Die aktuelle Hitzewelle fordert in Österreich erneut Menschenleben. Wie die Statistik Austria laut Ö1-Mittagsjournal bekannt gab, verzeichnete die erste Juliwoche 2026 mit mehr als 1.800 Todesfällen eine Übersterblichkeit von rund 20 Prozent gegenüber dem Durchschnitt. Es handelt sich um den bisher höchsten Wert für diesen Zeitraum. Zwar lässt sich daraus noch nicht exakt ableiten, wie viele Menschen unmittelbar an den Folgen der Hitze gestorben sind, doch der Zusammenhang zwischen steigenden Temperaturen und steigenden Todeszahlen gilt als eindeutig.
Der Physiker und Wissenschaftspublizist Florian Aigner brachte diesen Zusammenhang auf den Punkt: Steigen die Temperaturen außergewöhnlich stark an, steigt auch die Zahl der Todesfälle. Umweltmediziner Hanns Moshammer von der Medizinischen Universität Wien verweist darauf, dass Hitze nur selten die direkte Todesursache ist. Vielmehr verschärfen hohe Temperaturen bestehende Erkrankungen, insbesondere bei älteren Menschen, chronisch Kranken oder gesundheitlich vorbelasteten Personen. Deshalb wird die Zahl der hitzeassoziierten Todesfälle über die sogenannte Übersterblichkeit berechnet. Die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) veröffentlicht diese Zahlen jeweils im Herbst. Im Jahr 2025 wurden 449 hitzebedingte Todesfälle registriert, im Jahr 2024 waren es sogar 989.
Angesichts dieser Entwicklung fordern Umweltorganisationen wie Greenpeace ein umfassendes Hitzenotfallpaket sowie ein wirksames Klimaschutzgesetz. Diese Forderungen greifen jedoch nach Ansicht der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) zu kurz, wenn sie die gesellschaftlichen Ursachen der Klimakrise ausblenden.
In ihrer Erklärung „Zehn Bemerkungen der Partei der Arbeit (PdA) zur gegenwärtigen Hitzewelle“ macht die Partei deutlich, dass die zunehmenden Hitzewellen nicht als bloße Naturereignisse verstanden werden dürfen. Sie betrachtet die Klimakrise als Ergebnis einer Wirtschaftsordnung, in der Profitinteressen über den Schutz von Mensch und Umwelt gestellt werden. Nicht individuelles Konsumverhalten sei die Hauptursache der Erderwärmung, sondern ein kapitalistisches Produktionssystem, das seit Jahrhunderten auf ungehemmter Ausbeutung natürlicher Ressourcen und massiven Schadstoffemissionen beruhe.Besonders deutlich weist die PdA darauf hin, dass die Folgen der Hitze keineswegs alle Menschen gleichermaßen treffen. Während Wohlhabende sich durch klimatisierte Wohnungen, Büros oder Ferienhäuser schützen könnten, seien Arbeiterinnen und Arbeiter, Angestellte, Pensionistinnen und Pensionisten sowie sozial benachteiligte Menschen den extremen Temperaturen weit stärker ausgesetzt. Wer auf Baustellen, in Fabriken, in der Landwirtschaft oder in schlecht isolierten Gebäuden arbeiten müsse, trage die gesundheitlichen Folgen unmittelbar.
Daher verbindet die Partei ihre Kritik am bestehenden Wirtschaftssystem mit konkreten Forderungen zum Schutz der Bevölkerung. Dazu gehören ein gesetzlich garantiertes Recht auf Hitzeschutz am Arbeitsplatz, Arbeitsfreistellung ab bestimmten Temperaturen bei vollem Lohnausgleich sowie umfassende Investitionen in die öffentliche Infrastruktur. Schulen, Kindergärten und Universitäten müssten mit wirksamen Beschattungen, moderner Gebäudedämmung und – wo erforderlich – Klimaanlagen ausgestattet werden. Die derzeitigen Zustände in vielen Bildungseinrichtungen seien Ausdruck jahrelanger politischer Vernachlässigung.
Kritisch bewertet die PdA außerdem die staatlichen Prioritäten bei den öffentlichen Ausgaben. Während für militärische Aufrüstung und steigende Verteidigungsbudgets Milliardenbeträge bereitgestellt würden, fehle angeblich das Geld für Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor den Folgen zunehmender Hitzewellen. Die Partei sieht darin eine politische Entscheidung zugunsten militärischer und wirtschaftlicher Interessen zulasten von Gesundheit, Bildung und sozialer Infrastruktur.
Darüber hinaus fordert die PdA die konsequente Anwendung des Verursacherprinzips. Konzerne und Großunternehmen, die erheblich zum Klimawandel beitragen, müssten auch die Folgekosten tragen. Ebenso kritisiert die Partei den hohen Ressourcenverbrauch moderner Rechenzentren und KI-Infrastrukturen sowie die erheblichen Umweltbelastungen durch Kriege, die nach ihrer Auffassung ebenfalls Ausdruck kapitalistischer Konkurrenz seien.
Die aktuellen Zahlen der Statistik Austria verdeutlichen, dass Hitze längst zu einem ernsthaften Gesundheitsrisiko geworden ist. Die Frage, wie Österreich auf diese Entwicklung reagiert ist eine politischen Grundsatzfrage. Während viele Organisationen auf Klimaschutzprogramme und Anpassungsmaßnahmen setzen, sieht die Partei der Arbeit die eigentliche Ursache der Krise in den gesellschaftlichen Eigentums- und Machtverhältnissen. Aus ihrer Sicht lassen sich die gesundheitlichen und ökologischen Folgen der Klimakrise langfristig nur überwinden, wenn Produktion und Wirtschaft nicht mehr dem Profitinteresse weniger Konzerne, sondern den Bedürfnissen der Bevölkerung und dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen dienen.
Die steigende Zahl hitzeassoziierter Todesfälle macht deutlich, dass die Klimakrise nicht mehr nur eine Zukunftsfrage ist. Sie betrifft bereits heute die Gesundheit tausender Menschen.
Quelle: ORF/Partei der Arbeit
















































































