Linz. Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) hat im ersten Halbjahr 2026 einen kräftigen Ergebnissprung hingelegt. Das Betriebsergebnis mehr als verdreifachte sich auf 833,2 Millionen Euro. Entscheidend dafür waren allerdings nicht nur die operativen Geschäfte der Landesbank, sondern vor allem die Beteiligungserträge. Allen voran die Raiffeisen Bank International (RBI) steuerte mehr als eine halbe Milliarde Euro zum Ergebnis bei. Das passt dazu, dass die RBI international ein wichtiger Player im Bereich der Finanz- und Bankenbranche ist – dass gilt insbesondere für den Norden Mitteleuropas über Osteuropa bis hinunter zur Balkanhalbinsel.
Aber auch im Kerngeschäft entwickelte sich die RLB positiv. Sowohl der Zins- als auch der Provisionsüberschuss konnten gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert werden. Der Zinsüberschuss erhöhte sich um 1,4 Prozent auf 274,5 Millionen Euro. Beim Provisionsüberschuss aus dem Wertpapiergeschäft verzeichnete die Bank ein Plus von 10,2 Prozent auf 123,5 Millionen Euro.
Das Finanzierungsvolumen wuchs um drei Prozent und erreichte 26,5 Milliarden Euro. Damit konnte die RLB ihre Position im Kundengeschäft weiter ausbauen.
Besonders stark schlugen sich die Beteiligungen der RLB in der Halbjahresbilanz nieder. Neben der RBI lieferten auch andere Beteiligungen, darunter jene an der voestalpine, positive Ergebnisbeiträge. Der Vergleich mit dem Vorjahr fällt dadurch besonders deutlich aus: Während der RBI-Beitrag damals noch belastend wirkte, sorgte er heuer für einen erheblichen Schub.
Mit dem kräftigen Ergebnis konnte die RLB auch ihre Kapitalbasis weiter stärken. Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg auf 19,6 Prozent. Damit verfügt die Landesbank über einen im internationalen Vergleich hohen Kapitalpolster. Generaldirektor Reinhard Schwendtbauer sieht darin einen wesentlichen Vorteil im Wettbewerb.
Für die kommenden Monate richtet die RLB ihren Blick zudem auf den europäischen Zahlungsverkehr. Gemeinsam mit den Raiffeisenbanken ist sie Teil der European Payment Initiative (EPI), die mit „Wero“ eine europäische Zahlungslösung etablieren will.
Wero soll langfristig eine Alternative zu den derzeit stark von US-Anbietern geprägten Zahlungssystemen bieten. Damit will die europäische Bankenbranche ihre Unabhängigkeit im digitalen Zahlungsverkehr stärken und ein eigenes Zahlungssystem als Gegenmodell zu internationalen Anbietern wie Visa und Apple Pay etablieren. Auch hier geht es natürlich darum Profite zu sicher, unter dem Rückenwind der zunehmenden Rufe nach Souveränität. So zeigt sich auch in Krisenzeiten, wo immer mehr Teile den Gürtel enger schnallen müssen, sichern sich österreichische Banken ihre fetten Gewinne.
Quelle: OÖ Nachrichten





















































































