Am 16. Oktober ist der niederländische Kommunist Rinze Visser verstorben. Über Jahrzehnte hinweg engagierte er sich in der kommunistischen Bewegung seines Landes und in der kommunalpolitischen Arbeit. Als langjähriger Vorsitzender des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei der Niederlande (CPN) spielte er eine wichtige Rolle bei deren Aufbau. Zugleich setzte er sich mehr als 55 Jahre lang als Gemeinderat für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung ein.
Rinze Visser wuchs in einer kommunistischen Familie auf und kam dadurch bereits früh mit kommunistischen Idealen in Berührung. Beruflich arbeitete er als Straßenpflasterer. 1958 trat er der Kommunistischen Partei der Niederlande (CPN) bei und übernahm in den folgenden Jahren verschiedene Funktionen innerhalb der Partei.
1970 wurde Visser in den Gemeinderat von Lemsterland gewählt. Dieses Mandat übte er bis 2026 aus. Erst aufgrund seines sich verschlechternden Gesundheitszustands trat er bei den Kommunalwahlen im März dieses Jahres nicht mehr an. Damit gehörte er zu den am längsten dienenden kommunalen Mandataren der Niederlande. In den 1970er-Jahren war er außerdem Mitglied des Provinzparlaments von Friesland.
In seiner kommunalpolitischen Tätigkeit verstand Visser sein Mandat als Möglichkeit, die Interessen der Arbeiterklasse zu vertreten und Menschen in schwierigen Lebenslagen praktisch zu unterstützen. Er war für seine Hilfsbereitschaft bekannt und genoss dadurch das Vertrauen vieler Menschen vor Ort. Seine politische Arbeit verband er mit einer grundsätzlichen Kritik an den gesellschaftlichen Verhältnissen des Kapitalismus. Auch auf kommunaler Ebene hielt er an seinen politischen Überzeugungen fest.
Für die Verteidigung des Marxismus-Leninismus
Neben seiner kommunalpolitischen Arbeit war Visser über Jahrzehnte hinweg in führenden Funktionen der niederländischen kommunistischen Bewegung tätig. 1978 wurde er in das Zentralkomitee der CPN gewählt. Dort stellte er sich gegen die wachsenden reformistischen Strömungen, die auf eine Auflösung der Partei hinarbeiteten. Visser hielt an der Überzeugung fest, dass die Arbeiterklasse eine eigenständige kommunistische Partei auf marxistisch-leninistischer Grundlage benötigt.
In diesem Zusammenhang engagierte er sich in der Horizontalen Konsultation der Kommunisten (HOC), die sich gegen die reformistische Entwicklung innerhalb der CPN wandte. Später gehörte er dem Politbüro an und wurde Sekretär des Zentralkomitees des Verbands der Kommunisten in den Niederlanden (VCN).
Angesichts der konterrevolutionären Entwicklungen in Europa und der Auflösung der bisherigen Parteistrukturen wirkte Visser ab 1992 maßgeblich an der Gründung der Neuen Kommunistischen Partei der Niederlande (NCPN) mit. In der neuen Partei übernahm er erneut führende Aufgaben: Er gehörte dem Politbüro an und stand viele Jahre dem Zentralkomitee als Vorsitzender vor. Die Partei führt heute wieder den historischen Namen Kommunistische Partei der Niederlande (CPN).
Vissers politisches Wirken war damit eng mit dem Bemühen verbunden, die kommunistische Bewegung in den Niederlanden auch unter schwierigen gesellschaftlichen und politischen Bedingungen aufrechtzuerhalten und neu aufzubauen. Sein Kampf gegen Revisionismus und Opportunismus und seine Verteidigung des Marxismus-Leninismus prägten seine jahrzehntelange Tätigkeit.
Ein Kommunist und Publizist
Auch publizistisch blieb Visser aktiv. Von Beginn an schrieb er regelmäßig für die Zeitung Manifest. Seit 2003 veröffentlichte er dort die Kolumne MooieWoorden („Schöne Worte“). Darin setzte er sich mit gesellschaftlichen Entwicklungen auseinander, häufig ausgehend von persönlichen Erlebnissen und Beobachtungen aus seinem unmittelbaren Lebensumfeld. Seine Perspektive war dabei die der Menschen, die mit den sozialen Folgen des Kapitalismus konfrontiert sind.
Visser hielt an seinen politischen Grundsätzen auch nach den Niederlagen der kommunistischen und Arbeiterbewegung infolge der Konterrevolutionen in den sozialistischen Ländern fest. Selbst als gesundheitliche Einschränkungen seine Arbeit zunehmend erschwerten, blieb er seinen Überzeugungen verbunden und setzte sich weiterhin für eine sozialistische Zukunft ein.
Der Parteivorstand der Partei der Arbeit Österreichs (PdA) bekundet seine tiefe Trauer über den Tod von Genossen Rinze Visser. Seine Anteilnahme gilt seiner Familie, Freunden sowie seinen Genossinnen und Genossen in der Kommunistischen Partei der Niederlande.
Quelle: CPN

















































































