Vom 3. bis 6. September findet trotz versuchter Intervention einiger Organisationen und Parteien das Neonazi-Musiktreffen „Rückkehr nach Camelot“ statt. Die Organisatoren von „Veneto Fronte Skinheads“ wählten ein Hotel in Pietramurata, Trentino, als Veranstaltungsort. Als Reaktion auf das Festival und die zeitliche Überschneidung mit dem Jubiläumstreffen der Präsidenten Italiens und Österreichs zum 80-jährigen Jahrestag des Gruber-De-Gaspari-Abkommens wurde nun eine antifaschistische Demonstration organisiert.
Trentino. Auch dieses Jahr soll das seit 1991 alle fünf Jahre stattfindende Festival Ritorno a Camelot (Rückkehr nach Camelot) in Italien stattfinden. Laut den offen neonazistischen Veranstaltern, der Gruppe Veneto Fronte Skinheads (VFS), soll das Programm nicht nur aus Rechtsrock-Konzerten bestehen, sondern auch ein Sport- und Kulturprogramm mit Bücher- und Musikständen beinhalten. Sie beschreiben ihre Veranstaltung zudem als familienfreundlich und kündigen Kinderbereiche an. Bisher werden 300 bis 400 Besucherinnen und Besucher aus Italien und dem Ausland erwartet. Trotz der Bemühungen unterschiedlicher italienischer Organisationen und Parteien, die das privat veranstaltete Festival unterbinden wollten, fanden sie nicht genügend rechtliche Motive, um dies zu erreichen.
Der Name des Festivals spielt auf den Ort der legendären mittelalterlichen Tafelrunde König Arthurs an. Die Rückkehr nach Camelot deutet somit auf einen Ort oder eine Zeit hin, die von weißen, traditionalistischen und christlichen Werten geprägt ist – passend für das Festivalpublikum, das sich aus europaweiten rechtsextremen Gruppierungen zusammensetzt. An der Spitze der Organisation steht wieder die Kulturassoziation VFS, aber auch die nationalistische Partei des ehemaligen italienischen Generals Roberto Vannacci, Futuro Nazionale (Nationale Zukunft), soll sich dieses Jahr beteiligen. Laut Angelo Bonelli, Sprecher der Alleanza Verdi e Sinistra (Bündnis Grüne und Linke), wird die Regie des Festivals im Hintergrund von der britischen Organisation Blood & Honour geführt, die wegen Terrorismusförderung verboten ist.
Die Situation verschärft sich noch weiter, da das Festival zeitgleich mit dem Treffen des italienischen Präsidenten Sergio Mattarella und des österreichischen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen stattfindet. Anlass ihres Treffens ist das 80. Jubiläum der Unterzeichnung des Gruber-De-Gasperi-Abkommens. Dieses Abkommen wurde 1946 in Paris zwischen Italien und Österreich geschlossen und zählt als Grundlage der späteren Autonomie Trentino-Südtirols. Der Vertrag sollte die Sprache, Kultur und politische Gleichberechtigung der deutschsprachigen Bevölkerung untermauern und hat somit einen starken symbolischen Wert erhalten. Nun soll also zu diesem Jubiläum, bei dem die Autonomie und die Befreiung vom Faschismus gefeiert werden, zeitgleich und am selben Ort ein rassistisches und faschistisches Festival stattfinden. Um dagegen zu protestieren, wurde für Donnerstag um 17 Uhr eine Demonstration in Pietramurata organisiert.
Quellen: ORF/RaiNews/Collettiva/IlSole24ore




















































































