Nach wochenlangen Protesten, Märschen und einem Hungerstreik haben die Bergarbeiter des Unternehmens Doruk Mining in der Türkei einen ersten Erfolg erzielt. Der Arbeitskampf, der zuletzt auch durch Polizeigewalt mediale Aufmerksamkeit erregte, konnte konkrete Verbesserungen durchsetzen.
Die Arbeiter waren vor mehr als zwei Wochen nach Ankara marschiert, um gegen ausstehende Löhne, vorenthaltene Abfertigungen und unmenschliche Arbeitsbedingungen zu protestieren. Seit neun Tagen befanden sich Teile der Belegschaft im Hungerstreik im Kurtuluş-Park im Zentrum der Hauptstadt. Als sie versuchten, zum Energieministerium vorzudringen, wurden sie zunächst von Polizeisperren aufgehalten. Dennoch gelang es den Demonstrierenden, ihren Protest sichtbar zu machen – der öffentliche Druck wuchs.
Verhandlungen unter staatlicher Vermittlung
Nach anhaltendem Widerstand der Arbeiter wurde schließlich ein Treffen unter Beteiligung mehrerer Ministerien organisiert. Vertreter der Gewerkschaft Maden-İş, Arbeiterdelegierte sowie hochrangige Regierungsvertreter und der Unternehmenschef nahmen daran teil. Das Ergebnis: Ein Großteil der ausstehenden Löhne wurde bereits ausbezahlt. Für die restlichen Forderungen wurde eine Frist von 15 Tagen vereinbart, wobei staatliche Stellen als Garanten auftreten sollen. Der Gewerkschaftsvertreter Gökay Çakır sprach von einem positiven Treffen und erklärte das vorläufige Ende der Proteste.
Die Nachricht über die Einigung wurde von den im Park versammelten Bergarbeitern mit Applaus aufgenommen. Am Abend versammelten sich zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer, darunter auch politische Organisationen und Gewerkschaften, um die Arbeiter zu verabschieden.
Viele der Bergarbeiter wollen nun nach Eskişehir zurückkehren. Gleichzeitig betonten sie, dass ihr Kampf beispielhaft sei, nur durch Zusammenhalt und Entschlossenheit habe man die eigenen Rechte durchsetzen können.
Politische Forderungen bleiben
Auch die Kommunistische Partei der Türkei (TKP), die den Protest aktiv unterstützte, begrüßte den Erfolg der Arbeiter. Gleichzeitig bekräftigte sie weitergehende Forderungen: Der Bergbau müsse verstaatlicht und Verantwortliche für frühere Privatisierungen zur Rechenschaft gezogen werden. In Stellungnahmen wurde betont, dass der Widerstand gezeigt habe, wie sehr private Unternehmen vom gesellschaftlichen Reichtum profitieren, während Arbeiter um grundlegende Rechte kämpfen müssen.
Quelle: 902.gr/Haber Sol



















































































