Zusätzlich zu den Anfang April angekündigten Lehrplanreformen kündigt Bildungsminister Christoph Wiederkehr nun an, die Volksschule auf sechs Jahre verlängern zu wollen.
Wien. Bald gibt es mehr angekündigte Lehrplanreformen als Sterne am Himmel und trotzdem richtet sich keine von ihnen gegen die grundlegenden Probleme des Bildungssystems: Lehrermangel und ausufernde Klassengrößen aufgrund von Jahr für Jahr schlechteren Arbeitsbedingungen, sowie Verklärung der Schülerinnen und Schülern im Sinne des Kapitals. Offensichtlich handelt es sich bei den vielen Reformen um ein Ablenkungsmanöver von wirklichen Problemen.
Besonders ironisch ist, dass die Industriellenvereinigung sich in ihrer Stellungnahme als arbeiterfreundliche Organisation inszenieren kann. Dort spricht sie nämlich davon, dass 340 Millionen Euro, die im Bundesbudget für 2027/28 beschlossen wurden, unter anderem für einheitliche Qualitätsstandards bei Gruppengrößen, Kernzeiten und Arbeitsbedingungen eingesetzt werden könnten. In den verschiedenen Reformpaketen des Bildungsministeriums der NEOS ist davon keine Rede, stattdessen wird mit Volksschulverlängerung, Kopftuchverbot und neuen Unterrichtsfächern abgelenkt.
Von der Gewerkschaft öffentlichen Dienst gibt es keine Stellungnahme, der ORF merkt jedoch an, dass es bei einigen geplanten Veränderungen “großes Missfallen der Lehrergewerkschaft” gibt. Dies ist jedoch keinesfalls ernst zu nehmen, da die GÖD die Interessen des Kapitals über die ihrer Mitglieder stellt. 2024 verriet die Gewerkschaftsführung die streikbereite Belegschaft und einigte sich auf einen Kollektivvertrag, der Reallohnverlust keine maßgebenden Verbesserungen der Rahmenbedingungen bedeutete. Wie der Gewerkschaftliche Betriebsausschuss des BRG Seestadt kritisierte, knickte die GÖD 2025 erneut ein und verhandelte einen bereits abgeschlossenen Kollektivvertrags neu.
Weder eine Verlängerung der Volksschule, noch ein Kopftuchverbot, noch neue Pflichtfächer werden das Schulsystem nachhaltig verbessern. Denn solange nur bürgerliche Parteien, korrupte Gewerkschaften und Kapialistenverbände am Verhandlungstisch sitzen, wird es keine echte Veränderung geben. Echte und nachhaltige Verbesserungen des Schulsystems können nur die organisierte Basis der Lehrerinnen und Lehrer, sowie der Schülerinnen und Schüler erkämpfen!


















































































