Ein lyrischer Beitrag unseres Autors Alexander Wögerbauer aus Linz in Oberösterreich. Er ist seit 2012 als Hobby-Lyriker tätig und Mitglied der Jugendfront sowie der Partei der Arbeit.
1.
Der Wecker schrillt in die Dunkelheit.
2.
Der Kaffee fahl.
Brennt den Rachen hinunter.
3.
Eine Laptoptasche über der Schulter.
Google spricht von Schönwetter.
Wochenend-Prosa zurechtgelegt für die Kollegen.
4.
Durch die belebten Straßen hindurch.
Jede rote Ampel, ein Hindernis.
Ich werde angerempelt und ich remple an.
Der Tag ist lang.
5.
Nach der Arbeit gähnt die Zeit.
Vor der Selbstbedienungskassa eine Schlange.
Die Mitarbeiterin schaut über die Schulter.
Den Schokoriegel in der Hosentasche übersehen.
Eine Errungenschaft.
6.
Am Straßenrand die Bettlerin.
Das Kind im Arm, es schläft.
Der Schokoriegel wird abgegeben.
Ich werde angerempelt und ich remple an.
Den Nachbarn wird stumm begegnet.
Ich kenne sie ja nicht.
7.
Die Lasagne dreht sich hinter Glas.
Die Mikrowelle piepst.
Durch den Fernseher schreien die C‑Promis.
Was ein Spektakel.
Das zweite Bier ausgetrunken, alkoholfrei.
Selbstgefälliges Wischen durch Tinder und keine gefällt.
Nachrichten werden kopiert, eingefügt, verschickt.
8.
Ein Seitenblick nach links.
Eine Wand voll mit Erinnerungen.
Gemalte Bilder, mit Öl, mit Kreide, mit Kohle.
Kleine Notizen, Inspirationen vergangener Tage.
‚Ich küsse dich sanft, wie der Schnee die Wälder‘.
‚An dem Tag, an dem ich breche, werde ich, das Gedicht‘.
‚Die Scherben meiner selbst, ein Mosaik der Vanitas‘.
Es sind Erinnerungen, ich habe aufgehört.
9.
Ich habe aufgehört Gedichte zu schreiben.
Dafür ist der Pflanze Durst stets gestillt.
Ich habe aufgehört Bilder zu malen.
Dafür sind die E‑Mails auch um 19 Uhr beantwortet.
Ich habe aufgehört Romane zu lesen.
Dafür lobt die Smartwatch täglich die erreichten Schritte.
Ich habe aufgehört.
Und ich bin leer.
Denn ich habe aufgehört.




















































































