Am 27. Juni organisiert die Partei der Arbeit Österreichs eine Parteikonferenz über die Arbeit und Organisierung der Kommunistinnen und Kommunisten am Arbeitsplatz, im Betrieb und der Gewerkschaft. Im Vorfeld wird in den Grundorganisationen und in der Zeitung der Arbeit über Ansätze, Methoden und Erfahrungen diskutiert.
Für die Kommunistische Partei der Arbeiter Spaniens (PCTE) ist der Wiederaufbau der kommunistischen Organisation an den Arbeitsstätten ein zentrales strategisches Anliegen. Die Arbeiterklasse ist das revolutionäre Subjekt. Die Politik, die wir in unseren jüngsten Entscheidungsprozessen als „Arbeiterwende“ bezeichnet haben, stützt sich auf ein grundlegendes Verständnis des Marxismus und die Untersuchung der historischen Entwicklung des Kapitalismus – der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit kommt am unmittelbarsten im Produktionsprozess zum Ausdruck, und genau dort konstituiert sich die Arbeiterklasse als soziale Kraft, die zu einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft fähig ist. In ihrer letzten Entwicklungsphase begünstigt das imperialistische Kräfteverhältnis die opportunistische Vorherrschaft innerhalb der Arbeiterbewegung. Dies erfordert das Beharren auf der tiefen Verwurzelung der Partei, auf der Avantgarde-Organisation, die in der Lage ist, die potenziell revolutionären Ausdrucksformen der Klasse an den Nervenzentren der gesellschaftlichen Produktion zu vereinen und zu leiten – dort, wo die Klasse objektiv als solche Gestalt annimmt und wo sich auch die Notwendigkeit des Aufbaus neuer Formen der gesellschaftlichen Organisation zeigt.
Jahrzehntelang führte der Einfluss des Eurokommunismus – als eine besondere Form der Konterrevolution und des Opportunismus innerhalb der kommunistischen Bewegung – zu einer schrittweisen Abkehr der Parteien von den Hauptbereichen des Lebens und der Organisation der Arbeiterklasse. Die Aufgabe der organisierten Präsenz in Fabriken, Logistikzentren, Büros und anderen Produktionsstätten ging mit einer zunehmenden Unterordnung der Parteistrukturen unter institutionelle und parlamentarische Aktivitäten einher. Infolgedessen verlor die kommunistische Organisation ihren Einfluss dort, wo die kollektiven Erfahrungen entstehen, die die Entwicklung des Klassenbewusstseins fördern.
Deshalb ist der Wiederaufbau kommunistischer Zellen und Organisationen an den Arbeitsstätten für unsere Partei weder eine taktische noch eine situationsbedingte Frage. Er ist der Kern einer zeitgemäßen revolutionären Strategie, die zur Wiederherstellung der organischen Verbindung zwischen der Partei und der Arbeiterklasse führt. Betriebliche und arbeitsplatzbezogene Zellen sind die Organisationsform, die ein ständiges Eingreifen in die alltägliche Realität der Arbeiterinnen und Arbeiter, die politische Aufwertung ihrer Kämpfe und die Verknüpfung ihrer unmittelbaren Forderungen mit der Perspektive einer sozialistischen Umgestaltung der Gesellschaft ermöglicht.
Die kommunistische Arbeit an den Arbeitsstätten
Wir halten die Intervention am Arbeitsplatz für entscheidend, da dies die Orte sind, an denen die Arbeiterklasse objektiv durch den Produktionsprozess selbst organisiert ist. Die größten Konflikte, die sich aus der kapitalistischen Ausbeutung ergeben, und auch die größten Chancen für die Entwicklung kollektiven Handelns entstehen dort.
Jede Betriebsgrupp beginnt in der Regel damit, dass ein oder mehrere Genossen an einem bestimmten Arbeitsplatz präsent sind. Wir gehen von einem einfachen Slogan aus: „Die Partei ist überall dort, wo ein Kommunist oder eine Kommunistin ist“. Selbst wenn noch keine Zelle existiert, handelt der Genosse oder die Genossin weder individuell noch isoliert, sondern als Teil einer kollektiven Organisation. Die Basiszelle und die übergeordneten Gremien sind dafür verantwortlich, die politische Führung, die Begleitung und die Einbindung der Arbeit des Genossen oder der Genossin in die allgemeine Strategie der Partei sicherzustellen.
Die Hauptaufgabe der Kommunistinnen und Kommunisten an den Arbeitsplätzen besteht darin, stabile Bindungen zu den Arbeitenden aufzubauen, die bestehenden konkreten Ausbeutungsverhältnisse zu kennen, in Arbeitskonflikte einzugreifen, die kollektive Organisation zu fördern und das politische Bewusstsein der fortschrittlichsten Teile der Klasse schrittweise zu heben.
Erst wenn ein oder zwei Genossen an einem Arbeitsplatz präsent sind, besteht die Priorität darin, die Kontinuität der Intervention sicherzustellen. In solchen Situationen ist es für die Parteiorganisation besonders wichtig, Anleitung zu geben, den Erfahrungsaustausch zu fördern, politische und gewerkschaftliche Schulungen anzubieten sowie konkrete Arbeitsziele festzulegen, die an die tatsächlich bestehenden Bedingungen angepasst sind.
