Die kubanische Revolution ist untrennbar mit Fidel Castro, Che Guevara und den Kämpfen in der Sierra Maestra verbunden. Doch der Sturz der Batista-Diktatur wäre ohne jene jungen Frauen und Männer kaum möglich gewesen, die in den Städten unter Lebensgefahr den Widerstand organisierten. Ihnen widmet sich der zweite Abend der Kuba-Filmreihe am Mittwoch, dem 4. November, im Politischen Zentrum Otto Pensl in Linz.
Havanna. Als die kubanischen Revolutionäre am 1. Jänner 1959 die Diktatur von Fulgencio Batista zu Fall brachten, begann ein gesellschaftlicher Umbruch, der die politischen und wirtschaftlichen Machtverhältnisse auf der Karibikinsel grundlegend verändern sollte.
Doch dieser Sieg war weder das Werk eines einzelnen Mannes noch ausschließlich das Ergebnis des bewaffneten Kampfes in den Bergen. Er beruhte auf dem Mut, der Entschlossenheit und der Organisierung Tausender Menschen, die bereit waren, für ein anderes Kuba ihr Leben zu riskieren.
Der zweite Filmabend der Partei der Arbeit Österreichs (PdA), der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft OÖ und des Vereins Aurora richtet den Blick auf einen Teil dieser Geschichte, der in der öffentlichen Erinnerung häufig hinter den berühmten Bildern der Guerillakämpfer zurücktritt: den revolutionären Widerstand in den Städten.
Der Widerstand gegen Batista
Mit seinem Militärputsch vom 10. März 1952 hatte Fulgencio Batista die demokratische Ordnung Kubas beseitigt. Seine Herrschaft stützte sich auf Militär, Polizei und Geheimdienste. Oppositionelle wurden verfolgt, inhaftiert, gefoltert und ermordet.
Nach dem gescheiterten Angriff auf die Moncada-Kaserne am 26. Juli 1953 und der Landung der Revolutionäre mit der Granma im Dezember 1956 entwickelte sich ein Widerstand, der verschiedene gesellschaftliche Kräfte erfasste.
Während Fidel Castro und seine Mitstreiter in der Sierra Maestra kämpften, entstanden in den Städten geheime Netzwerke, die für das Überleben und den Erfolg der Revolution von entscheidender Bedeutung waren.
Die unsichtbaren Kämpferinnen und Kämpfer der Revolution
In Havanna, Santiago de Cuba und anderen Städten organisierten junge Revolutionärinnen und Revolutionäre geheime Treffpunkte, verbreiteten Flugblätter, beschafften Material, unterstützten die Guerilla und mobilisierten die Bevölkerung gegen die Diktatur.
Viele von ihnen waren Arbeiter, Studierende oder junge Berufstätige. Sie führten nach außen häufig ein scheinbar gewöhnliches Leben, während sie im Untergrund politische Arbeit leisteten. Eine unvorsichtige Bemerkung, eine Denunziation oder eine Polizeikontrolle konnte Verhaftung, Folter oder Tod bedeuten.
Eine wichtige Rolle spielte die Bewegung des 26. Juli. Zu ihren bedeutendsten Organisatoren im städtischen Widerstand gehörte Frank País, der in Santiago de Cuba ein weitreichendes Untergrundnetzwerk aufbaute. Am 30. Juli 1957 wurde der erst 22-Jährige von der Polizei ermordet. Sein Tod löste große Proteste und Arbeitsniederlegungen aus.
Auch Frauen waren keineswegs nur Unterstützerinnen im Hintergrund. Revolutionärinnen wie Vilma Espín übernahmen organisatorische und politische Verantwortung, bauten Verbindungen zwischen den Widerstandsgruppen auf und beteiligten sich unmittelbar am Kampf gegen die Diktatur.
Revolution bedeutet auch Liebe, Angst und persönliche Opfer
Der Filmabend widmet sich genau diesen Menschen. Im Mittelpunkt stehen junge Revolutionärinnen und Revolutionäre, die im Kuba der späten 1950er-Jahre im städtischen Untergrund gegen Batista kämpfen. Der Film zeigt nicht nur politische Überzeugungen und den Widerstand gegen Polizei und Geheimdienst. Er erzählt auch von Freundschaft, Vertrauen, Liebe und der Angst, einen nahestehenden Menschen zu verlieren.
Hinter jeder Organisation, jedem Flugblatt und jeder Widerstandsaktion standen Menschen mit Hoffnungen, Zweifeln und persönlichen Beziehungen. Sie waren keine unverwundbaren Helden. Sie waren junge Menschen, die sich weigerten, Unterdrückung und Ungerechtigkeit als unveränderliches Schicksal hinzunehmen.
Warum Kuba bis heute ein Dorn im Auge des Imperialismus ist
Mit dem Sieg der Revolution begann Kuba, seine jahrzehntelange Abhängigkeit von den Vereinigten Staaten aufzubrechen. Agrarreformen, Nationalisierungen und der Aufbau eines öffentlichen Bildungs- und Gesundheitswesens stellten die bisherigen Eigentumsverhältnisse infrage.
1961 erklärte Fidel Castro den sozialistischen Charakter der Revolution. Für den US-Imperialismus war dies eine Herausforderung, die weit über die kleine Karibikinsel hinausreichte: Ein Land in unmittelbarer Nachbarschaft der Vereinigten Staaten hatte sich der politischen und wirtschaftlichen Vorherrschaft Washingtons entzogen.
Die Antwort waren wirtschaftlicher Druck, Sabotage, politische Destabilisierung und schließlich die jahrzehntelange US-Blockade.
Ihre Folgen sind bis heute spürbar. Kuba befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen und energetischen Krise. Die US-Sanktionen und die verschärften Beschränkungen bei der Treibstoffversorgung verschärfen die Engpässe bei Energie, Transport und der Versorgung der Bevölkerung erheblich.
Erst am 28. Oktober 2026 forderte die UN-Generalversammlung erneut ein Ende der US-Blockade. 130 Staaten stimmten dafür. Die USA halten dennoch an ihrer Politik fest.
Solidarität mit Kuba bedeutet dabei nicht, Schwierigkeiten oder Widersprüche des Landes zu verschweigen. Sie bedeutet, das Recht des kubanischen Volkes zu verteidigen, ohne wirtschaftliche Erpressung und äußere Einmischung über seine gesellschaftliche Zukunft zu entscheiden.
Geschichte verstehen, Solidarität stärken
Im Jahr des 100. Geburtstags Fidel Castros erinnert die Filmreihe in Linz an die historische Bedeutung der kubanischen Revolution. Die Geschichte des städtischen Widerstands zeigt, dass politische Veränderungen nicht von selbst entstehen. Sie werden von Menschen vorbereitet, die sich organisieren, gemeinsam handeln und auch unter schwierigen Bedingungen an ihren Überzeugungen festhalten.
Der zweite Filmabend lädt dazu ein, diese Geschichte kennenzulernen und darüber zu diskutieren, was sie für den antiimperialistischen Kampf und die internationale Solidarität heute bedeutet.
Filmabend „Widerstand gegen Batista“
Mittwoch, 4. November 2026, 19.00 Uhr
Politisches Zentrum Otto Pensl / Verein Aurora
Gruberstraße 23/Top 1, 4020 Linz
Veranstaltet von der Partei der Arbeit Österreichs (PdA), der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft OÖ und dem Verein Aurora.


















































































