Linz. 2026 jährt sich der Geburtstag Fidel Castros zum 100. Mal. Der kubanische Revolutionär wurde am 13. August 1926 geboren und prägte wie kaum eine andere Persönlichkeit den antiimperialistischen Kampf Lateinamerikas im 20. Jahrhundert. Für Kommunistinnen und Kommunisten ist Fidel Castro dabei nicht bloß eine historische Figur, sondern Ausdruck einer Revolution, die den Mut hatte, sich dem Imperialismus vor der eigenen Haustür entgegenzustellen.
Die kubanische Revolution von 1959 war mehr als der Sturz der Batista-Diktatur. Sie war ein Bruch mit der alten Ordnung aus Großgrundbesitz, US-Abhängigkeit, Armut und politischer Unterwerfung. Sie zeigte, dass auch ein kleines Land den Anspruch erheben kann, seinen eigenen Weg zu gehen – gegen Banken, Konzerne, Großgrundbesitzer und das US-Imperium.
Gerade deshalb steht Kuba bis heute unter massivem Druck. Seit mehr als sechs Jahrzehnten versuchen die USA, die sozialistische Insel wirtschaftlich zu erdrosseln. Die UN-Generalversammlung fordert seit Jahrzehnten ein Ende des US-Embargos gegen Kuba; 2025 stimmten 165 Staaten für eine entsprechende Resolution. Die Blockade ist damit international weitgehend isoliert, aber politisch weiterhin Realität für das kubanische Volk.
Vor diesem Hintergrund laden die Partei der Arbeit (PdA), die Österreichisch-Kubanische Gesellschaft OÖ und der Verein Aurora zu drei Filmabenden über Kuba ein. Im Mittelpunkt stehen die Geschichte der Revolution, der Widerstand gegen Batista, die gesellschaftliche Entwicklung des Landes und die Solidarität mit einem Volk, das trotz Mangel, Sanktionen und imperialistischem Druck standhält.
Fidel Castro und die kubanische Revolution
Den Auftakt bildet am Donnerstag, dem 8. Oktober, um 19.00 Uhr ein Abend über Fidel Castro und die kubanische Revolution.
Im Mittelpunkt stehen ausführliche Gespräche des US-amerikanischen Regisseurs Oliver Stone mit Fidel Castro. Der Film ermöglicht einen direkten Blick auf dessen Leben, politische Überzeugungen und die Erfahrungen der kubanischen Revolution. Damit eröffnet der Abend zugleich Raum für eine Diskussion über das Jahr 1959, über die jahrzehntelange Konfrontation zwischen Kuba und den USA und über die historische Bedeutung Fidel Castros.
Aus marxistisch-leninistischer Perspektive liegt diese Bedeutung nicht in der Verehrung einer Einzelperson, sondern in der Rolle, die Fidel Castro als führender Repräsentant einer revolutionären Bewegung spielte. Die kubanische Revolution bewies praktisch, dass nationale Befreiung und sozialistische Orientierung miteinander verbunden werden können, wenn die Arbeiterinnen und Arbeiter, die Bauernschaft und die revolutionäre Jugend organisiert in den Kampf treten.
Widerstand gegen Batista
Der zweite Filmabend findet am Mittwoch, dem 4. November, um 19.00 Uhr statt und führt zurück in das Kuba der späten 1950er-Jahre.
Im Mittelpunkt stehen junge Revolutionärinnen und Revolutionäre, die im städtischen Untergrund gegen das Batista-Regime kämpfen. Der Film zeigt Verfolgung durch Polizei und Geheimdienst, politische Organisierung, Freundschaft, Mut und persönliche Opfer. Er erinnert daran, dass Revolution nicht abstrakt entsteht, sondern durch Menschen, die bereit sind, unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen Verantwortung zu übernehmen.
Gerade dieser Blick ist wichtig. Revolutionäre Prozesse werden in der bürgerlichen Geschichtsschreibung oft entweder romantisiert oder verteufelt. Tatsächlich entstehen sie aus konkreten gesellschaftlichen Widersprüchen: aus Ausbeutung, Abhängigkeit, Polizeigewalt, Armut und dem Wunsch der Unterdrückten, nicht länger Objekt fremder Herrschaft zu sein.
Solidarität, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe
Der dritte Abend findet am Mittwoch, dem 9. Dezember, um 19.00 Uhr statt. Gezeigt wird der Film „Die Kraft der Schwachen“ von Tobias Kriele.
Im Mittelpunkt steht Jorge „Jorgito“ Jérez aus Camagüey, der mit einer schweren körperlichen Behinderung geboren wurde. Seine Geschichte zeigt, welche Bedeutung Familie, medizinische Versorgung, Bildung und gesellschaftliche Solidarität für seine Entwicklung hatten. Der Film eröffnet damit einen konkreten Blick auf kubanische Vorstellungen von Inklusion, Bildung und Teilhabe.
Gerade hier wird sichtbar, worum es in der Verteidigung Kubas auch geht: um eine Gesellschaft, die trotz materieller Schwierigkeiten den Anspruch erhebt, Menschen nicht nach ihrer Verwertbarkeit zu beurteilen. Während der Kapitalismus Behinderung, Krankheit und soziale Schwäche häufig als Kostenfrage behandelt, zeigt das kubanische Beispiel eine andere Orientierung: Solidarität als gesellschaftliches Prinzip.
Im Anschluss an den Film laden die Veranstalter zu einem Filmgespräch mit Tobias Kriele ein. Kriele lebte mehrere Jahre in Kuba und promovierte 2013 an der Universität Havanna in Philosophie. Er setzt sich seit vielen Jahren filmisch mit Kuba auseinander. Neben „Die Kraft der Schwachen“ entstanden unter anderem die Dokumentarfilme „Zucker und Salz“ sowie „Wo der Himmel aufgeht“ über die Kuba-Reise der Auschwitz-Überlebenden Esther Bejarano und der Microphone Mafia. Kriele ist zudem in der Kuba-Solidaritätsbewegung aktiv und Redaktionsmitglied der Zeitschrift Cuba Libre.
Kuba verstehen heißt Imperialismus verstehen
Die drei Filmabende sind nicht nur kulturelle Veranstaltungen. Sie sind auch eine Einladung, Kuba politisch zu verstehen: als Land, das seit der Revolution unter enormem äußeren Druck steht und dennoch seine Souveränität verteidigt. Der Hass des US-Imperialismus auf Kuba erklärt sich nicht aus der Größe der Insel, sondern aus ihrer historischen Bedeutung. Kuba zeigt, dass ein Volk sich der Vorherrschaft des Kapitals und der imperialistischen Unterordnung widersetzen kann.
Die Filmreihe bietet die Möglichkeit, sich mit dieser Geschichte auseinanderzusetzen, über ihre Widersprüche zu diskutieren und Solidarität praktisch werden zu lassen.
Termine:
Donnerstag, 8. Oktober | 19.00 Uhr – Fidel Castro und die kubanische Revolution
Mittwoch, 4. November | 19.00 Uhr – Widerstand gegen Batista
Mittwoch, 9. Dezember | 19.00 Uhr – Solidarität, Inklusion und gesellschaftliche Teilhabe in Kuba
Ort: Gruberstraße 23/Top 1, 4020 Linz
Veranstaltet von: Partei der Arbeit (PdA), Österreichisch-Kubanische Gesellschaft OÖ und Verein Aurora.






















































































