Ein desaströses Bild geben die Spitzen der Gewerkschaften PRO-GE und GPA beim KV-Abschluss für die chemische Industrie ab. Sie ordneten sich den Konzernbossen unter und stimmten einem Reallohnverlust zu.
Wien. Ein immer wiederkehrendes Trauerspiel boten die Gewerkschaftsspitzen der PRO-GE und der GPA beim KV-Abschluss der 50.000 Beschäftigten in der chemischen Industrie. Ähnlich wie schon in der Metallindustrie im Herbst wurde wieder einmal ein Abschluss weit unter der maßgeblichen Inflationsrate getätigt. Die IST-Löhne und ‑Gehälter steigen um 1,8 Prozent, maximal aber um 100 Euro. Dazu kommt eine Einmalzahlung von 300 Euro oder ein zusätzlicher freier Tag. Die KV-Löhne und ‑Gehälter werden um 2 Prozent erhöht, Lehrlinge erhalten ebenfalls 2 Prozent mehr. Die Gewerkschaften waren mit einer Forderung von 3,5 Prozent in die Verhandlungen gegangen, reduzierten schon im Vorfeld auf 3 Prozent, um dann schließlich diesem miesen Ergebnis zuzustimmen. Die Unternehmerseite hat acht Verhandlungsrunden lang provoziert. Die Kolleginnen und Kollegen in den Betrieben zeigt sich kampfbereit und ließen sich auch durch Drohungen der Konzernbosse nicht einschüchtern. Aber die Führung hatte wohl wieder einmal Angst vor echten Streiks und bescherte den Arbeiterinnen, Arbeitern und Angestellten einen satten Reallohnverlust. Und das in einer Zeit, in der die Teuerung ohnehin weiter anzieht.
Selbstorganisation der Arbeiterklasse nötig
Dieses Ergebnis ist ein weiteres Zeichen dafür, dass die Arbeiterklasse ihre Stärke erkennen und sich selbst organisieren muss, wenn sie nicht weiter von den „Sozialpartnern“ verkauft und verraten werden will. In einer Solidaritätserklärung mit den Kolleginnen und Kollegen der chemischen Industrie schrieb die Partei der Arbeit: „Wir können den Kolleginnen und Kollegen nur raten, sich nicht von den Arbeiteraristokraten einbremsen zu lassen, und die Provokation der Industrievertreter mit einem unbefristeten Streik zu beantworten“. Dann hätte es mit Sicherheit ein anderes Ergebnis gegeben.
Ein etwas besseres Ergebnis hatte diese Woche die Gewerkschaft Bau-Holz zu vermelden. Mit einem durchschnittlichen Plus von 3,5% quer durch alle Branchen-KVs der Bauindustrie- und Gewerbe konnte zumindest die Kaufkraft der Kolleginnen und Kollegen gesichert werden. Ein Grund zum Jubeln ist das auch nicht, denn einen – auch nur kleinen – Anteil an den sagenhaften Gewinnen der Bauindustrie erreichte auch die GBH nicht.





















































































