Wien. Mit Offline Oida eröffnete am Samstag das “erste Digital Detox Pop-Up Café” Wiens. In Kooperation mit der Bücherei Wien gibt es eine Leseecke und in Kooperation mit Paradice analoge Spiele. Auf der Website stellt sich das Café vor: “Wir wollen uns etwas zurückholen: echte Begegnung. Zeit miteinander.” Doch was ist eigentlich mit den echten Begegnungen passiert? Wieso verbringen wir heute so wenig Zeit miteinander?
Der Kapitalismus hat den Zwang, jeglichen Aspekt des Lebens zu kommerzialisieren. Überall muss Profit für Investoren und Industrielle lukriert werden. Das beginnt bei alltäglichen Lebensmitteln wie Wasser, Essen, Wohnraum, Energie. Umfasst aber auch jegliche Freizeitbeschäftigungen:
- Treffen im Park? Die Bänke sind im Sinne der Obdachlosenverscheuchung ungemütlich gestaltet und das Sitzen in der Wiese ist verboten
- Unterwegs aufs Klo müssen? Die öffentlichen Toiletten sind kostenpflichtig oder an Konsum gebunden
- Sich im Café treffen? Einfach hinsetzen geht nicht, während des Aufenhalts gilt Konsumzwang
- Gemeinsam Sport machen? Es gilt Eintritt, Vereinsmitgliedschaft, Ausbildungskurs, Ausrüstung, etc. zu bezahlen
Gleichzeitig verbringen junge Menschen immer mehr Zeit auf Social Media, um sich abzulenken. Denn Alltagsstress in Schule und Arbeit, Klimakrise, Kriege, sterbende Flüchtlinge, etc. sind belastend und Ablenkung verschafft kurzfristig Abhilfe. Vielen fehlt auch die Zeit, um zeitkonsumierenderen Hobbies nachzugehen. Ein kurzer Blick zwischendurch, in der U‑Bahn, bei der Raucherpause oder am WC geht sich da eher aus. Langfristig kreiert die Ablenkung durch die sozialen Medien jedoch Einsamkeit. Und selbst hier greift die Kommerzialisierung des Kapitalismus.
Wer genug von der Berieselung mit Tiervideos, unnützen “Life-Hacks” oder Politikermeldungen hat, darf jetzt kostenpflichtig im Offline Oida abschalten.
Quellen: Offline Oida, ORF




















































































