Wien. Das Vermögen in Österreich ist 2025 laut dem neuen „Global Wealth Report“ der Boston Consulting Group (BCG) massiv gestiegen. Das Gesamtnettovermögen wuchs demnach um 15,8 Prozent auf 2,9 Billionen US-Dollar (zirka 2,5 Billionen Euro). Doch während Banken und Konzerne Grund zur Freude haben, bleibt die Realität für die Mehrheit der Bevölkerung eine andere: Der Reichtum konzentriert sich weiterhin bei einer kleinen Elite vermögender Kapitalisten.
Besonders deutlich zeigt sich dies bei der Verteilung des Finanzvermögens. Gerade einmal rund 500 Superreiche mit jeweils mehr als 100 Millionen Dollar Finanzvermögen kontrollieren bereits 39 Prozent des gesamten österreichischen Finanzvermögens. Gemeinsam mit etwa 60.000 Hochvermögenden besitzen sie sogar 61 Prozent der finanziellen Mittel des Landes. Die große Mehrheit der Bevölkerung hingegen muss sich mit einem vergleichsweise kleinen Anteil begnügen: Rund 7,3 Millionen Menschen teilen sich lediglich 30 Prozent des Finanzvermögens.
Der starke Vermögenszuwachs kam vor allem jenen zugute, die bereits über große Kapitalanlagen verfügen. Aktien und Investmentfonds legten um 21 Prozent zu, Anleihen sogar um 30 Prozent. Wer genügend Vermögen besitzt, kann Kapital reinvestieren und von den Entwicklungen auf den Finanzmärkten profitieren. Arbeitende Menschen hingegen kämpfen weiterhin mit hohen und weiterhin steigenden Lebenshaltungskosten, sowie Lohnabschlüssen, die diese Entwicklung nicht abfedern. Die arbeitenden Menschen sind es jedoch, die den Reichtum produzieren, den sich Kapitalisten aneignen und dann auf Finanzmärkten investieren können: Nur menschliche Arbeit kann neuen Wert erschaffen.
Dass der Reichtum trotz wirtschaftlicher Krise an der Spitze immer schneller wächst, zeigt erneut den grundlegenden Charakter des kapitalistischen Systems: Während die Kapitalisten ihre Gewinne ausbauen, bleibt der versprochene Wohlstand für die Mehrheit aus.
Bis 2030 erwartet die BCG einen weiteren Anstieg des österreichischen Nettovermögens auf 3,5 Billionen Dollar. Solange unter kapitalistischen Bedingungen produziert und verteilt wird, wird auch dieser zusätzliche Reichtum vor allem bei den ohnehin Vermögenden landen.
Quelle: Kurier





















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