Linz. Die letzte Hitzewelle seit Mitte Juni hat erneut die Auswirkungen der globalen Klimakrise auch in Linz deutlich gemacht. Gerade stark bebaute Gebiete, wie die Innenstadt oder auch das Industriegebiet erhitzen sich schneller als andere Bereiche. Diese kühlen auch in der Nacht nicht ab und durch das Linzer Temperaturmessnetz konnte erhoben werden, dass diese Gebiete im Schnitt um sechs Grad wärmer sind als jene am Stadtrand. Es zeigt sich auch, wenig überraschend, dass Stadtteile mit mehr Grünflächen, wie beispielsweise der Pöstlingberg schneller und wirksamer abkühlen.
Das ‚Klimadashboard.at‘ zeigt eine beunruhigende Datenlage. So hat es bis 11.07.2026 schon 43 Sommertage (mindestens 25 Grad), 19 Hitzetage (mindestens 30 Grad) und vier Wüstentage (mindestens 35 Grad) dieses Jahr gegeben. Insgesamt lässt sich feststellen, dass die heißen Tage über die letzten Jahrzehnte im Vergleich zum Zeitraum 1961–1990 stark angestiegen sind; die Frosttage, also Tage, in denen die Temperatur zwischenzeitlich unter 0 Grad sinkt, hat abgenommen. Das Jahr 1996 markiert dabei das letzte Jahr der Stadt Linz bisher, welches mit ‑0,6 Grad kälter war als der historischen Durchschnitt (1961–1990). Seitdem steigen die Temperaturen der Stadt stetig; das Jahr 2010 mit der niedrigsten Steigung mit +0,5 Grad Celsius und das Jahr 2018 mit einstweilen dem höchsten Anstieg von +4,6 Grad.
Besonders betroffen von starker Hitze sind gerade Kinder und ältere Menschen, aber auch Personen mit psychischen und körperlichen Beeinträchtigungen, mit chronischen Erkrankungen oder Obdachlose. Hitze betrifft jedoch jede und jeden und stellt große Belastungen dar. Weswegen die Stadt Linz natürlich auch Tipps für solch heiße Tage bietet. Beispielsweise soll man sich zwischen 15 und 18 Uhr – die heißesten Stunden des Tages – nicht draußen aufhalten und wenn, dann im Schatten. Das ist natürlich für jeden machbar, man arbeitet ja am Nachmittag nicht mehr. Auch soll man sich vordergründig in kühler und klimatisierter Umgebung aufhalten, körperlich anstrengende Tätigkeiten meiden und auch immer wieder Pausen machen. Ganze 14 Prozent der Linzer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeiten jedoch regelmäßig unter freiem Himmel, die Tipps der Stadt dabei einzuhalten erweist sich als schwierig. Das Unfallrisiko steigt, die Gesundheitsbedingungen werden schlechter und auch der Arbeits- und Zeitdruck werden immer höher.
Doch die Stadt Linz versucht den veränderten Bedingungen standzuhalten und hat deswegen letztes Jahr die Website ‚cooleslinz.at‘ ins Leben gerufen. Dabei sind Orte aufgelistet, welche als Rückzugsplätze gegen die Hitze dienen sollen. Mitunter die Johannes-Kepler-Universität, das Brucknerhaus, viele Kirchen und auch Volkshilfe-Shops. Aber auch Kinderangebote, Badeplätze und Parks sind ersichtlich. Unter den „Coolen Orten Indoor“ befinden sich neben Kirchen und das kostenpflichtige Ars Electronica Center auch der Hauptbahnhof. Die Stadt schreibt selbst auf ihrer Homepage immer wieder von Klimaanpassung und der Stärkung der Klimaresilienz. Dafür wird seit neuestem auch KI eingesetzt, vor allem bei der Planung von Baumbepflanzungen, da diese als natürliche Klimaanlagen gelten. Dies ist insofern spannend, da es verdeutlicht, wie die Bearbeitung der ökologischen Krise ökonomisiert wird und Strategien der Bekämpfung selbst in das Wachstumsimperativ eingebunden sind. Dabei sind Entwicklungen solcher Strategien jedoch stets in wissenschaftlichen und politischen Debatten eingebunden. Erst vergangenes Wochenende beispielsweise beschloss der Nationalrat, es solle Einsparungen bei der sogennanten grünen Transformation – die vielfach ohnehin Augenwischerei ist – sowie des Klimatickets geben. Dieses gesparte Geld kann dann für die Aufrüstung genutzt werden, so soll das Verteidigungsbudget 2027 um 8,1 Prozent auf 5,15 Milliarden Euro steigen.
Quellen: ORF/Linz/klimadashboard/cooleslinz/Parlament/OÖN/Schneider & Syrovatka





















































































