Bamako. Khartum. Im Norden Malis ist am Donnerstag ein Konvoi der malischen Armee und des russischen Afrika-Korps angegriffen worden. Nach Angaben mehrerer mit dem Vorfall vertrauter Personen bekannte sich die von Tuareg geführte Rebellengruppe Befreiungsfront von Azawad (FLA) zu dem Angriff. Der Konvoi war auf dem Weg in die Stadt Anefis, als er unter Beschuss geriet.
Vor wenigen Tagen starteten die Rebellen und ihre Verbündeten koordinierte Angriffe in Mali und brachten Anefis unter ihre Kontrolle, ein wichtiges Gebiet für den Erhalt der strategisch wichtigen Stadt Kindal im Norden des Landes.
Einer der Informanten erklärte, der Konvoi habe mehr als 200 Kämpfer des russischen Afrika-Korps sowie über 100 malische Soldaten umfasst. Demnach habe das Nachbarland Niger Luftunterstützung geleistet. Offizielle Stellungnahmen der Regierungen oder Streitkräfte Malis und Nigers lagen zunächst nicht vor.
In Mali unterstützt Russland über das Afrika-Korps, das die Wagner-Gruppe abgelöst hat, die Regierungen von Mali, Burkina Faso und Niger und verfolgt damit zugleich den Ausbau seiner wirtschaftlichen und geopolitischen Position, unter anderem im Energie- und Bergbausektor. Gleichzeitig werfen sich die konkurrierenden Machtblöcke gegenseitig Einmischung und Unterstützung bewaffneter Gruppen vor. So beschuldigt Russland westliche Staaten, vor allem Frankreich und die Ukraine, zur Destabilisierung der Sahelregion beizutragen, während westliche Staaten ihrerseits den russischen Einfluss als Bedrohung darstellen.
Sudan: Ägypten greift Bergleute an
Nach Informationen von Reuters hat das sudanesische Militär den vollständigen Rückzug der paramilitärischen RSF aus sämtlichen von ihr kontrollierten Städten zur zentralen Voraussetzung für die Zustimmung zu einem US-Vorschlag gemacht. Der im vergangenen Monat vorgelegte Plan sieht zunächst eine sofortige 90-tägige Waffenruhe vor. Daran sollen Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand sowie später Wahlen anschließen.
Der den von der Armee gestützten Behörden übermittelte Vorschlag sah zudem einen unter der Schirmherrschaft der Vereinten Nationen eingerichteten Mechanismus vor, der einen begrenzten Rückzug der RSF-Kräfte unterstützen sollte. Den Reuters vorliegenden Dokumenten zufolge stimmte die sudanesische Regierung den meisten Punkten des Vorschlags zu, lehnte jedoch den vorgesehenen teilweisen Rückzug ab. Stattdessen forderte sie den vollständigen Abzug der RSF aus allen seit dem 11. Mai 2023 besetzten Städten.
Ein hochrangiger Vertreter der RSF erklärte gegenüber Reuters, die Gruppe habe den neuen US-Vorschlag erhalten, begrüße ihn grundsätzlich positiv und habe bereits eine schriftliche Stellungnahme übermittelt. Weitere Einzelheiten nannte er jedoch nicht.
Zuvor hatten ägyptische Streitkräfte bei einem Angriff nahe der gemeinsamen Grenze mehrere sudanesische Bergleute getötet. Die kommunistischen und Arbeiterparteien verurteilten diesen Angriff in einer gemeinsamen Erklärung und verkünden ihre Solidarität mit den Familien der Getöteten. Sie machen den ägyptischen Staat für die Aggression und Verletzung der Souveränität des Sudan sowie die De-facto-Behörden in Port Sudan für ihr Versagen beim Schutz der Bevölkerung und der Sicherung nationaler Ressourcen verantwortlich.
Der Konflikt im Sudan dreht sich um die Kontrolle und Verteilung der dortigen Bodenschätze sowie um die geopolitische Stellung des Landes. Die blutigen Auseinandersetzungen im Sudan und in Mali sind Teil eines umfassenderen Konflikts in der Sahelzone, in dem euroatlantische Monopolinteressen auf jene von Russland, China und anderer Regionalmächte treffen.
Quellen: Die Presse/Partei der Arbeit/902.gr/902.gr




















































































