Am vergangenen Wochenende fand nach einer einjährigen Pause die vierte Sommerschule der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) im oberösterreichischen Freistadt statt. In der Mühlviertler Stadtgemeinde, die bereits ab dem Jahre 1220 planmäßig angelegt wurde, fand das Seminar in der schönen Altstadt statt.
Inhaltlich eröffnet wurde die Sommerschule in diesem Jahr durch den Vorsitzenden der PdA, Otto Bruckner. Anlässlich des Jahrestages des Spanienkrieges beschäftigte er sich mit den Österreicherinnen und Österreichern im spanischen Bürgerkrieg. Er ging darauf ein, dass nach einem Beschluss der Kommunistischen Internationale 1936 internationale Freiwilligenverbände zur Verteidigung der Spanischen Republik aufgestellt wurden. Nachdem er auf Zahlen und Fakten zu den rund 1.400 österreichischen Freiwilligen, die 1936–1939 in Spanien kämpften, sowie auf deren Vorgeschichte eingegangen war, widmete er sich anhand einzelner beeindruckender Biographien – u. a. von Franz Honner, Max Baier und Max Stern – dem Kampf und den Bedingungen, unter denen dieser geführt wurde. Im Juni 1937 wurde ein eigenes österreichisches Bataillon aufgestellt, das in Anlehnung an die Februarkämpfe von 1934 den Namen „12. Februar“ trug. Bruckner berichtete auch davon, wie sich die Internationalisten auf den Weg nach Spanien machten, denn schon dieser barg einige Gefahren, und wie tapfer sie vor Ort ihr Leben im Kampf gegen den Faschismus riskierten. Auffällig bei den Biographien der österreichischen Spanienkämpfer ist deren große Willensstärke. Nachdem viele von ihnen bereits 1934 im Bürgerkrieg gekämpft hatten, gingen sie, gestählt durch diesen Kampf, 1936 nach Spanien, um den Faschisten die Stirn zu bieten, und kehrten 1939 in den Widerstand gegen den deutschen Faschismus zurück – an der Seite von Partisaninnen, Widerstandsgruppen und der Roten Armee. Einige ließen in diesen Kämpfen ihr Leben, andere blieben nach dem Sieg über Hitlerdeutschland in den Reihen der KPÖ oder auch in der DDR politisch aktiv.
Am Abend gab es dann „Das große Sommerschul-Pubquiz“ zu den Themen: „Grundlagen des wissenschaftlichen Beislkommunismus“, „Revolution für Fortgeschrittene“, „Rot-weiß-rote Klassenkämpfe“, „Proletarier aller Länder – jetzt wird’s ernst“ sowie „Überbau und Boulevard“. Die vier Teams lieferten sich ein Kopf an Kopf rennen und die Gewinner, das Team „Dialektische Materialschlacht“, lag mir nur einem Punkt vorne.
Nach der gelungenen Eröffnung begann der zweite Tag mit einem Workshop zum Thema „Künstliche Intelligenz im Imperialismus – Monopole, Ausbeutung und Perspektive“, den Raffael Schöberl, Sprecher der Partei in Oberösterreich, hielt. Er entfaltete eine historisch-materialistische Analyse des Nutzens und der Grenzen der Technologie und machte deutlich, wie diese unter den gegebenen Eigentumsverhältnissen und in der gegenwärtigen Produktionsweise wirkt und von den unterschiedlichen Klassen genutzt werden kann. Es wurde diskutiert, dass Arbeitskraft nicht ersetzt werden wird und die aktuellen Stellenabbauten, die teilweise mit KI in Verbindung gebracht werden, vor allem Ausdruck der zunehmenden imperialistischen Krise sind. Schöberl ging auch auf die großen ökonomischen Abhängigkeiten im Bereich neuer Technologien ein und betonte: Es gibt keine kommunistische Lagerlogik – der Imperialismus ist kein Fußballspiel, und wir stellen uns auf keine Seite außer der der Arbeiterklasse. Außerdem diskutierten die Teilnehmenden den Einsatz der neuen Technologien im Bereich des Krieges sowie die Perspektiven dieser Technik im Sozialismus.
Im Anschluss gab es zwei Praxisworkshops zum „Schreiben für die Massen“, also zum zielgerichteten Schreiben für bestimmte Zwecke, und zur Frage „Werbung für die Revolution?“, in dem Agitation und Propaganda anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und internationaler Beispiele diskutiert wurden. Im Anschluss an die Praxisworkshops gab es einen Capture-the-Flag-Wettkampf als Sportturnier, damit auch die Bewegung nicht zu kurz kommt. Zum Abschluss des Tages sangen die Teilnehmenden gemeinsam mit Chris 4er Peterka Arbeiterlieder und schlossen den Abend mit der Internationale.
Der dritte Tag wurde mit einem Workshop zum Thema „Wie wurden Marx und Engels zu Kommunisten?“ eröffnet. Das langjährige Mitglied der Partei der Arbeit, Christian Peterka, leitete die Einheit. Er zeichnete die biographischen Stationen nach und vermittelte in diesem Zusammenhang nicht nur die Grundlagen der Entwicklung und Ausgestaltung der marxistischen Philosophie, sondern auch viele Details und Kontextinformationen, die verdeutlichen, welche wissenschaftlichen und materiellen Grundlagen die Basis für die Entwicklung der Quellen und Bestandteile des Marxismus bildeten. So vermittelte er den Teilnehmenden Einsichten, die sich gut im Gedächtnis verankerten und ein Verständnis nicht nur für die Vordenker, sondern auch für die Theorie und deren Anwendung selbst schufen.
Nach der Mittagspause und neuerlichem Freizeitprogramm schloss der Tag mit einem Workshop zum Thema „Imperialismus: Kriege und Konflikte weltweit und die Rolle von Fonds und Konzernen sowie der KPs vor Ort“, den Lukas Haslwanter, der stellvertretende Vorsitzende der PdA, leitete. Den Einstieg machte er mit einem Input zum österreichischen Imperialismus. Er ging auf die Einflusssphären des Monopolkapitals und die Grenzen der Macht in innerimperialistischen Auseinandersetzungen ein. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden ausgewählte Texte zum Imperialismusverständnis sowie dessen Ausgestaltung und innerimperialistische Konflikte in Lateinamerika, dem Nahen Osten, Pakistan und im Zusammenhang mit seltenen Erden.
Außerdem brachten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Solidarität mit dem kubanischen Volk zum Ausdruck und machten anlässlich des 100. Geburtstags von Fidel Castro eine Transpi-Aktion. Den letzten Tag begingen einige Teilnehmende mit einer Wanderung im Mühlviertel, bevor die Sommerschule nach einer Abschlussrunde mit einem gemeinsamen Mittagessen zu Ende ging.





























































































