Berlin. Heute vor 65 Jahren wurde die „Berliner Mauer“ errichtet. Dies nehmen die bürgerlichen Medien und allerlei „Expertinnen und Experten“ zum Anlass für ihren antikommunistischen Propagandakrieg und massiven Geschichtsrevisionismus. Diktatur, totalitär, Unrechtsregime, böse und was nicht noch alles die DDR war. Terror wurde ausgeübt und die Mauer war neben der Stasi die Spitze dessen. Kein Wort vom Ursprung, den Errungenschaften der Deutschen Demokratischen Republik und auch nicht vom Kontext des Mauerbaus. Nicht einmal Zahlen und Fakten zum Grenzschutz, weil dies eben die Märchen und Lügen widerlegen würde.
Die DDR als Antwort auf den Faschismus
Am 7. Oktober 1949 wurde die Deutsche Demokratische Republik gegründet. Vier Jahrzehnte lang bestand sie als sozialistischer Staat auf deutschem Boden, bevor sie 1990 im Zuge der Konterrevolution unterging. Die Gründung der DDR war eine Antwort auf die Erfahrungen und politischen Bedingungen ihrer Zeit. Der deutsche Faschismus hatte im Interesse des Monopol- und Finanzkapitals die organisierte Arbeiterbewegung zerschlagen, die bürgerlich-demokratischen Strukturen beseitigt und eine offene Diktatur mit einem umfassenden Terrorsystem errichtet. Zugleich entfesselte das faschistische Deutschland den Zweiten imperialistischen Weltkrieg.
Entscheidend für die Zerschlagung des Faschismus waren die Völker der Sowjetunion und die Rote Armee sowie die politische und militärische Führung der UdSSR. Gemeinsam mit antifaschistischen Widerstandsgruppen und Partisanen in zahlreichen europäischen Ländern trugen sie unter gewaltigen Opfern zur Niederlage des Faschismus bei. Vor diesem historischen Hintergrund entstand die DDR mit dem Anspruch, einen grundlegenden Bruch mit Faschismus und Kapitalismus zu vollziehen und eine sozialistische Gesellschaft aufzubauen.
Errungenschaften der DDR und der Kalte Krieg
Die DDR war also die sozialistische und antifaschistische Antwort darauf, dass der Kapitalismus massenhaft die Arbeiterklasse als Kanonenfutter verfüttert und viele Länder in Schutt und Asche gelegt hat. Innerhalb von nicht einmal 30 Jahren hatte das internationale Monopol- und Finanzkapital zum zweiten Mal ein großes Schlachten mit Millionen Toten und Verletzten unter der Völkern im Streit um die höchsten Profite angerichtet. In der DDR wurde vier Jahrzehnte lang erfolgreich eine sozialistische Gesellschaft aufgebaut: Frieden, soziale Sicherheit, Gleichheit und Gerechtigkeit, keine Arbeits- oder Obdachlosigkeit, Industrie, Banken und Handel verstaatlicht, Gesundheit und Bildung waren kostenlos. Auch die Geschlechter waren gleicher als in der BRD und Homosexuelle waren rechtlich besser gestellt. Wie die Partei der Arbeit in einer Erklärung festhält: „Die DDR war ein Meilenstein im weltrevolutionären Prozess“.
Diese Tatbestände und weitere Errungenschaften haben und stellten noch immer eine Gefahr für die Monopole und ihre politischen Marionetten in den bürgerlichen Parteien dar. So kam es mit der Verkündung des Aufbaus des Sozialismus zu verstärkten antikommunistischen und konterrevolutionären Aktivitäten seitens der BRD, der EWG, der NATO und des US-Imperialismus. So hält die PdA fest: „Niemals konnte die DDR sich unter ‚normalen‘ Bedingungen entwickeln. Unter den Bedingungen des Kalten Krieges stand sie an vorderster Front. Sie hatte große Ausgaben für die Sicherheit des Staates und seiner Bewohnerinnen und Bewohner zu stemmen, sie war mit ständiger feindlicher Propaganda und Spionage, mit Technologieembargo, mit Sabotage und mit dem Problem der Nichtkonvertierbarkeit der eigenen Währung auf dem Weltmarkt konfrontiert.“ Der Kalte Krieg manifestierte sich in der DDR in besonderer Schärfe: Sie galt als vorderster Posten des europäischen Sozialismus und war durch die besondere Lage des von der DDR umschlossenen West-Berlin zusätzlich zugespitzt.
Infiltration durch den Westen – Ziel der Zerstörung
So hatte die DDR mit einer Infiltration durch den Westen zu tun, an der die imperialistischen Staaten und Bündnisse die Hoffnung knüpften, dass auf eine Konterrevolution in der DDR, die u. a. eine wichtige Rolle im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) spielte, in einer Art Schneeballeffekt weitere Staaten folgen werden. Es gab massive geheimdienstliche Aktivitäten im Berlin der 1950er Jahre, so wird von etwa 80 verschiedenen Geheim- und Nachrichtendiensten berichtet. Es ging also um die Zerstörung der DDR und die Anwerbung von Informantinnen und Informanten sowie Helferinnen und Helfern, um auch von innen zu sabotieren.
