Das Kürzungsbudget der Regierung bedroht Arbeitsplätze, wissenschaftlichen Nachwuchs und Forschungsprojekte. Die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) fordert eine ausreichende Finanzierung des Bildungswesens und der Grundlagenforschung statt Milliarden für Aufrüstung.
Wien. Die österreichischen Universitäten stellen sich auf einen massiven Personalabbau ein. Bei einer Pressekonferenz am Montag warnte die Universitätenkonferenz (uniko), dass die geplanten Budgetmittel einen Abbau von mindestens zehn Prozent des Personals notwendig machen könnten. Die Folgen reichen von ausbleibenden Nachbesetzungen über gestrichene Lehrveranstaltungen bis hin zu verschobenen oder aufgegebenen Forschungsprojekten.
Besonders betroffen wären junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, deren Arbeitsverhältnisse häufig befristet sind. Gleichzeitig droht der Verlust etablierter Spitzenforscherinnen und ‑forscher. Damit werden nicht nur Arbeitsplätze vernichtet, sondern auch wissenschaftliche Kompetenzen und langfristig aufgebaute Forschungsstrukturen gefährdet.
Die Universitäten weisen darauf hin, dass das für 2028 bis 2030 vorgesehene Budget von rund 15,89 Milliarden Euro keineswegs eine stabile Finanzierung gewährleistet. In den Gesamtsummen müssen unter anderem auch Gehaltssteigerungen, Ärztegehälter und weitere Aufgaben untergebracht werden. Angesichts der Inflation bedeutet das eine erhebliche reale Kürzung. Die Folgen werden Beschäftigte und Studierende gleichermaßen zu spüren bekommen: durch Arbeitsverdichtung, schlechtere Betreuungsverhältnisse und ein eingeschränktes Lehrangebot.
Bildung und Forschung statt Aufrüstung
Die drohenden Einschnitte sind keine bloße Frage betriebswirtschaftlicher Effizienz. Universitäten erfüllen eine zentrale gesellschaftliche Aufgabe: Sie bilden Fachkräfte aus, ermöglichen wissenschaftliche Erkenntnis und schaffen die Grundlagen für medizinische, technische und gesellschaftliche Entwicklungen. Besonders die Grundlagenforschung ist auf langfristige Finanzierung angewiesen. Sie lässt sich nicht nach kurzfristigen Verwertungsinteressen ausrichten, ohne ihre wissenschaftliche Freiheit und ihr Erkenntnispotenzial zu gefährden.
Die Partei der Arbeit Österreichs (PdA) fordert daher eine adäquate und langfristig gesicherte Finanzierung des gesamten Bildungssystems sowie der Grundlagenforschung. Statt Universitäten unter Spardruck zu setzen, müssen ausreichend finanzierte Stellen, sichere Arbeitsverhältnisse und gute Studienbedingungen gewährleistet werden.
Während für militärische Aufrüstung und die Ausweitung von Rüstungsausgaben erhebliche öffentliche Mittel mobilisiert werden, fehlt dieses Geld im Bildungs- und Forschungsbereich. Diese Prioritätensetzung ist nicht alternativlos. Öffentliche Mittel müssen an gesellschaftlichen Bedürfnissen ausgerichtet werden – und dazu gehören Bildung, Wissenschaft und Forschung, nicht die Ausweitung militärischer Kapazitäten.
Gegen die Kürzungen und den drohenden Personalabbau sind für Donnerstag erneut Proteste in Wien angekündigt:
Wann? Donnerstag, 22. Oktober 2026, 15:00 Uhr
Wo? TU Wien, Karlsplatz 13, 1040 Wien
Quelle: ORF


















































































