US-„Kriegsminister“ Pete Hegseth will verpflichtende Testosterontests für Soldaten über 30 einführen.
Washington, D.C. US-Verteidigungsminister (er selbst nennt sich Kriegsminister) Pete Hegseth von der republikanischen Partei Donald Trumps kündigt verpflichtende Tests der Testosteronwerte für alle Soldaten über dem 30. Lebensjahr an. Für militärisches Personal unter 30 Jahren werden entsprechende Untersuchungen auf freiwilliger Basis angeboten. Wird ein Testosteronmangel festgestellt, empfiehlt das Ministerium eine entsprechende Behandlung.
Von den „Besten“ lernen….
Krieg und der Einsatz leistungssteigernder Substanzen in den Streitkräften sind keine Neuheit. Ein Paradebeispiel ist der exzessive Einsatz von Methamphetamin durch Soldaten der Deutschen Wehrmacht während des Zweiten Weltkriegs. Historiker argumentieren, dass die Taktik des Blitzkriegs überhaupt erst durch die Verfügbarkeit und den weit verbreiteten Einsatz von Methamphetamin ermöglicht wurde. Menschen müssen schlafen und sich erholen – die Soldaten der Nazi-Kriegsmaschinerie hingegen sollten rasche Offensiven durchführen, die mitunter mehr als 30 Stunden andauerten. Und natürlich waren diese Offensiven sehr profitabel und zwar für Temmler-Wenke, der der Hersteller der Methamphetamine für die Nazi-Truppen war. Rund 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und den damit verbundenen Grausamkeiten ebnet das US-Verteidigungsministerium unter Pete Hegseth offiziell und ausdrücklich den Weg für biochemische Veränderungen des Körpers im Dienst des US-Monokapitalismus.
Lächerliche politische Rede oder Promo-Video
Die Rede des Ministers war mehr als eine bloße Ankündigung neuer Tests im Rahmen der jährlichen Untersuchungen von Soldaten. Medizinische Fakten in Bezug auf Testosteron wurden ebenfalls nicht präsentiert. Im Vordergrund standen vielmehr Formulierungen und Schlagwörter wie „High‑T Department“ („Hochtestosteron-Ministerium“), „Elite Warriors“ (etwa „Elitekämpfer“), „Performance-Optimierung“, „Wiederherstellung und Optimierung der natürlichen Fähigkeiten“, „Resilienz“ und „langfristige Gesundheit“. Alles wurde konsequent in der Du-Form artikuliert und mit erhobenem Zeigefinger vorgetragen – ähnlich wie auf dem bekannten Rekrutierungsplakat des Ersten Weltkriegs: „I Want You for U.S. Army“.
All dies ist jedoch ironisch und aus der Perspektive der Soldaten eine große Lüge. Wenn man Resilienz fördern möchte, sollte man die Wahrscheinlichkeit für eine PTBS so gering wie möglich halten. Optimierung und langfristige Gesundheit setzen voraus, dass man noch lebt; dies ist bei Soldaten infolge von Kriegen nicht unbedingt gewährleistet.
Es ist mehr als legitim, sich zu fragen, warum derartige Schlagwörter zur Vorbereitung weiterer, offensichtlich noch katastrophalerer Kriege verwendet werden. Ist der Führungsstab des US-Verteidigungsministeriums nicht in der Lage, eine seriöse politische Rede zu verfassen? Doch, das ist er! Aber die ernsten Interessen der US-Eliten können nur mit leeren und vagen Worten ausgedrückt werden, da sie im Gegensatz zu den echten, objektiven Interessen des amerikanischen Volkes stehen. Das Ganze ist jedoch keine Ankündigung einer politischen Entscheidung, sondern ein Promo-Video, das im Namen des Kapitals für eine Normalisierung des Krieges (Kriegskultur, Kriegsethos usw.) „freundliche“ Werbung macht.
US-Demokraten und ihre bürgerliche Kritik im Dienst des Kapitals
Abstrakt linksliberale Menschen betreiben Wunschdenken und glauben, dass es diese Kriegsparanoia und Testosteron-Fetischisierung ohne Trump oder – am besten – unter den Demokraten nicht gäbe. Ein guter Witz. Der Kommentar der oppositionellen Demokraten war jedoch in Bezug auf Trans-Menschen und Hormontherapien begrenzt. Erneut sehen wir, wie der bürgerliche und postmoderne Diskurs über Individualrechte das Schlachten von Völkern – diesmal testosterongesteuert – ermöglicht.



















































































