Kärnten. Die anhaltende Trockenheit wirkt sich zunehmend auf die Versorgung mit Futtermitteln aus. Heu und Stroh sind deutlich teurer geworden, die Preise sind laut Angaben aus dem Agrarhandel im Vergleich zu normalen Jahren um bis zu 60 Prozent gestiegen. Gleichzeitig müssen Bäuerinnen und Bauern bei der Beschaffung von Winterfutter mit längeren Wartezeiten rechnen.
Die Nachfrage nach Futtermitteln sei derzeit so groß wie noch nie, sagte Christoph Hopfgartner, Leiter der Sparte Agrarhandel bei der Lagerhausgenossenschaft des Raiffeisenkonzerns. Dadurch könne es zeitweise zu Engpässen im Angebot kommen. Im Regelfall sei bei Bestellungen derzeit mit Wartezeiten von vier bis sechs Wochen zu rechnen. Schnellere Lieferungen seien nur in Ausnahmefällen möglich, etwa wenn ein akuter Bedarf bestehe.
Hoher Importanteil aus Italien
Derzeit werden rund 80 Prozent der über die Genossenschaften verkauften Futtermittel aus Italien importiert. Neben der hohen Nachfrage wirken sich daher auch Transportkosten auf die Preise aus. Laut Hopfgartner liegen die Preise in manchen Bereichen fast 60 Prozent über jenen normaler Jahre.
Die Knappheit trifft viele landwirtschaftliche Betriebe zu einem sensiblen Zeitpunkt. Gerade vor dem Winter müssen ausreichend Heu und Stroh verfügbar sein, um die Versorgung der Tiere sicherzustellen. Wenn regionale Erträge durch Dürre geringer ausfallen, steigt die Abhängigkeit von Zukäufen und Importen.
Vermittlung von Bauer zu Bauer
Etwas günstiger kann laut dem Präsidenten der Kärntner Landwirtschaftskammer, Siegfried Huber, der direkte Einkauf bei anderen Landwirtinnen und Landwirten sein, die Futtermittel abgeben können. Die Landwirtschaftskammer hat dafür einen Online-Marktplatz eingerichtet, über den Futter von Bauer zu Bauer vermittelt werden soll.
Wie viel Futtermittel über diese Plattform tatsächlich weitergegeben wird, wird von der Kammer nicht genau erfasst. Man stelle das Angebot kostenlos zur Verfügung und erhalte keine vollständigen Rückmeldungen darüber, welcher Betrieb von welchem anderen Betrieb kaufe, so Huber. Die Kammer geht jedoch davon aus, dass bereits mehrere hundert Tonnen Futtermittel über die Plattform vermittelt werden.
Quelle: ORF





















































































