Eine Studie zeigt einen starken Anstieg von Gewaltmeldungen im Bundesland. Fachkräfte schlagen Alarm und fordern mehr Prävention sowie zusätzliche Ressourcen.
Salzburg. Die Zahl der Meldungen zu möglichen Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen ist im Bundesland Salzburg in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Eine aktuelle Studie zu Gefährdungsabklärungen zeigt, dass die Fallzahlen zwischen 2019 und 2023 um 77 Prozent zugenommen haben.
Zu den häufigsten Gründen für eine Meldung zählen körperliche und seelische Gewalt, sexueller Missbrauch sowie Vernachlässigung. Die jeweiligen Gefährdungssituationen sind dabei unterschiedlich und reichen von akuten Krisen bis hin zu langfristigen Belastungen im familiären Umfeld.
Besonders stark fiel der Anstieg in der Stadt Salzburg und im Bezirk Salzburg-Umgebung aus. Laut der Mitautorin der Studie, Birgit Bahtic-Kunrath, spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Neben den Folgen der Pandemie verweist sie auf wachsende soziale Risiken wie Bildungsbenachteiligung und steigenden sozioökonomischen Druck.
Die Studienautorinnen und ‑autoren sehen vor allem Handlungsbedarf im präventiven Bereich. Statt erst bei akuten Gefährdungen einzugreifen, solle verstärkt frühzeitig gearbeitet werden. Dafür seien mehr Zeit und finanzielle Mittel für die zuständigen Stellen notwendig.
Insgesamt wurden im untersuchten Zeitraum rund 9.000 Fälle von den Kinder- und Jugendämtern geprüft. Trotz sinkender Geburtenzahlen steigt der Aufwand für die Betreuung betroffener Familien. Aktuell sind laut Soziallandesrat Wolfgang Fürweger rund 3.000 Kinder im Bundesland von Gewalt in unterschiedlicher Form betroffen.
Die zunehmende Zahl an Meldungen stellt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe vor große Herausforderungen. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter berichten, dass sie täglich bis zu fünf Gefährdungsmeldungen bearbeiten müssen. Entsprechend wird verstärkt mehr Personal sowie ein Ausbau der Unterstützungsangebote gefordert.
Quelle: ORF

















































































