Vor 80 Jahren, am 11. Januar 1946, wurde die Volksrepublik Albanien ausgerufen. Der neue volksdemokratische, sozialistisch orientierte Staat beschritt in den kommenden 45 Jahren einen Sonderweg mit unterschiedlichen Resultaten.
Am 11. Jänner 1946 wurde die Volksrepublik Albanien proklamiert. Faktisch waren die Kommunisten als stärkste Kraft der antifaschistischen Partisanenbewegung, die 1944 das Land ohne Alliierte Truppen befreien konnte, bereits an der Macht und bemühten sich zuerst um eine Bodenreform. Im Dezember 1944 gewann die Kommunistische Partei (ab 1948: Partei der Arbeit, PdAA) die ersten Wahlen, Enver Hoxha (1908–1985) übernahm die Leitung der revolutionären Volksregierung.
Die Abgrenzung zunächst gegenüber dem großen Nachbarn Jugoslawien sowie später auch gegenüber der UdSSR brachte Albanien in eine Sonderrolle der sozialistischen Frühgeschichte Europas. Der Bruch mit der KPJ bewahrte das Land davor, in das falsche titoistische Konzept der Arbeiterselbstverwaltung und eines “dritten Weges” miteinbezogen zu werden. Ironischer Weise führte die damit verursachte Lage aber auch zu einer gewissen ideologischen Stabilität der PdA Albaniens unter Führung Hoxhas – trotz schwierigster gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Voraussetzung im Land. Denn gleichzeitig bewahrte man sich einen klaren Blick auf den modernen Revisionismus in der kommunistischen Weltbewegung, äußerte berechtigte Kritik an Chruschtschow und bemühte sich um Korrekturen – schlussendlich auch gegenüber dem Maoismus, was allerdings keineswegs bedeutet, dass die PdAA oder ein kreierter Hoxhaismus immer die richtige Linie vorgegeben hätten, wie deren bescheidene Vertreter ja gerne behaupten.
Wie allgemein bekannt, stand am Ende eine gewisse Isolation Albaniens, außerhalb des Warschauer Vertrages und des Rats für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW). Im Zuge der konterrevolutionären Ereignisse in Ost- und Südosteuropa ab 1989 konnte auch die Sozialistische Volksrepublik zu wenige Widerstandskräfte aufbringen. 1991 gewann die PdAA zwar noch die ersten (und ihre letzten) “pluralistischen” Wahlen, doch durch solcherart Kleinigkeiten lässt sich der Imperialismus natürlich nicht aufhalten. Kapitalismus und bürgerliche Herrschaft sind längst wiederhergestellt, seit 2009 ist Albanien NATO-Mitglied, aktuell EU-Beitrittskandidat. Die PdAA wurde als “Sozialistische Partei” sozialdemokratisiert. Eine neu gegründete KP Albaniens ist Mitglied des Internationalen Treffens kommunistischer und Arbeiterparteien (IMCWP, “Solidnet”), dort aber weitgehend (selbst-)isoliert.




















































































