Vor 90 Jahren begann mit dem faschistischen Militärputsch der Spanische Krieg. Zehntausende Freiwillige aus aller Welt eilten dem spanischen Volk im Kampf gegen den Faschismus zu Hilfe. Anlässlich des Jahrestages lädt die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) am 12. September zu einer Veranstaltung in Wien. Mit Eva García de Madariaga nimmt auch ein Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei der Arbeiter Spaniens (PCTE) teil.
Am 18. Juli 1936 erhob sich ein Teil des spanischen Militärs unter Führung reaktionärer Generäle gegen die Spanische Republik. Unterstützt wurde der Putsch von der spanischen Großbourgeoisie, den Großgrundbesitzern, der Kirchenhierarchie und reaktionären Teilen des Staatsapparates. Entscheidende internationale Unterstützung erhielten die Putschisten unter Francisco Franco vom faschistischen Italien und vom nationalsozialistischen Deutschland.
Dem Putsch stellte sich der bewaffnete Widerstand der Arbeiterklasse und breiter Teile des spanischen Volkes entgegen. Der folgende Krieg dauerte beinahe drei Jahre. Die PCTE spricht in ihrer Erklärung zum 90. Jahrestag vom „national-revolutionären Krieg“ des spanischen Volkes und betont damit den Klassencharakter des Kampfes. Der Putsch ist die gewaltsame Antwort der herrschenden Klassen auf das Erstarken der Arbeiter‑, Bauern- und Volksbewegung gewesen.
Anlässlich des Jahrestages veranstaltet die Partei der Arbeit Österreichs am Samstag, 12. September 2026, unter dem Titel „90 Jahre Spanischer Krieg: Proletarischer Internationalismus, Volksfront und Revolution“ eine Diskussions- und Gedenkveranstaltung in Wien.
Österreichische Spanienkämpfer und proletarischer Internationalismus
Eine besondere Bedeutung erhielt der Spanische Krieg durch die internationale Solidarität mit dem antifaschistischen Kampf. Zehntausende Freiwillige aus zahlreichen Ländern schlossen sich den Internationalen Brigaden an und kämpften auf Seiten der Spanischen Republik. Auch Hunderte Österreicher beteiligten sich am Kampf gegen den Faschismus.
Über die österreichischen Freiwilligen im Spanischen Krieg wird Otto Bruckner, Vorsitzender der Partei der Arbeit Österreichs, sprechen. Im Rahmen der Veranstaltung werden außerdem kurze Biografien österreichischer Spanienkämpfer vorgestellt. Der Einsatz der Internationalen Brigaden steht bis heute als herausragendes Beispiel des proletarischen Internationalismus.
Eva García de Madariaga über die Lehren des Spanischen Krieges
Mit Eva García de Madariaga, Mitglied des Politbüros der Kommunistischen Partei der Arbeiter Spaniens (PCTE), nimmt auch eine Vertreterin der spanischen kommunistischen Bewegung an der Veranstaltung teil. Sie wird über die Geschichte des Spanischen Krieges und die Schlussfolgerungen sprechen, welche die PCTE aus dem historischen Kampf zieht.
In ihrer Erklärung zum 90. Jahrestag des faschistischen Putsches wendet sich die PCTE gegen die Darstellung des Krieges als bloße „Tragödie zwischen Brüdern“, für die letztlich beide Seiten gleichermaßen verantwortlich gewesen seien. Der Krieg kann nicht losgelöst vom Klassenkampf und von den gesellschaftlichen Auseinandersetzungen der damaligen Zeit verstanden werden.
Gleichzeitig verbindet die PCTE die Würdigung des heroischen antifaschistischen Kampfes mit einer kritischen Auseinandersetzung mit dessen Strategie. Die Erfahrungen des Krieges hatte nicht nur gezeigt, zu welchen Leistungen die organisierte Arbeiterklasse unter schwierigsten Bedingungen fähig war. Sie hat nach Auffassung der PCTE auch die Grenzen einer Strategie sichtbar gemacht, die im Namen der antifaschistischen Einheit die politische Selbstständigkeit der Arbeiterklasse Bündnissen mit Teilen der Bourgeoisie unterordnete.
Erinnerung und gegenwärtiger Kampf
Für die PCTE ist die Auseinandersetzung mit dem Spanischen Krieg zugleich eine Auseinandersetzung um die Gegenwart. Sie warnt davor, Antifaschismus auf staatliche Gedenkveranstaltungen oder eine abstrakte Verurteilung des historischen Faschismus zu reduzieren.
Dabei stellt die Kommunistische Partei der Arbeiter Spaniens auch einen Zusammenhang zwischen Reaktion, Militarisierung und imperialistischem Krieg her. Angesichts steigender Militärausgaben, der Aufrüstung der NATO-Staaten und wachsender internationaler Spannungen mus der proletarische Internationalismus erneut praktische Bedeutung erhalten. Die Erinnerung an die Kämpferinnen und Kämpfer von 1936 darf daher nicht bei der historischen Würdigung stehenbleiben.
Die Wiener Veranstaltung soll entsprechend nicht nur der Erinnerung an jene dienen, die vor 90 Jahren gegen den Faschismus kämpften. Gemeinsam soll darüber diskutiert werden, welche Lehren aus ihren Erfahrungen für den proletarischen Internationalismus und den Kampf der Arbeiterklasse in der Gegenwart gezogen werden können. Ein kultureller Rahmen ergänzt das Programm.
90 Jahre Spanischer Krieg: Proletarischer Internationalismus, Volksfront und Revolution
Samstag, 12. September 2026, 18.00 Uhr
Das freie Wort – offener Debattenraum
Rögergasse 24–26/2, 1090 Wien





















































































