Taiskirchen. Das Free Tree Open Air in Taiskirchen im Innkreis musste am Samstagabend nach mehreren Drohanrufen vorübergehend geräumt werden. Gegen 21.40 Uhr gingen beim Veranstalter mehrere Anrufe ein, in denen eine Drohung ausgesprochen wurde. Der Veranstalter informierte daraufhin sofort die Polizei und arbeitete den eigenen Notfallplan ab. Gemeinsam mit den Einsatzkräften wurde entschieden, das Festivalgelände zu räumen.
Innerhalb von nur 20 Minuten verließen rund 3.000 Besucherinnen und Besucher das Gelände. Die Räumung verlief nach Angaben des Veranstalters ruhig und ohne Probleme. Anschließend wurde das Festivalgelände gemeinsam mit der Polizei durchsucht. Verdächtige Gegenstände wurden dabei laut Polizei nicht gefunden. Gegen 1.45 Uhr konnte das Gelände wieder freigegeben werden; der Festivalbetrieb wurde in der Nacht auf Sonntag aufgrund der fortgeschrittenen Uhrzeit jedoch nicht mehr aufgenommen.
Rasche Reaktion verhinderte Chaos
Dass die Räumung geordnet und ohne Panik ablief, spricht für die Vorbereitung des Veranstalters und das besonnene Verhalten der Besucherinnen und Besucher. Gerade bei einer Veranstaltung mit mehreren tausend Menschen ist eine solche Situation eine enorme Herausforderung. Der Vorfall zeigt, wie wichtig funktionierende Sicherheitskonzepte, klare Kommunikation und verantwortungsvolles Handeln aller Beteiligten sind.
Besonders hervorzuheben ist, dass der Veranstalter nicht gezögert hat, sondern unmittelbar die Behörden verständigte und die Evakuierung gemeinsam mit der Polizei durchführte. In einer solchen Lage darf es keine Spekulationen und kein Herunterspielen geben. Der Schutz der Menschen auf dem Gelände musste Vorrang haben.
Festival am Sonntag fortgesetzt
Am Sonntag wurde das Festival fortgesetzt. Der Veranstalter erklärte, gerade jetzt sei es wichtig, ein starkes Zeichen zu setzen und die Veranstaltung gemeinsam weiterzuführen. Zugleich verwies er auf die erheblichen finanziellen Folgen des nächtlichen Abbruchs. Samstagstickets behielten deshalb auch für den Sonntag ihre Gültigkeit.
Das Free Tree Open Air wird vom Kulturverein Kraut und Ruam getragen. Der Verein beschreibt das Festival als ehrenamtlich betriebene Kulturarbeit ohne Gewinngenerierung zur eigenen Bereicherung. Gleichzeitig versucht der Veranstalter nach eigenen Angaben trotz hoher Kosten auf faire und leistbare Preise zu achten.
Vor diesem Hintergrund trifft ein solcher Abbruch nicht irgendeinen anonymen Großkonzern, sondern ein Kulturprojekt, das wesentlich von ehrenamtlicher Arbeit lebt. Die finanziellen Einbußen wiegen daher schwer.
Drohung trifft unabhängige Kulturarbeit hart
Drohungen gegen Veranstaltungen sind keine Kleinigkeit. Sie gefährden Menschen, verunsichern Besucherinnen und Besucher und können für Veranstalter existenzielle Folgen haben. Wer ein Festival mit Drohanrufen lahmlegt, greift nicht nur einen Abend Musik und Begegnung an, sondern auch die Arbeit vieler Menschen, die solche Kulturprojekte oft über Monate hinweg vorbereiten.
Gerade kleinere und unabhängige Festivals stehen ohnehin unter großem Druck: steigende Kosten, hohe Auflagen, Wetterrisiken, Sicherheitsanforderungen und organisatorische Belastungen treffen auf begrenzte finanzielle Mittel. Wenn dann ein Festivalabend aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden muss, kann das für Veranstalter eine erhebliche Belastung bedeuten.
Dass das Festival am Sonntag weitergeführt wurde, war deshalb auch ein wichtiges Signal: Kulturarbeit lässt sich nicht so leicht einschüchtern.
Ermittlungen laufen
Wer hinter den Drohanrufen steckt, ist derzeit offen. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen. Offiziell bekannt ist, dass mehrere Drohanrufe eingingen und das Gelände daraufhin geräumt und durchsucht wurde. Berichte über eine Bombendrohung wurden in einzelnen Medien veröffentlicht, von offizieller Seite zunächst aber nicht näher bestätigt.
Bis zur Klärung gilt es, Spekulationen zu vermeiden. Fest steht: Der Veranstalter reagierte verantwortungsvoll, die Räumung verlief geordnet und das Festival konnte am Sonntag fortgesetzt werden. Für das Free Tree Open Air bleibt dennoch ein bitterer Einschnitt in ein Wochenende, das eigentlich der Musik, Begegnung und gemeinsamen Kultur gewidmet war.
Quelle: Merkur
















































