Wie Tibor Zenker festhält: „Auch ist der Sozialismus kein Narrenparadies, wo jeder tun und lassen kann, was ihm gerade in den Kram passt – diese Art von Individualismus hat nichts mit Freiheit zu tun. Die sozialistische Revolution ist kein Zaubertrick, mit dem alle Probleme der Welt und der Menschheit im Handumdrehen gelöst würden – sie schafft ‚nur‘ die Möglichkeit, die Voraussetzung hierzu.“ Dies gepaart mit notwendigen ökonomischen Reformen und vor allem auch der Propaganda des Westens und die gezielte Abwerbung von qualifizierten Fachkräften führte bei Teilen der Bevölkerung der DDR auch dazu, dass sie über Berlin die DDR verließen. Gleichzeitig führten wirtschaftliche Probleme, Rohstoffmangel und unzufriedene Erwartungen der Bevölkerung zu weiteren Schwierigkeiten.
Die DDR war somit von der Aggression des Westens und multiplen Krisen bedroht, was dazu führte, dass am 13. August 1961 mit dem Mauerbau begonnen wurde. Diese war die Basis für den ökonomischen Fortbestand der DDR und den Erhalt des Friedens. Zweiteres erkannte sogar J. F. Kennedy an. Die Mauer trug auch dazu bei, dass die Bevölkerung sich verstärkt für den Aufbau des Sozialismus in der DDR einsetzte.
Nun war es sicherlich nicht das Ziel der SED-Führung, eine Mauer zu errichten, sie war das Ergebnis der realen Verhältnisse und notwendig zur Verteidigung des Bestehens der DDR bis 1989. Sie hat die Macht der Arbeiterinnen und Arbeiter sowie der Bäuerinnen und Bauern und die vielen Fortschritte, die in dieser Zeit errungen wurden, gesichert.
Mythos der Mauertoten – Frontex ist aber okay
Neben den oben genannten Mythen gehört das Grenzregime und die sogenannten Mauertoten zu einem der beliebtesten Instrumente der falschen antikommunistischen Geschichtsschreibung im Zusammenhang mit der DDR. 140 Menschen starben zwischen 1961 bis 1989, davon waren nur 101 Flüchtlinge, die beim Versuch, die Grenzanlagen zu überwinden, erschossen wurden, verunglückten oder sich das Leben nahmen. Über die DDR-Grenzsoldaten, die über 28 Jahre den Frieden an der innerdeutschen Grenze sicherten und von Konterrevolutionären und Saboteuren ermordet wurden, spricht heute niemand mehr. Ganz im Gegenteil, sie werden unter der Zahl der Mauertoten subsumiert und verzerrt damit die Zahlen. So waren es im Jahr 3,6 Menschen, die dem Grenzschutz zum Opfer fielen. Vergleicht man das mit den jüngsten Grenzübertritten in Ceuta, können wir hier an einem Tag ebenfalls 140 Tote verzeichnen. Aber die EU scheint kein Unrechtsstaat zu sein und hat kein Grenzregime, das zu breiter Empörung führt, es dient ja zur Verteidigung unserer „Freiheit“. Allein in diesem Jahr gibt es laut Missing Migrants Project bereits 2.185 Tote und Vermisste im Mittelmeer, 2016 lag die Zahl mit 5.143 auf ihrem Höhepunkt. Frontex tut seinen Dienst zum Schutz der EU als Bündnis der Banken und Generäle. In 15 Jahren Grenzsicherung im Mittelmeer sind mehr als 38.500 Menschen tot oder vermisst und zu einem großen Teil, weil Frontex die Menschen gemeinsam mit der libyschen Küstenwache wortwörtlich vom Schlauchboot tritt, ihre Boote versenkt und keine Hilfe leistet.
All dies ist aber kein Grund zur Empörung. Kein Grund, um die Auswüchse das Kapitalismus, die Kriege, die Klimakrise oder andere Konsequenzen aus der weltweit dominanten Wirtschaftsweise zu skandalisieren. Nein, stattdessen werden heute allerlei antikommunistische Märchen ausgepackt, nicht nur in Bezug auf die DDR, auch die Sowjetunion bekommt noch einmal ihren Dreck weg. Denn nur so mit Lügen und Ablenkung kann man dieses System als die bessere Alternative darstellen.
Quelle: Partei der Arbeit/Partei der Arbeit/Missing Migrants Project/Stiftung Berliner Mauer

















































































