Laut einem Bericht des „Center for international corporate tax accountability and research“ (CICTAR) zahlte der US-Amerikanische Technologiekonzern Palantir 2025 trotz eines umsatzstarken Jahres verhältnismäßig wenig Steuern.
Washington. Von 2024 auf 2025 verdreifachte sich der Gewinn des US-Konzerns Palantir auf 1,66 Milliarden US-Dollar vor Steuern. Der Konzern, der mit seiner Software Daten analysiert und unter anderem für das US-Militär, Geheimdienste und Polizeibehörden arbeitet, zahlte darauf weltweit lediglich 22,7 Millionen Dollar an Ertragsteuern. Das entspricht einem effektiven Steuersatz von 1,4 Prozent.
Besonders wenig fällt in den USA an. Palantir zahlte 2025 zum dritten Mal in Folge keine US-Bundeskörperschaftsteuer und lediglich 2,5 Millionen Dollar an Bundesstaatensteuern. Nach dem regulären Steuersatz von 21 Prozent wären auf den 1,66 Milliarden hohen US-Gewinn rund 348 Millionen Dollar an Bundessteuern angefallen.
Möglich wird dies unter anderem durch die steuerlichen Vorteile, die Palantir aus vergangenen Verlusten, Forschungs- und Entwicklungsförderungen sowie steuerlichen Abzügen für Aktienvergütungen angesammelt hat. Hinzu kommen die Steueränderungen der Trump-Regierung. Bereits 2017 wurde der US-Bundeskörperschaftsteuersatz von 35 auf 21 Prozent gesenkt. Das 2025 verabschiedete Gesetz „One Big Beautiful Bill Act“ brachte weitere Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Forschungsausgaben.
Dabei existiert durchaus ein internationaler Mechanismus, der genau solche Steuervermeidungsstrategien begrenzen soll. Mit der von der OECD entwickelten zweiten Säule des internationalen Steuerabkommens, dem sogenannten Pillar Two, wurde der Rahmen für eine effektive Mindestbesteuerung von 15 Prozent in den teilnehmenden Ländern geschaffen. Sie soll verhindern, dass Gewinne in Niedrigsteuergebiete verschoben werden.
Wieso zahlt Palantir so wenig Steuern in Europa?
Doch auch in Europa bleibt die Steuerlast gering. In mehreren europäischen Ländern treten Palantir-Tochtergesellschaften dabei vor allem als Dienstleister des US-Mutterkonzerns auf. Das heißt, dass die Verträge häufig direkt über den US-Mutterkonzern abgewickelt werden, während die europäischen Tochtergesellschaften nur geringe Servicegebühren in Rechnung stellen. In Spanien wurden auf diese Weise mehr als 70 Prozent der Einnahmen in Form von Lizenzgebühren an die US-Zentrale abgeführt.
Wir berichteten bereits zu einem früheren Zeitpunkt, wie Palantir sein Geld mit Überwachung und dem Genozid in Gaza verdient. Die Hälfte des Umsatzes des Unternehmens stammt aus Aufträgen von Regierungen. Wer also den US- amerikanischen Staat oder die deutsche Polizei mit Überwachungssoftware versorgt, bekommt steuerliche Erleichterungen und selbst internationale Vereinbarungen über Mindeststeuersätze bleiben wirkungslos.
Wer zahlt, schafft an. Wer überwacht, zahlt nix.
Quellen: CICTAR/Al Jazeera




















































































