Vor 18 Jahren kaufte Google das etwa 50 Hektar große Areal in Kronstorf. Mit der geplanten Einführung des Industriestrompreises begann Google im April dieses Jahres den Bau eines neuen Rechenzentrums. Nach der Fertigstellung soll das Rechenzentrum deutlich mehr Strom als alle Privathaushalte Oberösterreichs zusammen verbrauchen. Auch der Wasserverbrauch pro Sekunde des Rechenzentrums ist vergleichbar mit dem Tagesverbrauch einer Privatperson.
Im Jahr 2008 hat Google in Kronstorf eine Fläche von etwa 75 Hektar gekauft, mittlerweile hat Google Teile davon wieder verkauft und besitzt etwa 50 Hektar. Seit dem Kauf vergingen fast zwei Jahrzehnte ohne Nutzung durch Google, im April dieses Jahres begannen jedoch die Bauarbeiten für ein neues Rechenzentrum. Es ist naheliegend, dass Google sich Förderungen von der EU und Österreich erhofft. Denn die EU will ihre KI-Fähigkeiten ausbauen und Österreichs Regierung hat in der Industriestrategie Österreich 2035 angegeben Industriestromförderung in der Höhe von 250 Millionen Euro zu budgetieren.
Mit einem geplanten Stromverbrauch von bis zu 500 Megawatt (MW) bzw. einem Jahresverbrauch von 4,4 Terrawattstunden (TWh) kann Google von einer Industriestromförderung immens profitieren. Zum Vergleich: Der gesamte Stromverbrauch aller privaten Haushalte in Oberösterreich, also einer Bevölkerung von 1,5 Millionen Menschen, betrug im Jahr 2024 3,72 TWh. Hiermit ist auch die Leier von der Standortpolitik entlarvt. Während für die arbeitende Bevölkerung kein Geld für Förderungen da ist und immer mehr Sozialleistungen gekürzt werden, erhalten große Unternehmen, wie bald auch Google, aus unsrer Arbeit finanzierte Förderungen.
Rechenzentren brauchen jedoch nicht nur Unmengen an Strom, sondern auch Wasser zur Kühlung. Dies zeigte auch kürzlich die Wasserknappheit in Jülich. In diesem Fall erhielt Google die Genehmigung, bis zu 99 Liter Wasser pro Sekunde durch Brunnen aus dem Grundwasser zu entnehmen und das Warmwasser anschließend in die Enns zu leiten. Zum Vergleich: Eine in Oberösterreich lebende Person braucht im Durchschnitt 130 Liter Wasser pro Tag. Das Rechenzentrum würde somit gleich viel Wasser verbrauchen wie etwa 66.000 Personen. Erst gestern berichtete das Umweltministerium, dass 90 Prozent der Grundwasserspiegel in Österreich derzeit niedrig oder sehr niedrig sind. Als vermeintliche Lösung präsentiert wird die Einführung von Poolgebühren sowie der Aufruf an die Bevölkerung, Wasser zu sparen. Für Google gelten derartige Maßnahmen und Aufrufe selbstverständlich nicht, denn für die österreichische Regierung ist Wasser kein Gemeingut, sondern eine Ressource, die möglichst profitabel verwertet werden soll.
Die „Bürgerinneninitiative Rechenzentrum Kronstorf“ protestierte gestern gegen das Google-Rechenzentrum. Zentrale Kritikpunkte waren die Bodenversiegelung, der Stromverbrauch sowie mangelnde Transparenz.
Quellen: ORF / ORF / Land Oberösterreich / DerStandard / Bundeskanzleramt / Bundeskanzleramt



















































































