Steiermark. Die Kartoffelernte fällt in der Steiermark heuer deutlich schwächer aus als in normalen Jahren. Laut Angaben aus der Landwirtschaft kann der Rückgang regional bis zu 70 Prozent betragen. Grund dafür sind vor allem Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung und hohe Verdunstung während der Sommermonate.
Insgesamt werden in der Steiermark rund 800 Hektar Kartoffelfelder bewirtschaftet. Besonders in Gebieten mit wenig Niederschlag litten die Pflanzen unter den schwierigen Witterungsbedingungen. Arno Mayer von der Landwirtschaftskammer erklärte, dass die Kartoffelpflanzen durch die Kombination aus Hitze, Trockenheit und Verdunstung stark belastet wurden.
Schwache Erträge lassen Preise steigen
Die geringeren Erntemengen wirken sich auch auf die Preise aus. Landwirt Markus Hillebrand aus Premstätten verwies darauf, dass die Preise für Kartoffeln in den vergangenen Monaten gestiegen seien, weil die Erträge sehr schwach ausgefallen sind.
Durch die niedrigere heimische Produktion ist die Steiermark bei Kartoffelindustrieware stärker auf Lieferungen aus Niederösterreich oder aus dem Ausland angewiesen. Das zeigt, wie verletzlich regionale landwirtschaftliche Produktion bei zunehmenden Wetterextremen werden kann.
Trockenresistente Sorten schwer am Markt zu etablieren
Zwar gibt es bereits Kartoffelsorten, die besser mit Trockenheit umgehen können. Diese sind am Markt jedoch schwer durchzusetzen. Landwirt Anton Trittenbrein aus dem Murtal sieht einen Grund dafür in der starken Orientierung der Konsumentinnen und Konsumenten an bekannten traditionellen Sortennamen.
Aus seiner Sicht wäre es sinnvoller, stärker mit Qualitätsbezeichnungen wie „vorwiegend festkochend“ oder „mehlig“ zu arbeiten. Dadurch könnten neue, widerstandsfähigere Sorten leichter angenommen werden, ohne dass sie sofort an bekannten Namen gemessen werden.
Landwirtschaft unter Druck
Die schwache Kartoffelernte ist ein weiteres Beispiel dafür, wie stark Wetterextreme die Landwirtschaft belasten. Für Landwirtinnen und Landwirte bedeuten geringere Erträge wirtschaftlichen Druck, während Konsumentinnen und Konsumenten mit steigenden Preisen konfrontiert sind.
Quelle: ORF






















































































