Der frühere DDR-Nationalspieler Eberhard Vogel ist im Alter von 83 Jahren am Dienstag gestorben. Der Rekordspieler der DDR-Oberliga prägte über fast zwei Jahrzehnte den Fußball der DDR und feierte auch als Nachwuchstrainer große Erfolge.
Der ehemalige DDR-Fußballnationalspieler Eberhard Vogel ist tot. Wie seine Familie mitteilte, starb der langjährige Spieler des FC Karl-Marx-Stadt und des FC Carl Zeiss Jena am 1. September nach langer Krankheit im Alter von 83 Jahren. Vogel gehörte zu den herausragenden Fußballern der DDR. Mit 440 Einsätzen ist er bis heute Rekordspieler der DDR-Oberliga. Seine 188 Tore bedeuten hinter Joachim Streich, der 229 Treffer erzielte, den zweiten Platz in der ewigen Torschützenliste der höchsten Spielklasse der DDR.
Für die DDR-Nationalmannschaft absolvierte Vogel 74 Spiele und erzielte dabei 25 Tore. Mit der DDR-Auswahl gewann er bei den Olympischen Spielen 1964 in Tokio und 1972 in München jeweils die Bronzemedaille. Auch zum Kader bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1974 in der BRD gehörte Vogel. Beim historischen 1:0‑Sieg der DDR gegen die BRD konnte er verletzungsbedingt nicht eingesetzt werden. Noch Jahrzehnte später erinnerte er sich gerne daran. Jürgen Sparwasser habe er dessen entscheidendes Tor „von Herzen gegönnt“: „Das war ein sensationeller Abend für ihn und uns alle.“
Rekordspieler der DDR-Oberliga
Seine Laufbahn in der DDR-Oberliga begann Vogel beim FC Karl-Marx-Stadt, mit dem er 1967 DDR-Meister wurde. Ab 1970 spielte der schnelle Linksaußen für den FC Carl Zeiss Jena. Mit den Thüringern gewann er 1972, 1974 und 1980 den FDGB-Pokal. 1981 erreichte Jena das Finale des Europapokals der Pokalsieger, unterlag dort jedoch Dynamo Tiflis mit 1:2.
Vogels außergewöhnliche Klasse blieb auch international nicht unbemerkt. In den 1970er Jahren interessierte sich der brasilianische Spitzenverein FC Santos für ihn. In brasilianischen Zeitungen wurde bereits über ein mögliches Sturmduo Pelé/Vogel geschrieben. Rund zwei Millionen D‑Mark sollen für einen Wechsel im Gespräch gewesen sein.
Vogel erinnerte sich 2018 in einem Interview mit der „Leipziger Volkszeitung“ daran, dass er das Geld durchaus gerne genommen hätte. Zugleich betonte er jedoch seine Verbundenheit mit seiner Heimat: „Ich war aber sehr heimatverbunden, wollte nicht weg von meinen Eltern und Freunden.“ Ein Wechsel sei deshalb „nie wirklich Thema“ gewesen. Rückblickend erklärte Vogel: „Heute kann ich sagen, dass ich alles richtig gemacht habe.“ Gleichzeitig war Vogel keiner der Wendehälse, die sich nach der Konterrevolution von der DDR und ihrer eigenen Vergangenheit im DDR-Spitzensport distanzierten.
Erfolgreicher Nachwuchstrainer der DDR
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn blieb Vogel dem DDR-Fußball verbunden. Von 1983 bis 1990 arbeitete er für den Deutschen Fußball-Verband der DDR und betreute verschiedene Nachwuchsauswahlen. Dabei war er nicht weniger erfolgreich als zuvor als Spieler. 1986 führte er die DDR-Junioren um Matthias Sammer und Rico Steinmann zum Europameistertitel. Ein Jahr später erreichte die DDR bei der U20-Weltmeisterschaft den dritten Platz, 1989 folgte mit der U16 die Silbermedaille bei der Europameisterschaft.
In der letzten Phase des DDR-Fußballs arbeitete Vogel als Assistenztrainer der Nationalmannschaft unter Eduard Geyer. Auch nach dem Ende der DDR blieb er dem Fußball als Trainer verbunden und arbeitete unter anderem für den FC Carl Zeiss Jena, Hannover 96, den 1. FC Magdeburg und den Dresdner SC sowie als Auswahltrainer in Togo.
Seine große Zeit als Fußballer und Trainer blieb jedoch untrennbar mit dem DDR-Sport verbunden. Anders als zahlreiche andere bekannte Sportler der DDR machte Vogel daraus nach 1990 keinen Grund für eine nachträgliche Abrechnung. Seine sportliche Laufbahn betrachtete er vielmehr auch Jahrzehnte später mit großer Zufriedenheit. Auf die Frage nach seiner außergewöhnlich langen Karriere antwortete er 2018 schlicht: „Ich hatte eine lange und erfolgreiche Karriere. 440 Oberligaspiele, zig Europapokaleinsätze, 74 Länderspiele – ich kann mich nicht beschweren.“
Mit Eberhard Vogel ist einer der bedeutendsten Fußballer in der Geschichte der DDR gestorben.




















































































