Gastautorin: Karin Oberkofler, Autorin von Lyrik und Prosa. Zuletzt ist im Berliner trafo Verlag ihr Buch mit der authentischen Fluchterzählung ihrer Mutter „Zeiträume … und dann ging es wieder weiter … (1944–1946)“ erschienen.
Aus meinem Kubanischen Tagebuch (September 2007)
Mi ami…
Diesmal war es nicht die vierwöchige Arbeitsbrigade, die uns veranlasst hat, unsere Solidarität mit Cuba zu zeigen, sondern der 40. Todestag von Che‘ Guevara, der u.a. aufgrund seiner erfolgreichen Beteiligung bei der Befreiung Cubas eine außerordentliche internationale Popularität besaß.
Unser Aufenthalt auf Cuba sollte diesmal zwei Wochen dauern.
Wir – 152 Brigadisten- und Brigadistinnen aus vielen Ländern der Welt – halfen in der Landwirtschaft und unterstützten cubanische Arbeiter auf einer Baustelle, an der sich u.a. auch der Präsident von Mali beteiligte.
Die Gedenkfeierlichkeiten für Che fanden in Havanna und in Santa Clara statt, wo ein Che‘-Denkmal feierlich enthüllt wurde.
In Vertretung des erkrankten Fidel Castro sprach Raul Castro die Gedenkrede und betonte die Wichtigkeit der internationalen Solidarität mit Cuba über 50 Jahre. Deshalb fühle Cuba sich nicht allein gelassen.
Wie warmherzig und in schlichter Feierlichkeit endete das Gedenken an Che‘ Guevara mit einem Gedicht von Kindern!
Es endete dieses Gedicht immer mit der Zeile „mi ami Che‘!“
In Santa Clara wurden wir von Veteranen des cubanischen Befreiungskampfes begrüßt.
Es war tiefberührend, diese alten, hageren Männer mit zarten Tränen in den Augen, zu sehen. Für sie dieses Gedicht!
Ches ehemaligen cubanischen Companeros
Blasser werdende Augen
Tief ruhend
Tränen der Gewissheit
Das Richtige getan zu haben
Alte Haut und unverbrauchte Zuversicht
Stolze Schlichtheit
Das Leben hat den Lohn gegeben
Zerbrechliches, ausgehendes Leben.
Es endet so,
wie es hätte beginnen sollen!




















































































