Israel fordert weitere Opfer im Libanon und in Gaza, obwohl es mit beiden Seiten einen Waffenstillstand vereinbart hat. Obwohl internationale Vermittler von „Fortschritten” in den Friedensverhandlungen sprechen, schreiten die militärischen Operationen Israels in beiden Konfliktgebieten fort. Behörden berichten von mindestens fünf Toten im Libanon und neun in Gaza, darunter vier Kinder.
Beirut/Gaza. Erst kürzlich wurde eine Waffenruhe zwischen dem Libanon und Israel ausgehandelt. Nun kündigte Israels Verteidigungsminister Israel Katz dennoch an, dass die Einsätze im Süden des Libanon fortgesetzt werden. In einem breiten Gebiet im Süden des Libanons soll eine Sicherheitszone errichtet werden, die von israelischen Streitkräften kontrolliert wird. Dieses Sicherheitsgebiet soll Nordisrael schützen. Katz erklärte zudem, dass Israel weiterhin „die terroristische Infrastruktur in der Region zerschlagen“ werde und mit Angriffen auf Beirut reagieren werde, solange es die Unterstützung der USA habe. Hunderttausende Bewohnerinnen und Bewohner des Südlibanon wurden bereits aus ihrer Heimat vertrieben und dürfen noch immer nicht zurückkehren.
Während nun die Medienberichterstattung vorwiegend den Krieg Israels mit dem Libanon thematisiert, hält parallel die Gewalt im Gazastreifen an. Laut dem Al-Shifa-Krankenhaus wurden auf den 4. Juni bei nächtlichen Luftangriffen auf Gaza mindestens neun Palästinenserinnen und Palästinenser getötet, darunter Frauen und Kinder. In den vier Angriffen wurden mehrere Wohngebäude und das Al-Shati Flüchtlingslager bombardiert – zu den Toten wurden 15 weitere Menschen verletzt. Vier der Opfer waren Kinder.
Die Angriffe ereigneten sich, obwohl seit Oktober 2025 eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas besteht. Trotz dieser Vereinbarung kommen täglich Zivilistinnen und Zivilisten durch israelische militärische Aktionen ums Leben. Laut dem Gesundheitsministerium in Gaza wurden seit Inkrafttreten der sogenannten Waffenruhe bereits 936 Menschen getötet. Israel rechtfertigt die Angriffe mit Verstößen gegen die Vereinbarung durch militante palästinensische Akteure, die wiederholt israelische Truppen angegriffen haben sollen. Dabei wurden nach israelischen Angaben seit Beginn der Waffenruhe vier Soldaten getötet.
Die gleichzeitigen Entwicklungen in Gaza und im Libanon verdeutlichen, dass die israelische Regierung kein echtes Interesse an einer aktiven Waffenruhe hat. Während auf diplomatischer Ebene von „Fortschritten in Friedensgesprächen“ und „Deeskalation“ die Rede ist, sorgen militärische Operationen kontinuierlich für weitere Opfer vor Ort. Zwar verhindern die Waffenruhen temporär eine unmittelbare Eskalation zu einem offenen regionalen Krieg, jedoch haben sie bisher weder die Gewalt beendet noch den betroffenen Völkern Sicherheit und Rückkehr ermöglicht – selbst dann nicht, wenn dies vereinbart wurde. Stattdessen prägen nächtliche Luftangriffe an zivile Gebäude, Vertreibungen aus der Heimat und eine anhaltende militärische Präsenz israelischer Truppen den Alltag im Libanon und in Gaza.
Quellen: Telesur/Reuters/APNews/BBC






















































































