Ein weiterer Femizid in Österreich. Eine junge Lehrerin (28) wurde von dem mutmaßlichen Täter, ihrem Kollegen (29) in der Schulbibliothek erschossen. Sie wäre nicht auf seine Avancen eingegangen – das hat gereicht. Nach seiner Flucht habe er sich während der Fahrt erschossen und sei gegen einen Baum gekracht. Die Polizei geht von Suizid aus.
Taufkirchen an der Pram. Wieder einmal erschüttert ein Femizid das Land Österreich. Es ist der 14te dieses Jahr. Am Freitag, den 12.06., wurde eine junge Lehrerin (28) tot in der Bibliothek der Mittelschule aufgefunden. Das Landeskriminalamt Oberösterreich ermittelt gegen ihren 29-jährigen Kollegen, welcher kurze Zeit später tot in seinem Fahrzeug gefunden wurde.
Die Frau war zuvor durch ihre Mutter als vermisst gemeldet worden, da die junge Lehrerin nicht nach Hause kam. Im Zuge der Suche wurde ihre Leiche dann in der Schulbibliothek entdeckt. Der mutmaßliche Täter habe sie mit einer Stichwaffe und einer legal besessenen Schusswaffe getötet. „Der Tatverdächtige verließ anschließend den Tatort und wurde später im Gemeindegebiet von Freinberg tot in seinem Fahrzeug aufgefunden. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen ist von einem Suizid auszugehen“ so die Landespolizeidirektion Oberösterreich.
Das vermutete Motiv der Tat sei ein persönlicher ‚Beziehungskonflikt‘, welcher nun polizeilich geprüft werde. Der mutmaßliche Täter soll der Lehrerin wohl Avancen gemacht haben, diese hätte ihn jedoch zurückgewiesen. Ein weiters Mal musste eine Frau sterben, da sich ein Mann durch ihre Zurückweisung verletzt fühlte. Ein kurzer Blick auf die Website der autonomen österreichischen Frauenhäuser reicht, um zu erkennen, dass jede umgebrachte Frau dieses Jahres in einer Beziehung oder Bekanntschaft mit ihren Mördern stand; sei es in Bekanntschaft (1), als Vater (1), als Ex-Partner (2) oder als Ehemann bzw. Lebensgefährte (10). Vor gerade einmal einem Monat wurde eine Frau in ihrer Wohnung in Kottingbrunn tot aufgefunden. Kränkung war das mutmaßliche Motiv, das damals zur Erschießung der jungen Frau geführt hatte. Im gleichen Zeitrahmen erschoss auch ein älterer Oststeirer seine Ehefrau mit dem Gewehr. Auch die Fälle schwerer Gewalt gegen Frauen belaufen sich heuer schon auf 34; kein einziger dieser Fälle wurde von einer unbekannten Person durchgeführt. Sondern von Ehemännern, Partnern, Brüdern oder Freunden.
Femizide werden nicht von ‚gefährlichen‘ Männern in dunklen Gassen begangen, sondern von Ehemännern, Partnern und Familienmitgliedern. Menschen, mit denen man oftmals Jahre oder Jahrzehnte zusammenlebt, die man liebt. Wenn die Polizeidirektion von einem ‚Beziehungskonflikt‘ spricht, ist das Verharmlosung, denn einen Konflikt löst man mit Worten – nicht mit Waffengewalt.
Der Kapitalismus macht sich die überkommenen patriarchalen Strukturen vergangener Gesellschaftsformen zu Nutze, wodurch auch heute noch Mädchen und Frauen als minderwertig konstruiert werden. Sie leiden nicht nur unter der Doppelbelastung von Reproduktions- und Lohnarbeit, sondern sind um ein Vielfacheres von Gewalt und sexuellen Übergriffen betroffen. Im Jahr 2022 erlebte etwa jede dritte Frau im Laufe ihres Lebens körperliche und/oder sexuelle Gewalt.
Quelle: LPDOÖ/ORF/AÖF/derStandard/Österreich.gv


















































































