Wien. Am 28. Mai haben die Gewerkschaften GPA und PRO-GE die Kollektivvertragsverhandlungen für die rund 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie abgeschlossen. In der fünften Verhandlungsrunde konnte nach insgesamt zwölf Wochen Verhandlungen, Betriebsversammlungen und Streikbeschlüssen ein Abschluss erzielt werden.
Rückwirkend mit 1. Mai 2026 steigen die Mindestlöhne, Mindestgehälter und Lehrlingseinkommen um drei Prozent. Auch die kollektivvertraglichen Zulagen und Aufwandsentschädigungen werden um drei Prozent erhöht. Die Zulagen für die zweite und dritte Schicht werden schrittweise angehoben. Die Ist-Einkommen steigen um 1,85 Prozent plus 22 Euro, womit sich je nach Einkommen Erhöhungen von bis zu 2,7 Prozent ergeben. Zusätzlich wurden Gesundheitstage für Beschäftigte über 40 Jahre bzw. nach 20-jähriger Dienstzeit sowie eine zusätzliche Pflegefreistellung für Eltern von Kindern mit Behinderung vereinbart.
Die aktuelle monatliche Inflation (3,4 Prozent) und auch die rollierende Inflation (3,3 Prozent) liegen damit über dem Abschluss. Besonders bei Mieten, Energie und anderen Grundausgaben, für die arbeitende Menschen einen großen Teil ihres Einkommens aufwenden müssen, fällt die Teuerung noch deutlich höher aus. Real bedeutet der Abschluss daher für die Beschäftigten weiterhin Kaufkraftverluste.
„Es stand Spitz auf Knopf. Bis zuletzt boten die Arbeitgeber nur eine Mini-Erhöhung von einem Prozent an und erst heute kam endlich Bewegung in die Verhandlung. Mit Betriebsversammlungen, Solidarität und Streikentschlossenheit mussten sich die Belegschaften den Respekt und die Wertschätzung erst erkämpfen“, stellt GPA-Chefverhandlerin Eva Scherz fest.
Tatsächlich hatte der ÖGB am Mittwoch bereits eine Streikfreigabe erteilt. Ein Streik wäre vorbereitet gewesen, falls in dieser Runde keine Einigung erzielt worden wäre. Eigentlich hatten die Gewerkschaften ein Plus von 3,5 Prozent gefordert. Man hätte standhaft bleiben können und mithilfe von Arbeitskampfmaßnahmen einen höheren Abschluss erzwingen können, wollte wirtschaftliche Schäden für die Kapitalisten aber dann wohl doch vermeiden.
Quelle: GPA






















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