Die künftige Gründung einer Betriebszelle sollte nicht als Ausgangspunkt verstanden werden, sondern als Ergebnis eines Prozesses der Kräftebündelung. Der Aufbau einer kommunistischen Organisation an den Arbeitsplätzen erfordert Geduld, Kontinuität und ein langfristiges Verständnis der revolutionären Aufgaben.
Das Verhältnis zwischen Parteizellen und gewerkschaftlicher Intervention
Eine der häufigsten Diskussionen bei der Organisation der kommunistischen Arbeit am Arbeitsplatz betrifft das Verhältnis zwischen der Partei und der Gewerkschaft. Für uns ist gewerkschaftliche Intervention ein grundlegendes Instrument, aber die Gewerkschaft ist kein Selbstzweck. Unser strategisches Ziel ist der Ausbau der Organisation und des Einflusses in der Arbeiterklasse am Arbeitsplatz. Gewerkschaftliche Aktivitäten sollten zu diesem allgemeinen Ziel beitragen.
Die Partei und die Gewerkschaft spielen unterschiedliche Rollen. Gewerkschaften organisieren in erster Linie den wirtschaftlichen Kampf der Arbeiter und Arbeiterinnen, die Verteidigung ihrer Arbeitsbedingungen und den Widerstand gegen die Angriffe der Bosse. Die Kommunistische Partei hat eine umfassendere politische Rolle: Sie trägt zur Entwicklung des revolutionären Bewusstseins der Arbeiterklasse bei, verbindet Teilkämpfe mit den allgemeinen Zielen der gesellschaftlichen Umgestaltung und bereitet die Voraussetzungen für die revolutionäre Überwindung des Kapitalismus vor. Eine Verwechslung dieser beiden Rollen führt zur gewerkschaftlichen Engstirnigkeit und deren Einschränkung der Handlungsfähigkeit sowie zum Verlust der politischen Unabhängigkeit der Partei.
Deshalb unterscheiden wir in der Regel zwischen der „direkten Intervention [der Partei]“ und der „[gewerkschafts-]vermittelten Intervention [die aber auch eine Intervention der Partei ist]“. Die direkte Intervention ist jene, die von der Partei mit ihren eigenen Strukturen, Mitteln, Aktivistinnen und Aktivisten sowie Zellen an den Arbeitsstätten durchgeführt wird. Die vermittelte Intervention ist jene, die über Gewerkschaften und andere Massenstrukturen erfolgt, an denen Kommunistinnen und Kommunisten mitwirken.
Beide Formen der Intervention sind notwendig und ergänzen sich. Die vermittelte Intervention kann jedoch niemals den Aufbau unserer eigenen Parteiorganisation ersetzen. Wo immer das geschieht, läuft die Partei Gefahr, sich in fremden Strukturen aufzulösen und die Fähigkeit zur politischen Führung zu verlieren. Daher ist es für die Partei wichtig, ihre Präsenz in der Arbeiterklasse durch Betriebs- und Arbeitsplatzzellen zu organisieren, unabhängig von ihren übergeordneten Führungsgremien.
Parteiführung bei der Intervention an Arbeitsstätten
Der Aufbau einer kommunistischen Organisation am Arbeitsplatz erfordert eine bewusste politische Führung. Betriebszellen dürfen nicht als isolierte Experimente entwickelt werden, losgelöst von der allgemeinen Strategie der Partei. Das Hauptanliegen liegt nicht in der konkreten Form der Organisationsmechanismen, sondern in der Gewährleistung mehrerer Grundprinzipien.
Erstens sollten die bestehenden Strukturen an den Arbeitsstätten Teil der allgemeinen Parteiorganisation sein und nach einer gemeinsamen politischen Führung handeln.
Zweitens sollte die Parteiführung die ständige Unterstützung der Genossinnen und Genossen gewährleisten, die ihre Arbeit an den Arbeitsstätten verrichten. Dies bedeutet politische Führung, Schulung, Erfahrungsaustausch und regelmäßige Bewertung der durchgeführten Maßnahmen durch die verschiedenen Mechanismen, die die Partei zu diesem Zweck schafft.
Schließlich ist die Entwicklung von Überwachungsmechanismen unerlässlich, die es ermöglichen, die konkrete Realität der verschiedenen Produktionssektoren zu erfassen, Fortschritte und Schwierigkeiten zu bewerten und die Aufgaben an die bestehenden Bedingungen anzupassen.
Die historische Erfahrung der kommunistischen Bewegung zeigt, dass die Fähigkeit zur politischen Führung der Arbeiterklasse in hohem Maße von der Existenz kommunistischer Organisationen mit einer soliden Verankerung dort abhängt, wo die kapitalistische Ausbeutung tagtäglich stattfindet. Der Wiederaufbau einer solchen organisierten Präsenz ist eine komplexe Aufgabe, deren Umsetzung noch aussteht, aber sie ist auch eine wesentliche Voraussetzung für jede konsequente revolutionäre Strategie.

















































































