Vom 23. bis 26. September fand das 52. Odigitis-Festival der Kommunistischen Jugend Griechenlands (KNE) in Athen statt. Die Jugendfront beteiligte sich gemeinsam mit weiteren kommunistischen Organisationen aus der ganzen Welt am Festival und an einem Internationalen Seminar, das angesichts der aktuellen Kriegsvorbereitungen abgehalten wurde.
Athen. Zehntausende Griechinnen und Griechen fanden sich in den vergangenen Tagen im Antonis-Tritsis-Park in Athen ein, um die Kämpfe der griechischen Arbeiterklasse und der kommunistischen Bewegung zu feiern. Das jährlich stattfindende Festival wird in ganz Griechenland organisiert und ist seit dem Ende der Diktatur im Jahr 1974 ein bedeutender politisch-kultureller Höhepunkt. Auf verschiedenen Bühnen wird ein breites musikalisches Programm angeboten, das von Hip-Hop über traditionelle Arbeiterinnen- und Arbeiterlieder bis hin zu griechischer Volksmusik reicht.
Politische Diskussionsveranstaltungen und Ausstellungen kommen ebenfalls nicht zu kurz. Einen Schwerpunkt bildete dieses Jahr die Gründung der Demokratischen Armee Griechenlands (DSE) vor 80 Jahren. Die von der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) geführte Armee kämpfte im Bürgerkrieg zwischen 1946 und 1949 gegen die bürgerliche Regierung, die von den USA und Großbritannien massiv unterstützt wurde.
Internationale Delegation am Festival
Kommunistische Jugendorganisationen aus der ganzen Welt beteiligten sich auch dieses Jahr wieder am Festival. Darunter befand sich die Jugendfront der Partei der Arbeit Österreichs, die sich mit anderen Organisationen über die internationale Lage der kommunistischen Bewegung und ihre bevorstehenden Aufgaben austauschte. In der „internationalen Stadt“ informierten die Organisationen außerdem Interessierte über die politischen Kämpfe in ihren Ländern und gaben Einblicke in ihre Erfahrungen.
Abseits des Festivals unternahm die internationale Delegation einen Ausflug zum Schießstand in Kaisariani bei Athen. Am 1. Mai 1944 ermordeten die Besatzungssoldaten des deutschen Faschismus an diesem Ort 200 kommunistische Widerstandskämpfer. Kaisariani gilt als Symbol des Kampfes gegen Faschismus, Krieg und Fremdherrschaft und der damit verbundenen Opfer zehntausender Griechinnen und Griechen. Erst kürzlich wurde lange verschollenes Fotomaterial des Massakers aus dem privaten Besitz eines Wehrmachtsoffiziers entdeckt. Es zeigt, wie die Kommunisten entschlossen und aufrecht bis zuletzt dem Widerstand treu blieben. Der kommunistische Bürgermeister von Kaisariani begrüßte die Delegation und führte sie durch das Museum.
Gegen Krieg und Barbarei
Im Rahmen des Festivals wurde außerdem ein internationales Seminar unter dem Motto „Angesichts der Kriegsvorbereitungen ist es für die kommunistischen Jugendorganisationen unabdingbar, den einzigen Ausweg aus dem barbarischen kapitalistischen System aufzuzeigen“ abgehalten. Das Seminar wurde durch eine Rede von Nikos Ambatielos, Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der KKE, eröffnet. Ambatielos ging dabei auf den Charakter des imperialistischen Systems und die aktuellen Kriege und Konflikte ein. Die Jugendfront berichtete in ihrem Beitrag über die Militarisierungs- und Aufrüstungsbestrebungen in Österreich. Die Jugend ist von den aktuellen Kriegsvorbereitungen besonders betroffen, etwa durch die Verlängerung des Grundwehrdienstes. Die steigenden Militärausgaben und der gleichzeitig strikt verfolgte Sparkurs bei Gesundheit, Bildung und Sozialem zeigen den überkommenen Charakter des Kapitalismus und Imperialismus auf. „Die entscheidende Frage, die wir uns heute, morgen und in der Zukunft auf der ganzen Welt stellen müssen, lautet: Sozialismus oder Barbarei?“, so die Jugendfront.
Gedenken an Ammar Bakdash
Gemeinsam mit Genossinnen und Genossen der Syrischen Kommunistischen Jugendunion – Khaled Bakdash Jugend und weiteren Organisationen besuchte die Jugendfront am letzten Tag des Festivals das Grab von Ammar Bakdash, dem ehemaligen Generalsekretär der Syrischen Kommunistischen Partei (SKP), der im Juli vergangenen Jahres in Athen verstarb. Bakdash leitete die Partei ab 2010 durch die schwierige Zeit des Bürgerkrieges, in der Syrien unter der Einflussnahme imperialistischer Mächte, einer tiefen sozialen und wirtschaftlichen Krise sowie von religiösem Fanatismus und Repression geprägt war. Nach dem endgültigen Parteiverbot der syrischen KP im Jänner 2025 durch das neue islamistische Regime flüchtete Bakdash mit Unterstützung der KKE nach Griechenland, wo er die letzten Monate seines Lebens verbrachte.























































































