Wien. Am Samstag, dem 18. April, fand im Politischen Zentrum Jura Soyfer eine sehr gut besuchte Veranstaltung der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) zu den aktuellen Entwicklungen im Nahen Osten statt. Auch ein Gastredner der Tudeh-Partei Iran, der Nachfolgepartei der Kommunistischen Partei Iran, war anwesend. Vor dem Hintergrund der fragilen Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran sowie der anhaltenden militärischen Eskalation in der Region wurde die Frage nach den ökonomischen und politischen Ursachen imperialistischer Kriege in den Mittelpunkt gestellt.
Im Referat der PdA wurde eine allgemeine marxistisch-leninistische Analyse von imperialistischen Kriegen präsentiert: Kriege entstehen nicht zufällig oder aus irrationalen Motiven, sondern sind Ausdruck der kapitalistischen Produktionsverhältnisse in ihrer imperialistischen Phase. Sie sind ein Mittel zur Durchsetzung ökonomischer Interessen.
Besonders hervorgehoben wurde, dass bürgerliche Darstellungen von Kriegen häufig bei den sichtbaren Auswirkungen stehen bleiben – Zerstörung, Leid und Tod –, ohne die zugrunde liegenden ökonomischen Ursachen zu erklären. Die Perspektive der Kommunistinnen und Kommunisten hingegen richtet den Blick auf die ökonomischen Interessen des Finanzkapitals, die die Eskalationen vorantreiben.
Erfolgreicher Widerstand gegen imperialistische Kriege kann nur durch organisierte Aktionen der Arbeiterklasse erreicht werden. Beispiele wie Streiks in Häfen, die Waffenlieferungen blockieren, zeigen konkrete Möglichkeiten des Widerstandes. Gleichzeitig wurde betont, dass solche Maßnahmen allein nicht ausreichen: Historische Erfahrungen und theoretische Analysen, etwa von Lenin und Clara Zetkin, zeigen, dass selbst Phasen relativer Ruhe lediglich Zwischenetappen in der Vorbereitung neuer Konflikte darstellen. Dauerhafter Frieden ist im Kapitalismus nicht möglich.
Im Anschluss berichtete ein Vertreter der Abteilung für internationale Beziehungen der Tudeh-Partei Iran eindrücklich über die aktuelle Lage im Iran. Die jüngsten Angriffe der USA und Israel haben massive Zerstörungen verursacht: Tausende Produktionsstätten, zahlreiche Universitäten sowie zentrale Industriebetriebe – darunter beispielsweise die größte Stahlfabrik des Landes – wurden bombardiert. Millionen Menschen haben ihr Zuhause verloren.
Besonders gravierend sind auch die innenpolitischen Folgen der Angriffe: Die zuvor starke Streik- und Protestbewegung im Iran ist durch die militärische Eskalation geschwächt worden. Das Regime nutze die Situation, um Repressionen zu verschärfen und oppositionelle Kräfte zu unterdrücken.
Die Hintergründe dieser Angriffe verortete der Referent klar in den ökonomischen und geopolitischen Interessen der imperialistischen Mächte. Der Iran verfügt nicht nur über bedeutende Erdöl- und Erdgasreserven, sondern nimmt auch eine strategische Schlüsselposition in der Region ein, insbesondere durch seine Lage an der Straße von Hormus. Diese Faktoren machen das Land zu einem zentralen Ziel imperialistischer Einflussnahme.
Im Anschluss an beide Referate wurden noch viele Fragen des Publikums an die Referenten der PdA und der Tudeh-Partei beantwortet und eine angeregte Diskussion geführt. Beide Parteien signalisierten, dass sie auch in Zukunft solidarisch zusammenarbeiten werden.



















































































