Wien. Bereits nach dem ersten Tag des Beatpatrol-Festivals in der historischen Galopprennbahn Freudenau gab es heftige Kritik von Besucherinnen und Besuchern. Der Einlass auf das Festivalgelände verzögerte sich am Freitag um rund sieben Stunden. Grund dafür waren laut der für das Veranstaltungswesen zuständigen MA 36 mehrere organisatorische Mängel – vor allem fehlende mobile Toiletten.
Der erste Auftritt hätte ursprünglich um 14.00 Uhr beginnen sollen. Stattdessen wurde der Einlass immer wieder verschoben. Hunderte Festivalgäste warteten stundenlang vor dem Gelände. Erst kurz vor 21.00 Uhr konnten die Besucherinnen und Besucher das Festival betreten. Zu diesem Zeitpunkt blieben nur noch rund zwei Stunden Programm übrig.
Nur acht WCs für 8.000 erwartete Gäste
Laut MA 36 waren um 14.00 Uhr lediglich acht mobile WCs für rund 8.000 erwartete Besucherinnen und Besucher aufgestellt. Vorgeschrieben gewesen wären demnach rund 100 Toiletten. Die restlichen WCs seien zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Weg nach Wien gewesen.
Neben den fehlenden Toiletten wurden weitere Mängel festgestellt. Laut MA 36 fehlten zunächst auch ein zweiter Fluchtweg sowie ein Podest für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer. Diese Punkte verzögerten die behördliche Freigabe zusätzlich.
Die Veranstalter verwiesen während der Wartezeit auf Instagram auf „logistische Gründe“ und entschuldigten sich bei den Gästen. Viele Besucherinnen und Besucher kritisierten jedoch die aus ihrer Sicht mangelhafte Kommunikation. Zahlreiche Betroffene kündigten an, den Ticketpreis von rund 90 Euro zurückfordern zu wollen.
Mehrere Auftritte entfielen
Durch die massive Verzögerung konnte nur ein Teil des geplanten Programms stattfinden. Aufgetreten sind schließlich Yousuke Yukimatsu sowie die Headliner Charlotte de Witte und Timmy Trumpet. Andere Künstlerinnen und Künstler, die für den ersten Festivaltag vorgesehen waren, konnten nicht auftreten. Laut einem Instagram-Beitrag von DJ Dorah seien manche Acts zwar zum Gelände gekommen, hätten dieses aber wieder verlassen.
Für viele Festivalgäste bedeutete das: stundenlanges Warten, ein stark verkürztes Programm und erheblicher Ärger über die Organisation des ersten Tages.
Festival am Samstag behördlich freigegeben
Am Samstag konnte das Beatpatrol-Festival um 14.00 Uhr fortgesetzt werden. Die Veranstaltung wurde laut MA 36 behördlich freigegeben. Allerdings standen zu diesem Zeitpunkt nur 50 mobile WCs zur Verfügung. Da diese Anzahl für 8.000 Besucherinnen und Besucher weiterhin nicht ausreichte, wurde das behördlich zugelassene Kontingent auf maximal 4.000 Personen reduziert.
Tickets für Freitag behielten auch für Samstag ihre Gültigkeit. Laut Stand Samstagnachmittag kamen rund 660 Personen auf das Gelände. Zugleich gab es weitere Absagen: DJane Anna Ullrich teilte auf Instagram mit, dass sie ihren Auftritt abgesagt habe, weil die notwendige Rückmeldung des Veranstalters gefehlt habe.
Erneute Probleme nach Ausfall im Vorjahr
Das Beatpatrol-Festival war bereits im vergangenen Jahr von Schwierigkeiten betroffen. Damals konnte die Veranstaltung gar nicht stattfinden, nachdem die frühere Veranstalterfirma ein Sanierungsverfahren beantragen musste.
Fehlende Toiletten, unvollständige Fluchtwege, mangelnde Barrierefreiheit und unzureichende Kommunikation sind bei einer Veranstaltung mit mehreren tausend erwarteten Besucherinnen und Besuchern keine Nebensachen. Sie betreffen Sicherheit, Hygiene, Zugänglichkeit und das Vertrauen der Gäste.
Quelle: ORF





















































































