Bei einem Protest gegen eine Quarantänezone für US-Bürger sterben mehrere Personen durch Schüsse der Polizei. Die Einrichtung soll in einem Stützpunkt der US-Luftwaffe entstehen, dessen Präsenz in den bürgerlichen Medien nicht hinterfragt wird.
Nairobi. Bei einem Protest gegen eine geplante Quarantäne- und Behandlungszone für US-Bürgerinnen und ‑Bürger in Kenia eröffnete die Polizei das Feuer auf Demonstrierende. Medienberichten zufolge sind Menschen an den Schussverletzungen gestorben. Der Polizeisprecher dementierte erwartungsgemäß Berichte über Todesopfer.
In der Stadt Nanyuki, in der die Quarantänezone entstehen soll, befindet sich ein Luftwaffenstützpunkt der USA. Dort soll eine Einrichtung mit 50 Betten errichtet werden, in der US-Staatsangehörige, die dem derzeit grassierenden Ebola-Virus ausgesetzt waren, unter Quarantäne gestellt und behandelt werden sollen.
Viele Einwohnerinnen und Einwohner protestieren gegen das Vorhaben. Sie werfen der US-Regierung vor, die Risiken einer Behandlung möglicher Ebola-Infizierter auf Kenia abzuwälzen. Tatsächlich wäre es technisch möglich, betroffene US-Bürgerinnen und ‑Bürger in die Vereinigten Staaten zu transportieren. US-Präsident Donald Trump sprach sich jedoch ausdrücklich gegen eine Verlegung in die USA aus.
Dass sich überhaupt ein US-Luftwaffenstützpunkt auf kenianischem Boden befindet und dessen Interessen letztlich durch tödliche Polizeigewalt abgesichert werden, wird von den bürgerlichen Medien nicht thematisiert und problematisiert. Der Stützpunkt in Nanyuki ist Teil der langjährigen militärischen Präsenz der USA in Ostafrika. Von dort aus werden Ausbildungsprogramme, gemeinsame Manöver und verschiedene militärische Operationen in der Region durchgeführt. Die Vereinigten Staaten begründen ihre Präsenz offiziell mit dem Kampf gegen Terrorismus und der Stabilisierung der Region. Diese ist jedoch einen Ausdruck amerikanischer Machtpolitik auf dem afrikanischen Kontinent. Durch Militärstützpunkte, Sicherheitsabkommen und wirtschaftlichen Einfluss versuchen die USA, ihren politischen und strategischen Einfluss in Afrika auszubauen und gleichzeitig dem wachsenden Einfluss anderer imperialistischer Großmächte wie China entgegenzuwirken.
Quelle: ORF


















































































