Von unserer Autorin Daniela Noitz. Sie lebt und arbeitet im Burgenland und ist seit 2011 als freie Schriftstellerin tätig.
Venceremos (in memoriam Tibor Zenker, 1976–2026)
Wir werden siegen! Ein Wahlspruch. Mehr als ein Wahlspruch. Ein Versprechen. Eine Hoffnung. Eine Zuversicht.
Es gibt viele dieser Wahlsprüche, die man sich auswählt, um unser Anliegen, unsere Ausrichtung zu verdeutlichen. Manche davon schreibt man auf eine Fahne. Wahlweise auf ein Transparent. Man nutzt sie, die Fahne und das Transparent für eine öffentliche Veranstaltung, eine Kundgebung, eine Demonstration. Dann werden sie wieder weggepackt. Die Fahne. Das Transparent. Aufgehoben für die nächste Gelegenheit, zu der sie gebraucht werden. Dazwischen denkt man nicht daran.
Doch dann gibt es wenige, die man nicht auf eine Fahne schreibt, auch nicht auf ein Transparent. Sie werden auch nicht weggepackt und vergessen. Sie bleiben, weil sie Antrieb und Aussicht sind.
Venceremos!
Wir werden siegen! Ein Satz, der Mut macht, bei Rückschlägen oder Stagnation, die unvermeidlich sind in einer progressiven Bewegung. Hürden, die sich aufbauen und überwunden werden wollen. Angriffe, die entsprechend pariert werden müssen. Es ist schwer, sich nicht verunsichern zu lassen, manchmal, sich nicht auf einen anderen Weg zu begeben, der leichter ist. Mit dem Strom zu schwimmen, der das System aufrechthält. Es ist wichtig, sich zu besinnen, sich der Grundlagen bewusst zu werden und zu erkennen, jede und jeder Einzelne macht einen Unterschied. Doch vor allem die, die unverbrüchlich eintreten für das, was sein wird, das
Venceremos!
Wir werden siegen! In unseren Reihen gab es jemand, der aufrecht und stark diese Gewissheit vertrat, den theoretischen Boden, auf dem wir stehen unermüdlich aufbereitete und zeigte, wie wichtig es ist, diesen zu festigen, um nicht den Halt und die Orientierung zu verlieren, einen Menschen, der mit seinem Leben, seiner Standhaftigkeit und seiner Tätigkeit Vorbild und Mut schenkte. Es ist noch nicht lange her, da konnte man sagen, es gibt diesen Menschen. Und jetzt, jetzt wurde aus dem gibt ein gab. Und dieser Mensch hinterlässt eine Lücke, die nicht zu füllen ist, nicht gefüllt werden soll.
Ich denke, es gibt nur einen Weg, ihn und sein Leben, zu würdigen: Den theoretischen Boden weiter zu bearbeiten, um fortzuschreiten, die aufrechte Haltung beizubehalten, den Mut und die Stärke fortzutragen, die Solidarität zu stärken und diesen einen Wahlspruch nicht in die Mottenkiste der sonstigen angehäuften Wahlsprüche zu entsorgen, ihn mehr als einen Wahlspruch sein zu lassen, ihn mit Leben zu füllen, das
Venceremos!
Wir werden siegen!
Der einzige Weg, ihm würdig zu gedenken, ist seine Arbeit fortzuführen, aufrecht, standhaft und bis zur letzten Konsequenz.

















































































