Nach teils intensiven Schneefällen am Wochenende ist die Lawinengefahr in weiten Teilen der Alpen deutlich angestiegen. In den westlichen Bundesländern kam es zu zahlreichen Lawinenabgängen, mehrere Wintersportler wurden verletzt, eine Skitourengeherin in Tirol verlor ihr Leben. Die Behörden warnten eindringlich vor Touren im freien Gelände.
Für Teile Tirols und Vorarlbergs, darunter auch die Arlberg-Region, galt am Sonntag die zweithöchste Lawinenwarnstufe vier („große Gefahr“). Wintersportler wurden zu äußerster Zurückhaltung aufgerufen. Dennoch kam es zu mehreren Unfällen: Im Tiroler Bezirk Schwaz wurde eine Skitourengeherin von einer Lawine verschüttet. Sie wurde in kritischem Zustand ins Krankenhaus geflogen, verstarb dort jedoch am Abend. In St. Anton am Arlberg wurden bei zwei Lawinenabgängen zwei weitere Personen verletzt.
Auch in Vorarlberg kam es zu einem schweren Zwischenfall. Im freien Skiraum am Trittkopf in Zürs wurden zwei deutsche Skifahrer von einem Schneebrett erfasst und rund 50 bis 70 Meter mitgerissen. Beide wurden verletzt geborgen.
In Salzburg und der Steiermark lag die Lawinenwarnstufe in mehreren Regionen bei drei („erheblich“). Innerhalb kurzer Zeit gingen im Bundesland Salzburg mehrere Lawinen ab. Besonders betroffen war der Raum Obertauern und Tweng, wo es am Sonntag insgesamt fünf Alarmierungen gab. Vier davon betrafen Lawinen im freien Gelände. In Tweng wurde ein Skitourengeher an der Schulter verletzt und mit dem Hubschrauber ins Spital geflogen.
Am steilen Gennerhorn bei Hintersee im Flachgau wurde ein 37-jähriger Oberösterreicher von einem Schneebrett teilweise verschüttet. Er erlitt eine Knieverletzung, konnte jedoch rasch geortet und gerettet werden. Bergretter, die sich zufällig in der Nähe aufhielten, leisteten Erste Hilfe, der Mann wurde anschließend ins Krankenhaus Schwarzach geflogen.
Bereits zuvor waren vier Grazer Skitourengeher im Bereich der Mittereggalm von einer Lawine erfasst worden. Zwei Personen wurden teilweise verschüttet, eine Frau schwer verletzt. Für die Flugrettung Niederöblarn war es einer der ersten Lawineneinsätze in diesem Jahr.
Lawinenexperten führen die angespannte Situation auf bis zu 40 Zentimeter Neuschnee seit Donnerstag zurück, der teilweise mit Graupel durchsetzt ist. Starker Wind habe den Schnee verfrachtet, frische Triebschneeansammlungen lägen oft auf instabilen Schwachschichten. Bereits einzelne Personen könnten Schneebrettlawinen auslösen, vor allem oberhalb der Waldgrenze.
Ein Blick ins Ausland zeigt die Dimension der Gefahr: In den französischen Alpen kamen am Wochenende insgesamt sechs Menschen bei Lawinenabgängen ums Leben, alle abseits gesicherter Pisten. Die Behörden dort warnten auch für die kommenden Tage vor anhaltender Gefahr.
Zusätzlich zur Lawinensituation sorgte das Winterwetter auch abseits der Berge für Zwischenfälle. In Wien brachen am Wochenende ein Mann und sein Sohn beim Eislaufen auf der Neuen Donau ein und mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Meteorologen rechnen unterdessen mit einer Warmfront, die von Westen her über Österreich zieht. Mit steigenden Schneefallgrenzen könnte es nördlich des Alpenhauptkammes zu gefrierendem Regen kommen – die Lawinengefahr dürfte sich vorerst kaum entspannen.




















































































