bleiben viele Pflanzen zurück oder gehen gar nicht erst auf.
Die Trockenheit betrifft große Teile des Landes, darunter Niederösterreich, Oberösterreich, Kärnten, die Steiermark, das Burgenland und Wien. Laut Daten von GeoSphere Austria zählt der heurige April zu den trockensten seit 1858. In vielen Regionen lagen die Niederschläge 65 bis 75 Prozent unter dem Durchschnitt, mancherorts fiel nicht einmal ein Sechstel der üblichen Regenmenge.
Trockenheit wirkt sich nicht nur direkt auf das Wachstum aus, sondern verschärft auch andere Probleme. Geschwächte Pflanzen sind anfälliger für Schädlinge, ein Risiko, das derzeit etwa im Zuckerrübenanbau sichtbar wird. Der Rüsselkäfer breitet sich unter trockenen Bedingungen besonders stark aus..
Auch in der Viehwirtschaft zeichnet sich ein Problem ab: Auf den Wiesen wächst deutlich weniger Futter. Das trifft vor allem Rinder- und Milchbetriebe, die auf ausreichendes Grünland angewiesen
Zur angespannten Lage kommen wirtschaftliche Probleme. Trotz drohender Ernteausfälle bleiben die Preise für landwirtschaftliche Produkte niedrig. Grund dafür ist die gute Ernte im Vorjahr. Gleichzeitig kämpfen die Betriebe mit steigenden Kosten, etwa für Treibstoff und Düngemittel.
Waldbrände und Wasserknappheit
Die Folgen der Trockenheit reichen weit über die Landwirtschaft hinaus. In mehreren Regionen ist die Waldbrandgefahr stark gestiegen. Besonders dramatisch ist die Lage aktuell in der Steiermark, wo Einsatzkräfte seit Tagen gegen großflächige Brände kämpfen.
Auch die Wasserversorgung gerät zunehmend unter Druck. Laut einer Analyse der Greenpeace waren Ende April rund 70 Prozent der Grundwasserstände zu niedrig. Bei mehr als jeder zehnten Messstelle wurde sogar ein historischer Tiefstand verzeichnet. Die Umweltschutzorganisation fordert daher rasche politische Maßnahmen, insbesondere die Umsetzung eines Wasserentnahme-Registers, um den Verbrauch besser zu kontrollieren.
Quelle: ORF



















































































