Linz. Mit einem Filmabend über Fidel Castro und die kubanische Revolution ist am Donnerstag, dem 8. Oktober, im Politischen Zentrum Otto Pensl in Linz die dreiteilige Kuba-Filmreihe von Partei der Arbeit (PdA), Österreichisch-Kubanischer Gesellschaft OÖ und Verein Aurora gestartet. Unter dem Motto „Revolution, Widerstand, Solidarität“ widmet sich die Reihe anlässlich des 100. Geburtstags Fidel Castros der Geschichte und gesellschaftlichen Entwicklung Kubas.
Eröffnet wurde der Abend von Raffael Schöberl, Sprecher der PdA in Oberösterreich und Co-Vorsitzender der Österreichisch-Kubanischen Gesellschaft OÖ. Er verwies darauf, dass im Publikum Menschen mit ganz unterschiedlichen Zugängen zu Kuba zusammengekommen seien: von Mitgliedern der Solidaritätsbewegung und politischen Organisationen über Menschen, die Kuba selbst bereist haben, bis zu Interessierten, die sich erstmals intensiver mit der kubanischen Revolution auseinandersetzen.
Schöberl machte dabei die politische Haltung der Veranstalter deutlich: „Wir stehen solidarisch an der Seite des kubanischen Volkes und verteidigen sein Recht, selbst über seinen gesellschaftlichen Weg zu entscheiden.“ Solidarität bedeute dabei nicht, jede Entwicklung auf der Insel unkritisch zu betrachten. Sie bedeute aber, sich gegen wirtschaftlichen und politischen Druck von außen zu stellen und die Bedingungen zu benennen, unter denen sich die kubanische Gesellschaft seit Jahrzehnten entwickeln muss.
100 Jahre Fidel Castro
Besonderer Anlass der Filmreihe ist der 100. Geburtstag Fidel Castros, der am 13. August 1926 geboren wurde. In seiner Einführung erinnerte Schöberl daran, dass Castros politische Biografie von der Opposition gegen die Batista-Diktatur über den revolutionären Kampf und den Sieg von 1959 bis zur jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit den Vereinigten Staaten reicht.
Dabei gehe es nicht allein um die historische Person Fidel Castro. Sein Leben sei eng mit einem politischen Projekt verbunden, das Kuba aus der Abhängigkeit von den USA lösen und grundlegende gesellschaftliche Veränderungen durchsetzen wollte. Für viele Menschen weit über Kuba hinaus sei Castro damit zu einem Symbol für nationale Unabhängigkeit und antiimperialistische Bewegungen geworden.
Einen Schwerpunkt der Einführung bildete deshalb auch der seit Jahrzehnten bestehende US-Sanktionskomplex gegen Kuba. Die Vereinigten Staaten verschärften ihre Maßnahmen zuletzt im September 2026 erneut: Unter anderem wurden Möglichkeiten für Finanztransaktionen mit Kuba eingeschränkt und frühere Genehmigungen für bestimmte Reisen und Geschäfte zurückgenommen.
Schöberl fasste die Auswirkungen bewusst konkret: „Wenn Treibstoff fehlt, fallen Strom und Wasserpumpen aus, Busse bleiben stehen, Lebensmittel können nicht transportiert werden und Krankenhäuser müssen Behandlungen verschieben.“ Wer über die wirtschaftliche Situation Kubas spreche, darf die äußeren Bedingungen nicht verschweigen.
Fidel Castro selbst kommt zu Wort
Im Mittelpunkt des anschließenden Films stand Fidel Castro selbst. Der US-amerikanische Regisseur Oliver Stone erhielt 2002 für mehrere Tage ungewöhnlich direkten Zugang zum damaligen kubanischen Staatschef. Statt eines klassischen Studiogesprächs begleitete Stone Castro durch seinen Alltag, führte Gespräche mit ihm in seinem Büro, unterwegs im Auto und an verschiedenen Orten Havannas.
Aus mehr als 30 Stunden Material, die während drei Tagen entstanden, wurde ein rund eineinhalbstündiges Porträt zusammengestellt. Historische Filmaufnahmen werden dabei mit langen, teilweise sehr persönlichen Gesprächen verbunden.
Gerade diese Form prägte den Abend. Zu sehen war weniger eine klassische historische Dokumentation als eine unmittelbare Begegnung mit Fidel Castro: mal als Staatsmann und Revolutionär, mal humorvoll und persönlich, dann wieder ausführlich argumentierend. Zur Sprache kommen die Revolution, Che Guevara, die Beziehungen zu den USA, die Kubakrise und zentrale Stationen von Castros politischem Leben.
Der Film verzichtet dabei weitgehend auf eine kommentierende Stimme, die den Zuschauerinnen und Zuschauern vorgibt, wie die Aussagen einzuordnen sind. Stone selbst ist als Gesprächspartner präsent und gleichzeitig begegnet er Castro nicht mit der im westlichen Umgang mit Kuba häufig anzutreffenden demonstrativen Distanz.
Für den Filmabend erwies sich diese Herangehensweise als geeigneter Ausgangspunkt für die anschließende Auseinandersetzung: Nicht über Fidel Castro wurde gesprochen, bevor man ihn gehört hatte – zunächst kam er selbst ausführlich zu Wort.
Damit setzte der erste Abend zugleich den Rahmen für die weitere Reihe. Am 4. November richtet sich der Blick auf junge Revolutionärinnen und Revolutionäre im städtischen Widerstand gegen die Batista-Diktatur. Am 9. Dezember steht mit der Dokumentarfilm „Die Kraft der Schwachen“ von Tobias Kriele die gesellschaftliche Dimension der kubanischen Revolution im Mittelpunkt – von Bildung und Gesundheitsversorgung bis zu Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe. Im Anschluss wird Regisseur Tobias Kriele bei einem Filmgespräch seine persönlichen Beweggründe erörtern.
Die Filmreihe wird von Partei der Arbeit, Österreichisch-Kubanischer Gesellschaft OÖ und Verein Aurora veranstaltet. Alle Abende finden im Politischen Zentrum Otto Pensl, Gruberstraße 23/Top 1 in Linz, statt.
























































































