Mit Trauerreden des Vorsitzenden der Jugendfront, Moritz Pamminger, des Jugendfreundes von Tibor Zenker, Stefan Kopetzky, und des PdA-Vorsitzenden Otto Bruckner fand am 12. Mai in Wien die Verabschiedung von Tibor Zenker statt, der die PdA von 2013 bis 2019 als stellvertretender Vorsitzender und dann von 2019 bis zu seinem Tod am 16. April als Vorsitzender führte.
Wien. Am Dienstag dem 12. Mai 2026 verabschiedeten sich seine Familie, Freundinnen und Freunde sowie Genossinnen und Genossen von Tibor Zenker, der viel zu früh und unerwartet am 16. April diesen Jahres verstorben ist. Es war eine politische und nicht minder persönliche Verabschiedung, die ihn, seine politische Arbeit und sein Leben geehrt hat. Neben vielen Wegbegleiterinnen und Wegbegleitern aus Österreich, wie sein alter Freund und Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), reiste auch das Mitglied des Europäischen Parlaments, der EU-Abgeordnete, Lefteris Nikolaou-Alavanos von der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) an, der Tibor Zenker von internationalen Konferenzen viele Jahre kannte und als Vertreter seiner Partei zur Trauerfeier entsandt wurde.
Jugendfront nimmt Abschied
Eröffnet wurde die Trauerfeier mit dem Metallica-Klassiker Orion, der vor allem von Cliff Burton komponierte Titel bezieht sich auf das Sternbild. Darauf folgte eine Rede des Vorsitzenden der Jugendfront Moritz Pamminger. Er betonte: „Tibors politische Arbeit, seine Texte, Ideen und Ratschläge, aber auch seine Persönlichkeit, sein Scharfsinn und sein Humor haben uns als Jugendorganisation geprägt. Schon an der Tatsache, dass die Jugendfront als österreichweite marxistisch-leninistische Organisation für die arbeitende und lernende Jugend überhaupt existiert, trägt Tibor großen Anteil. Während seiner Periode als Vorsitzender der Partei der Arbeit fasste der Parteivorstand die nötigen Beschlüsse, um die Gründung einer kommunistischen Parteijugend vorzubereiten. Der 5. Parteitag im April 2022 bestätigte diese Entscheidung und es wurde im Zuge einer Gründungskampagne die Jugendfront aufgebaut. Tibor war zentral an der Ausarbeitung unseres Arbeitsrahmens beteiligt und unterstützte uns während der Kampagne in jeder Hinsicht. Bei unserem Gründungskongress in Linz im Oktober 2022 endete Tibor seine Grußworte im Namen des Parteivorstandes folgendermaßen:
‚Ich freue mich auf die kommenden Monate und Jahre unseres gemeinsamen Wirkens, auf den wertvollen Beitrag, den die Jugendfront zur Stärkung der PdA und der revolutionären Arbeiterbewegung leisten wird.‘ So sehr ich mir gewünscht hätte, dass wir noch so viel mehr Jahre der gemeinsamen Arbeit und des gemeinsamen Kampfes hätten erleben können, so sehr sehe ich auch, dass Tibors Wirken in unseren Strukturen weiterleben wird.“
Wegbegleiter blicken zurück
Im Anschluss sprach sein langjähriger Freund und Kampfgefährte aus Zeiten der SJ-Stamokap, Stefan Kopetzky. Er berichtete in seiner Rede davon, wie die beiden gemeinsam Schach spielten, während andere Religionsunterricht hatten und wie Tibor bereits hier stets das Beste aus Situationen machte. Die beiden verband auch nach der Schulzeit und bis heute eine enge persönliche wie politische Freundschaft. Er betonte, dass Tibor in den wichtigen politischen Fragen immer auf der richtigen Seite gestanden hätte.
PdA trauert um Genossen und Freund
Als letzter Redner sprach Otto Bruckner, der Vorsitzende der Partei der Arbeit Österreichs (PdA), im Namen der Partei. Er sprach der Familie und den Verwandten sowie Freundinnen und Freunden aber auch Wegbegleitern das Beileid der Partei aus. In seiner Trauerrrede sprach er sowohl persönliche als auch politische Worte. So hielt Bruckner fest: „Jetzt ist es also meine traurige Pflicht, im Namen seiner Genossinnen und Genossen, im Namen seiner Partei, die Tibor als Vorsitzender seit 2019 mit Umsicht und großer Hingabe geführt hat, Adieu zu sagen. Ein letztes Adieu aber auch von mir ganz persönlich.
Seit mehr als 20 Jahren war er mir der treueste und geduldigste, der loyalste und intelligenteste politische Freund, den ich jemals hatte. Seit der Nacht des 16. April ist alles anders.
Die langen nächtlichen Telefonate, in denen wir, manchmal leidenschaftlich und voller Elan, manchmal sinnierend und nahe der Verzweiflung, manchmal heiter und polemisch immer alles abgewogen und diskutiert haben, was in Bezug auf unser gemeinsames Baby, die Partei der Arbeit, von Bedeutung war; die meist damit endeten, dass wir Nägel mit Köpfen machten. Aufgaben aufteilten, Gespräche mit Genossinnen und Genossen vereinbarten. Es gibt sie nicht mehr.
Die Atmosphäre unserer Freundschaft implizierte, dass wir einander auch unausgegorene Ideen präsentieren konnten, die oft auch wieder verworfen wurden. In einem aber war Tibor streng: keine Halbheiten, kein Zurück. Es gibt keinen halben Marxismus-Leninismus, wie er in einem Disput mit steirischen Genossen einmal trocken festgestellt hat.“
Er blickte zurück in das Jahr 2013, das Jahr in dem die Partei der Arbeit Österreichs gegründet wurde zitierte aus dem richtungsweisenden Referat mit dem Titel „Von der Kommunistischen Initiative zur Partei der Arbeit“, das Tibor Zenker in der Generalversammlung der Kommunistischen Initiative, der Vorgängerorganisation der PdA hielt. Dieses Referat war nicht zufällig aus den vielen Optionen schlauer Gedanken des Verstorbenen ausgewählt, es sagt viel darüber aus, was Tibor Zenker für ein überzeugter Genosse war und warum er die Partei der Arbeit mitgegründet, so geprägt und voran gebracht hat, wie er es bis zu seinem Tod getan hat. Otto Bruckner fasste es wie folgt: „Er [Tibor Zenker] war Kommunist mit jeder Faser seines Lebens.“
Er schloss seine Trauerrede mit den folgenden Worten ab: „Wir, seine Genossinnen und Genossen der Partei der Arbeit und der Jugendfront stehen hier – immer noch fassungslos – am Sarg unseres Vorsitzenden. Wir leisten hier und heute den Schwur, dass wir die Partei im Sinne Tibors weiter aufbauen und ihre Einheit und Kampfkraft weiterentwickeln werden. Wir werden die rote Fahne der PdA weitertragen, auf die Tibor so stolz war, und unsere Nachfahren werden es tun, bis die gerechte Sache der Arbeiterklasse gesiegt hat. – Und dann natürlich erst recht!
Ruhe in Frieden, unser teurer Genosse, in unseren Kämpfen lebst Du weiter!“
Abschließend spielte das PdA-Mitglied, der Musiker, Freund und Genosse von Tibor, Christian Peterka, zum würdigen Abschied die Internationale, mit der die Trauergemeinde dem Parteivorsitzenden die letzte Ehre erwies.


















































































