Wien. Laut Finanzmarktaufsicht (FMA) erzielten die österreichischen Geldinstitute 2025 einen historischen Jahresüberschuss von 10,6 Milliarden Euro. Auch die Versicherungsbranche blickt auf ein „sehr starkes Jahr“ zurück. Für die Eigentümer und Aktionäre fließen die Gewinne reichlich. Für die Beschäftigten und Kundinnen und Kunden sieht die Realität hingegen ganz anders aus, und sie zahlen auch noch mit steigenden Kontoführungs- uns Servicegebühren.
Die Rekordprofite der Banken sind kein Ergebnis besonderer Innovationskraft oder gesellschaftlichen Nutzens. Sie beruhen vor allem auf dem gestiegenen Zinsniveau, das Kredite verteuert und die Belastung für Haushalte und Unternehmen erhöht hat. Während viele Familien jeden Euro zweimal umdrehen müssen, klingeln bei den Finanzkonzernen die Kassen. Die Banken profitieren damit direkt von einer Entwicklung, die für breite Teile der Bevölkerung zu einer Verschlechterung der Lebensbedingungen geführt hat.
Gleichzeitig wird der Service immer weiter abgebaut. Jahr für Jahr schließen Banken Filialen, reduzieren Öffnungszeiten und streichen Arbeitsplätze. Was früher selbstverständlich vor Ort erledigt werden konnte, wird zunehmend ins Internet verlagert. Für die Banken bedeutet das geringere Personalkosten und höhere Gewinne. Für viele Kundinnen und Kunden bedeutet es jedoch zusätzliche Hürden.
Besonders ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen oder Personen mit geringen digitalen Kenntnissen werden durch diese Entwicklung benachteiligt. Wer kein Smartphone besitzt, Schwierigkeiten mit Online-Banking hat oder persönlichen Kontakt benötigt, findet immer seltener eine Ansprechperson. Der Zugang zu grundlegenden Finanzdienstleistungen wird damit zunehmend von technischen Voraussetzungen abhängig gemacht. Die Digitalisierung dient nicht dem Komfort der Bevölkerung, sondern vor allem der weiteren Rationalisierung und Profitsteigerung.
Auch die Beschäftigten in der Branche bekommen die Kehrseite der Rekordgewinne zu spüren. Stellen werden abgebaut, Arbeitsverdichtung nimmt zu und die Unsicherheit wächst, gliechzeitig veruschen die Banken in jeder Kollektivvertragsverhändlung die Löhne der Beschäftigten zu drücken, mit Abschlüssen beispielsweise 2024 unterhalb der Inflationsrate. Trotz historischer Rekordgewinne von über zehn Milliarden Euro waren die Banken auch heuer nicht bereit, die Beschäftigten angemessen an diesem Erfolg zu beteiligen. Die Gewerkschaft GPA drohte heuer mit Warnstreiks und in zahlreichen Betrieben Streikbeschlüsse vorzubereiten. Während Vorstände und Aktionäre von den Rekordprofiten profitieren, müssen die Beschäftigten um den Ausgleich der Teuerung kämpfen und werden auch weiterhin abgespeist.
Besonders deutlich wird der Widerspruch, wenn die FMA einerseits die enormen Gewinne hervorhebt, andererseits aber fordert, dass die Banken noch mehr Kapital aufbauen und weiter investieren sollen. Offenbar reichen selbst Milliardenüberschüsse nicht aus. Im Kapitalismus gibt es kein genug. Die Jagd nach höheren Renditen setzt sich fort – unabhängig davon, welche sozialen Folgen dies für Beschäftigte oder Kundinnen und Kunden hat.
Neben den Zinsfragen ist außerdem das für den österreichischen Imperialismus zentrale gutgehende Osteuropa-Geschäft von großer Bedeutung für die Gewinne der österreichischen Banken.
Quelle: ORF/ORF/Zeitung der Arbeit






















































































