In zwei Tagen griffen US-Luftangriffe 170 Ziele im Iran an – 90 davon allein in ihrer zweiten Angriffswelle in der Nacht zum Donnerstag. Diese Eskalation erfolgte während der Trauerfeierlichkeiten für den ehemaligen iranischen Obersten Führer Ali Chamenei. US-Präsident Donald Trump erklärte die vereinbarte Waffenruhe für beendet. Israel schaltete sich mit eigenen Drohungen in die Eskalation ein.
Teheran/Washington. Angeblich als Reaktion auf iranische Angriffe auf US-amerikanische Schiffe in der Meeresenge von Hormus griffen die USA nun zwei Tage hintereinander unterschiedliche militärische und wichtige infrastrukturelle Ziele im Iran an. Bei den 170 Angriffen wurden vor allem Hafenstädte im Süden des Landes ins Visier genommen. Laut dem iranischen Gesundheitsministerium starben dabei bereits 14 Menschen, 78 wurden verletzt. Im Nordiran wurde zudem eine Eisenbahnbrücke gesprengt, die das Land mit China und Russland verband. Die iranische Revolutionsgarde antwortete auf diese Luftschläge mit eigenen Angriffen auf Militärbasen in Kuwait, Katar und Bahrain.
Der Krieg zwischen dem Iran und den USA dauert nun schon seit rund 500 Tagen an. Seit April herrscht eine äußerst instabile Waffenruhe, die mehrfach von beiden Seiten gebrochen wurde. Vor allem der Streit um die Einnahme der strategisch und ökonomisch wichtigen Meeresenge bei Hormus schürt weiteres Kriegsfeuer. Die Meeresstraße diente bereits in der Vergangenheit als Zündschnur für weitere Eskalationen zwischen den beiden Ländern. Nach diesen Angriffswellen ist die Straße nun fast vollständig geschlossen. Am 8. Juli erklärte Trump die Waffenruhe offiziell für beendet und möchte neue Abkommen schließen lassen.
Auch Israels Verteidigungsminister Israel Katz mischt sich in die Eskalation ein. So erklärte er, dass die israelische Luftwaffe jeden Ort erreichen könne, „vom Jemen bis zum Iran“. Israel, das an der Operation beteiligt war, bei der Ali Chamenei getötet wurde, setzt sich nun in höchste Alarmbereitschaft, um im Falle eines Angriffs des Iran auf Israel direkt reagieren zu können. Dafür sollen Hunderte Flugzeuge für sofortige Einsätze bereitstehen. Katz kündigte an, bei Bedarf ein drittes Mal mit noch größerer Kraft angreifen zu können.
Der erneute Bruch und die anschließende Auflösung der Waffenruhe lassen eine weitere Ausweitung des Konflikts befürchten. Durch die massiven US-Luftangriffe, die iranischen Vergeltungsschläge und die offenen Drohungen Israels rückt auch eine direkte militärische Konfrontation mehrerer Staaten im Nahen Osten näher. Während diplomatische Bemühungen derzeit weitgehend zum Erliegen gekommen sind, verschärft sich zugleich die humanitäre Lage in der Region.
Quellen: ORF/Il Fatto Quotidiano/AJ




















































































