Kalifornien. Der Konzern Meta zeigt einmal mehr, wie „Fortschritt“ im Kapitalismus funktioniert: Während Milliarden in künstliche Intelligenz gepumpt werden, verlieren tausende Menschen ihre Jobs. Rund zehn Prozent der Belegschaft sollen gehen, etwa 8.000 Beschäftigte. Weitere 6.000 Stellen werden einfach nicht nachbesetzt. Effizienz nennt man das. Oder präziser: Profitmaximierung.
Man wolle „Ausgaben ausgleichen“, heißt es aus der Chefetage. Gleichzeitig kündigt der Konzern Investitionen von bis zu 135 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur an. Geld ist also genug da – nur nicht für die Menschen, die dieses Unternehmen überhaupt aufgebaut haben.
Für sie gibt es stattdessen „vier Wochen Ungewissheit“, wie Personalchefin Janelle Gale es formuliert. Eine perfide Umschreibung für die Realität von tausenden Arbeiterinnen und Arbeitern, deren Lebensgrundlage gerade zur Verhandlungsmasse wird.
Fortschritt für wen?
Die Erzählung vom technologischen Fortschritt ist schnell erzählt: KI soll Prozesse verbessern, Innovation vorantreiben, die Zukunft gestalten. Was dabei konsequent ausgeblendet wird, ist die soziale Realität dieser Entwicklung. Denn KI ersetzt nicht einfach Arbeit – sie ersetzt Arbeiterinnen und Arbeiter.
Was hier passiert, ist kein technischer Fortschritt im Interesse der Gesellschaft, sondern eine Umstrukturierung im Interesse des Kapitals. Arbeitskraft wird eingespart, Kosten werden gesenkt, Gewinne gesteigert. Die Produktivität steigt – aber die Früchte davon landen nicht bei denen, die sie erarbeiten.
Der Mensch als Kostenfaktor
Im Kapitalismus ist der Mensch kein Zweck, sondern Mittel. Solange Arbeitskraft Profit generiert, ist sie gefragt. Sobald sie durch Maschinen ersetzt werden kann, wird sie überflüssig.
Die Entscheidung von Meta ist kein Einzelfall. Sie ist Ausdruck der kapitalistischen Logik: Unternehmen investieren dort, wo Profit winkt – und streichen dort, wo Kosten entstehen. Dass hinter diesen „Kosten“ reale Existenzen stehen, spielt in der Kalkulation keine Rolle.
Der Widerspruch könnte kaum deutlicher sein: Während Milliarden in Technologien fließen, die angeblich die Zukunft sichern sollen, wird gleichzeitig die soziale Grundlage dieser Zukunft zerstört.
Klassenrealität im Silicon Valley
Besonders zynisch wird diese Entwicklung, wenn man sich das Selbstbild der Tech-Konzerne ansieht. Innovation, Fortschritt, Weltverbesserung – das sind die Schlagworte. Die Realität sieht anders aus: Massenkündigungen, Unsicherheit, Konzentration von Reichtum.
Für die Eigentümer und Aktionäre bedeutet die KI-Offensive steigende Renditen. Für die Beschäftigten bedeutet sie Arbeitsplatzverlust. Zwei Seiten derselben Medaille – nur dass die eine Seite profitiert und die andere zahlt.
Kein Betriebsunfall, sondern System
Die Entlassungen bei Meta sind kein Ausrutscher, keine Fehlentscheidung, kein „schwieriger, aber notwendiger Schritt“. Sie sind die logische Konsequenz eines Systems, in dem alles dem Profit untergeordnet ist.
Technologischer Fortschritt könnte Arbeitszeit reduzieren, Lebensqualität erhöhen, gesellschaftliche Probleme lösen. Unter kapitalistischen Bedingungen passiert das Gegenteil: Er wird genutzt, um Kosten zu senken und Gewinne zu maximieren.
Und solange diese Logik gilt, wird jeder Fortschritt zum Problem für diejenigen, die arbeiten.
Quelle: ORF



















































































